
1 | RBBh-Comeback in der Klassikern
Bei Red Bull-Bora-hansgrohe (RBBh) opferte man seine Klassiker-Fraktion für Erfolge bei den großen Rundfahrten. Mit Erfolg. Die Mannschaft gewann den Giro und die Vuelta. Durch die nicht unwesentliche Budget-Verbesserung seit der Übernahme durch Red Bull investierte man im Winter kräftig in Klassiker-Fahrer. Gianni Moscon, Jan Tratnik, Laurence Pithie, Oier Lazkano und die Van Dijke-Zwillinge sind nahezu alles Neuzugänge, die von Februar bis April für Siege sorgen können. Mindestens einen werden sie holen, eher mehr.
Überprüfung
- Tom lag falsch. Der ordentlich aufgemotzten Klassiker-Fraktion von Red Bull-Bora-hansgrohe attestierter er mindestens einen Sieg bei den Eintagesrennen zwischen Februar und April. In der Realtität passte wenig, die hohen Ansprüche des Teams wurden nicht ansatzweise erfüllt.
2 | Die ewige Van-Aert-These
Das hat nun fast schon Tradition: Ich glaube, es ist das dritte Jahr in Folge, in dem ich Wout van Aert einen Sieg bei Roubaix oder Flandern vorhersage. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt. Es wäre alles andere als unverdient und auch wenn die Vorzeichen (Sturz bei der Vuelta, van der Poels Cross-Frühform) nicht für den Belgier sprechen, so soll es dieses Jahr sein. Mein Tipp: Van Aert gewinnt Roubaix.
Überprüfung
- Es wurde wieder nichts mit einem Roubaix-Sieg von Wout van Aert. Tom lag erneut daneben. Van Aert wurde zwar Vierter, war jedoch weit weg vom Niveau der beiden Portagonisten Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar.
3 | Pogi und Sanremo – endlich Liebe
Wir bleiben bei den Klassikern. Ich weiß nicht genau wie, aber dieses Mal packt es Tadej Pogacar bei Mailand-Sanremo und gewinnt. Allein los an der eigentlich zu leichten Cipressa? Vollgas des Teams schon am Turchino? Oder doch wieder der klassische Antritt am Poggio? Irgendwas werden sie sich bei UAE einfallen lassen. MSR ist schon viel zu lange Pogacars weißer Wal.
Überprüfung
- Mit den Thesen von Tom war es 2025 ähnlich wie mit Tadej Pogacar und Mailand-Sanremo. Es wollte einfach nicht klappen. Es war ein erneut episches Finale – das jedoch Mathieu van der Poel im Sprint vor Filippo Ganna und Pogacar für sich entschied.
4 | Tour de France Femmes: Der Lotte-Gewinn
Natürlich möchte Demi Vollering bei der Tour de France Femmes nach der knappen Niederlage 2024 zurückschlagen. Und womöglich gelingt der Niederländerin das auch. Doch meine These ist: Befreit vom teaminternen Zoff (durch Vollerings Wechsel) und mit in der letzten Jahren immer besser werdenden Kletter-Fähigkeiten wird Lotte Kopecky am Ende im Gelben Trikot sein. Die Etappenprofile der ersten fünf Tage liegen der Belgierin, dann wird es anspruchsvoller, aber nicht unmöglich. Die Königsetappe zum Col de la Madeleine ist nur 112 Kilometer lang, im satten fast 19 Kilometer langen Schlussanstieg heißt es dann ebenso beißen wie am letzten Tag.
Überprüfung
- Lotte Kopecky hatte den großen Traum vom Sieg bei der Tour de France Femmes, auch Tom glaubte daran. Schließlich war sie bereits zweimal Zweite beim Giro. Der Traum zerplatzte – und mehr noch: Die 2025er Tour hat bei Kopecky dazu geführt, sich vorerst andere Ziele zu setzen. Sie könne jetzt schon sagen, dass sie für 2026 nicht an die Gesamtwertung der Tour denke, sagte sie bei den belgischen Bahnrad-Meisterschaften.
5 | Vingegaards nächster zweiter Platz
Mit der jüngsten Aussage, die vergangene Tour war in der Schlusswoche nicht so hart wie erhofft, hat Jonas Vingegaard dann doch überrascht. Schließlich war der Däne gegen Tadej Pogacar chancenlos. Logisch, könnte man meinen, da Vingegaard durch den Sturz im April nicht bei 100 Prozent sein könnte. Meine These für 2025 ist nun, dass selbst ein sturzfreier und bestens trainierter Vingegaard wieder Zweiter hinter Pogacar wird – sollte der Wetlmeister ebenfalls unversehrt bleiben. Pogacar hat sein Defizit an langen Anstiegen gegenüber Vingegaard wettgemacht und er wird die bessere Mannschaft haben.
Überprüfung
- Letzte These – und Toms einziger Treffer. Jonas Vingegaard war Tadej Pogacar bei der Tour de France auch mit einer umfassenden Vorbereitung nicht gewachsen. Auch die – erst im Nachhinein bekanntgewordenen – Probleme Pogacars in der Schlusswoche konnte Vingegaard nicht nutzen. Am Ende stand ein natürlich dennoch respektabler zweiter Platz bei der Tour.