Veranstalter RCS hat die die Strecke des Neo-Klassikers Strade Bianche für 2026 vorgestellt. Sowohl das Rennen der Frauen, als auch der Parcours des Männer-Rennens wurde etwas eingekürzt. Es wurden jeweils anspruchsvolle Schotterabschnitte aus dem Programm genommen.

Bei den Frauen ist die Strecke im Vergleich zum Vorjahr zwar nur fünf Kilometer kürzer, hat aber zwei Schotter-Sektoren weniger. Ganz ähnlich ist es bei den Männern. Ihr Rennen ist nun 201 Kilometer lang, 2025 waren es zwölf mehr. Kein riesiger Unterschied bei der Distanz, doch auch bei den Männern wurden die zwei Sektoren aus dem Programm genommen. So sinkt die Anzahl der Schotter-Kilometer von rund 80 auf nun 64,1 Kilometer. Betrachtet man die nackten Zahlen, sind die Rennen etwas leichter geworden.

Profil Strade Bianche 2026
(Foto: RCS)

Veränderung der Strecke

Schaut man im Detail auf die Veränderungen, wird deutlich, dass die gestrichenen Schotterabschnitte zur ersten Hälften des Parcours von 2025 gehören. Die Sektoren vier und sieben wurden entfernt, sonst ändert sich wenig. Das schwere Finale, mit der heftigen Runde über über Colle Pinzuto und den bis zu 15% steilen Le Tolfe bleibt. Diese Runde wurde vor zwei Jahren eingeführt und damit die Strecke im Vergleich zur Austragung 2023 damit deutlich schwerer gemacht.

„Die Strecken der Strade Bianche und Strade Bianche Women Elite 2026 bewahren den charakteristischen Charakter des Rennens“, so Giusy Virelli, Projektmanagerin des Events. „Die Reduzierung der Sektorenanzahl beeinträchtigt weder die Härte noch die Attraktivität des Rennens. Es bleiben anspruchsvolle Strecken, die für vielseitige Athletinnen und Athleten konzipiert sind, die, wie wir in den letzten Ausgaben gesehen haben, in der Lage sind, die restliche Saison über auf unterschiedlichem Terrain Höchstleistungen zu erbringen“, wird Virelli in einer Mitteilung zitiert.

Strade Bianche 2025 – Männer-Finale (Foto: RCS)

Zwei Sektoren weniger, ein paar Kilometer kürzer, ein paar Höhenmeter weniger, aber ein knüppelhartes Finale – haben die Veränderungen also kaum Einfluss auf das Rennen? Das bleibt abzuwarten, denn die Fahrer machen bekanntlich das Rennen. Doch schaut man auf den Rennverlauf in den vergangenen Jahren (vor allem in den Männer-Rennen), war das Muster ähnlich: Das Rennen wurde extrem schwer gemacht, dann setzte Tadej Pogacar im schweren Abschnitt ‚Monte Sante Marie‘ seine Attacke und zog davon. 2024 siegte er nach einem 80-Kilometer-Solo, im vergangenen Jahr ließ er sich trotz Sturz den Sieg nicht nehmen. Wie die Fahrer berichteten, wurde das Rennen früh schwer gemacht, die meisten waren schon vor dem entscheidenden Sektor am Limit.

Nun wird der Parcours etwas leichter gemacht, genau in dem Abschnitt, bevor es in die Schlüsselstelle ‚Monte Sante Marie‘ geht. Sind die Fahrer etwas weniger ermüdet, könnten das Rennen dann in diesem Abschnitt vielleicht nicht komplett explodieren und die Abstände nach dem Sektor würden geringer ausfallen, sich vielleicht auch größere Gruppen zusammenfinden. Das würde eine Vorentscheidung möglicherweise nach hinten schieben, das Rennen vielleicht länger offen halten. Aus dem Parcours für die Frauen wurden ebenso diese zwei Sektoren aus dem Parcours genommen – sie lagen zuletzt direkt vor dem Abschnitt ‚Monte Sante Marie‘. Hier könnte der Effekt ebenso eintreten.

Was genau passieren wird, ist schwer abzusehen und der Verlauf hängt von den FahrerInnen und ihrer Renngestaltung ab. Doch vielleicht ist die neue Strecke genau die Anpassung, die es nach der Umgestaltung von 2024 braucht, um das Rennen länger offen und so spannender zu halten.


Profil Strade Bianche Frauen 2026
(Foto: RCS)

Offizielle Website: strade-bianche.it