Transfers

Zugänge: Remco Evenepoel, Mattia Cattaneo, Gianni Vermeersch, Arne Marit, Haimar Etxeberria, Jarrad Drizners, Callum Thornley, Adrien Boichis, Luke Tuckwell
Abgänge: Roger Adrià, Matteo Sobrero, Sam Welsford, Jonas Koch, Oier Lazkano, Ryan Mullen, Filip Maciejuk, Anton Palzer

Kader Team Red Bull-Bora-hansgrohe

Die Verpflichtung von Remco Evenepoel ist der spektakulärste Transfer des Jahres und sorgte für reichlich Aufsehen. Mit dem Belgier wechselt der Italiener Mattia Cattaneo und auch ein Sportlicher Leiter von Soudal-QuickStep zum deutschen Team. Abgesehen von der Evenepoel-Verpflichtung sind die Transfers nicht sehr spektakulär. Mit Gianni Vermeersch kommt ein erfahrener Klassikerfahrer, Arne Marit verstärkt die Sprintfraktion. Dazu kommt das spanische Talent Haimar Etxeberria und der Allrounder Jarrad Drizners. Zudem steigen drei Talente aus dem Nachwuchsteam in die WorldTour auf.

Zu den Abgängen zählen Roger Adrià und Matteo Sobrero, die in den vergangenen Jahren durchaus ordentliche Leistungen brachten. Auch der stets loyale Helfer Jonas Koch muss das Team verlassen. Der Vertrag mit Oier Lazkano wurde nach dessen Auffälligkeiten im Blutpass aufgelöst. Der wenig erfolgreiche Sprinter Sam Welsford verlässt das Team ebenso wie Ryan Mullen und Filip Maciejuk. Auch das Quereinsteiger-Projekt Anton Palzer wurde beendet.

Der Kader wurde in den vergangenen Jahren immer wieder verstärkt und mit Evenepoel kommt erneut ein Weltspitze-Fahrer in die Mannschaft. Gemeinsam mit Florian Lipowitz soll der Belgier bei der Tour de France angreifen. Insgesamt ist das Team vor allem für die Etappenrennen in der Breite extrem stark. Hindley, Roglic, Vlasov, Evenepoel, Lipowitz, Martinez, Pellizzari – eine ganze Reihe von Top-Fahrern. Auch für die hügeligen Klassiker ist man gut aufgestellt. Neben Evenepoel können auch Maxim van Gils und Finn Fisher-Black auf anspruchsvollem Terrain ganz vorn landen.

Für die Pflasterklassiker sind Neuzugang Gianni Vermeersch, Gianni Moscon, Laurence Pithie, die Van-Dijke-Brüder und auch Jordi Meeus sicher nicht zu unterschätzen. Nachdem es im vergangenen Jahr gar nicht lief will man nun 2026 angreifen. Verlässliche Helfer hat man ohnehin im Team – Tratnik, Denz und Cattaneo sind abgesehen vom Hochgebirge auf jedem Terrain echte Tretmaschinen. Nur für die Sprints ist man nicht ganz so stark aufgestellt. Danny Van Poppel entwickelte sich in den vergangenen Jahren zum besten Anfahrer der Welt, will nun wieder auf eigene Rechnung sprinten. Meeus ist sehr endschnell, zählt aber genau wie Neuzugang Marit eher in die Kategorie endschneller Klassikerfahrer.

Schlüsselfahrer 
Evenepoel und Lipowitz sind die Kapitäne und die wichtigsten Fahrer des Teams. Doch der Kader ist auch in der Breite stark und man möchte gern noch ein paar mehr Rennsiege einfahren, als zuletzt. So wird der Erfolg des Teams nicht nur an den beiden Tourkapitänen hängen, sondern sich der Druck und die Hoffnung auf viele Fahrer verteilen.

Stärken
Im Kader steckt unglaublich viel Qualität und gerade für anspruchsvolles Terrain hat man gleich mehrere Optionen. Diese Breite gilt es zu nutzen.

Schwächen
Bei den Massensprints wird man gegen Jasper Philipsen und Tim Merlier vermutlich nicht reihenweise Siege einfahren, und auch bei den Pflaster-Klassikern wird es schwer, gegen die übermächtige Konkurrenz. Eine echte Schwäche hat diese Mannschaft nicht, doch in der Vergangenheit gelang es nicht immer, dass alle an einem Strang zogen – dies gilt es für die neue Sportliche Leitung nun endlich in den Griff zu bekommen.

Ziele
Das Podium bei der Tour ist das große Ziel, zudem will man mit Evenepoel und Lipowitz die Lücke zur absoluten Weltspitze (Tadej Pogacar) verkleinern. Man möchte offensiv agieren, attraktiv Radrennen fahren und Siege holen. Die Messlatte hängt bei diesem Team stets hoch, mit der Verpflichtung wurde sie nun noch etwas weiter gen Himmel bewegt.

Prognose
Der Kader hat so viel Qualität, dass man erfolgreich sein wird. Ob es bei der Tour gelingt, Tadej Pogacar anzugreifen wird sich zeigen. Es gab große Veränderungen in der Sportlichen Leitung und das Team befindet sich nun schon länger in einer Umbruchphase. Eine Sensations-Saison wird es wohl nicht werden.