5 Thesen für die Saison 2026 – Andreas Beune

Wir sammeln die Thesen einiger Radsportexperten für die Saison 2025 ein – hier die von Sportjournalist Andreas Beune.

1 | Die Klassiker: Oranje & Mauritius jubeln

Murmeltiertag bei den Klassikern der Männer: Während Mathieu van der Poel nach einer starken Cross-Saison mit dem üblichen Elan Roubaix & Co. anvisiert, ist die Winterpause für Dauerrivalen Wout van Aert mit einem Knöchelbruch mal wieder suboptimal verlaufen. Die Folgen sind spürbar: Van der Poel wird auch in diesem Frühjahr mehr Grund zu jubeln haben als sein belgischer Kollege. Das Flandern-Roubaix-Duell mit Tadej Pogacar geht allerdings wieder unentschieden aus: Jeder gewinnt eines der beiden Rennen.

Bei den Frauen geht es überraschender zu: Auch wenn Lotte Kopecky nach dem enttäuschenden Vorjahr in der neuen Saison wieder verstärkt ihr Augenmerk auf die Klassiker legt: Kim Le Court-Pienaar lässt Mauritius bei zwei großen Frühjahrsrennen jubeln.


2 | Tour de France: Pogacar geht nicht nur einmal aufs Treppchen

Am Schlusstag der Tour de France steigt Tadej Pogacar bei der Siegerehrung aufs Podium! Okay, diese These klingt erstmal ungefähr so gewagt wie die Prognose, dass auch morgen wieder die Sonne aufgeht. Doch Halt, Tadej Pogacar wird nämlich gleich dreimal aufs Podium gebeten: als Gesamtsieger der Rundfahrt, als Sieger der Mannschaftswertung und als Gewinner der Punktewertung. Als wäre das alles nicht genug, landet UAE-Teamkollege Isaac Del Toro auch noch in der Top 3 der Gesamtwertung.

Die Tour de France Femmes wird hingegen mit einer neuen Trägerin des Gelben Trikots enden: Demi Vollering gewinnt die Rundfahrt vor Pauline Ferrand-Prevot. Jubeln darf in Frankreich auch Marlen Reusser über einen Etappensieg.

3 | Jonas Vingegaard landet bei der Tour de France nicht in den Top 5

Der vorherige Start beim Giro d’Italia und das Fehlen von Edelhelfer Simon Yates, der seine Rennschuhe ja überraschend kurzfristig an den Nagel gehängt hat, hinterlassen Spuren: Jonas Vingegaard kann bei der Frankreich-Rundfahrt Tadej Pogacar erneut nicht gefährlich werden und landet am Ende noch nicht einmal unter den besten fünf Fahrern. Als Trostpflaster gewinnt der Däne jedoch die Alpe-d‘Huez-Etappe.

4 | Popcorn raus! Red Bull Bora-hansgrohe sorgt für den meisten Gesprächsstoff

Was das Sportliche angeht, zieht die Mannschaft UAE Emirates XRG oben einsam ihre Kreise. Im Windschatten haben vor allem Red Bull Bora-hansgrohe und Lidl-Trek kräftig investiert. Mit den neuen Teamleadern wachsen jedoch auch die Erwartungen. Die Teamführungen brauchen ein gutes Händchen, um die verschiedenen Einzelinteressen von Evenepoel-Lipowitz-Roglic bzw. von Ayuso-Skjelmose-Gee-West unter einen Hut zu bringen. Ansonsten wird Patrick Evenepoel in den belgischen Medien sicher dankbare Abnehmer für klare Statements zu seinem Sohn finden (Juan Ayuso hat der spanischen Presse im Bedarfsfall gewiss auch was mitzuteilen). Und so etwas wie die „Lipomania“ steht ja im Sommer auch noch im Raum.

Wer liefert nun also den Medien, Podcastern und Fans den meisten Popcorn-Stoff? Keine Frage: Red Bull Bora-hansgrohe hat mit Evenepoel, Lipowitz und Roglic drei so unterschiedliche Spitzenfahrertypen, die mit einem riesengroßen Erwartungsrucksack unterwegs sind, dass das Team hier uneinholbar vorne liegt.

5 | Cian Uijtdebroeks verlässt Movistar vorzeitig 

Eigentlich hat Cian Uijtdebroeks bei Movistar ja einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Doch auch im neuen Umfeld des spanischen Teams wird sich der belgische Ausnahmefahrer nicht pudelwohlfühlen und die Mannschaft schon nach dem Saisonende verlassen. Next Station: Decathlon CMA CGM.


Die Thesen der anderen Experten gibt es hier: saisonthesen