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Paris-Roubaix 2026 – war ein irrer Tag

Mathieu van der Poel im Wald von Arenberg
(Foto: © Cor Vos)

Bei diesem Radrennen hat jeder Teilnehmende seine eigene Geschichte zu erzählen. Und für Journalisten vor Ort ist es schade, dass man sich nicht von allen Sportlern und Sportlerinnen im Anschluss ihre Geschichte erzählen lassen kann. Dieses Roubaix 2026 jedoch war schon sehr, sehr speziell und kaum greifbar. Das Rennen der Frauen schon durch den Sieg von Franziska Koch zumindest für mich besonders, das Rennen der Männer einfach nur absurd. Ein Geballer, dass man beim Zuschauen mit den „normalsterblichen“ Teilnehmern mitlitt. Dann eine spektakuläre Wendung nach der nächsten. Pogacar Defekt, dann auf dem Shimano-Rad unterwegs. Da war das „Kopfexplosions-Emoji“ direkt die beste Art, das Beobachtete via Twitter zu kommentieren.

Pogacars Teamkollegen warteten spät, dann brachten sie ihn zurück – genau vor dem Wald von Arenberg. Perfektes Timing! Dort dann das Van-der-Poel-Drama – inklusive nicht passender Pedale des Teamkollegen, der ihm das Rad gab – wo der Titelverteidiger leider nicht einklicken konnte. Ausgerechnet der junge Tibor Del Grosso bewies im Chaos Nerven und wechselte geschwind das Rad. Stark! Dass Van der Poel dann auf diesem Sektor ein zweites Mal platt fuhr, passte irgendwie zu dieser Szene – Kopfschütteln überall. Anschließend hatte Van der Poel zwei Minuten Rückstand, pflügte durchs Feld und kam am Ende selbst der Spitze bedrohlich nahe. Nach drei Jahren ohne große Probleme und drei Siegen in Folge fuhr das Pech heute in seiner Trikottasche mit. Auch Van Aert hatte Defekt, kollidierte zudem beinahe mit einem Zuschauer – so nah kann bei diesem Rennen Glück und Pech beieinander liegen.


Filippo Ganna kann über dieses Roubaix vermutlich ein Buch schreiben. Defektpech in schlechten Momenten – genau dann, als er nach Wahnsinnsleistung wieder zur Spitze aufgeschlossen hatte. Dann noch ein Defekt und ein Sturz mit kaputtem Hinterrad. Am Ende rollte er auf Rang 25 ins Ziel, gemeinsam mit Laurence Pithie vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe, der auch lange an der Spitze fuhr und dessen Geschichte des Tages vielleicht der von Ganna sehr ähnelt.

Für Jasper Stuyven war es eine positive Geschichte – er sicherte sich clever und stark einen Platz auf dem Podium. Auch sein Rennen war eine wechselhafte Geschichte – aber mit Happy End. Anders bei Stefan Bissegger, der sich diesen Podestplatz erträumt hatte und lange aussichtsreich im Rennen lag, dann aber nicht mehr folgen konnte und am Ende Achter wurde.


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