Fest verbunden mit dem Feiertag am 1. Mai ist der Radklassiker in Frankfurt. Mehr als 60 Jahre Tradition hat Eschborn-Frankfurt und ist das bedeutungsvollste deutsche Radrennen. Lange Zeit war es ein Angelegenheit für endschnelle Männer, doch durch die Strecken-Veränderung in der jüngsten Vergangenheit hat es einen anderen Charakter bekommen.
Nochmals deutlich schwerer ist der Parcours in diesem Jahr geworden. Über 210 Kilometer und insgesamt 3300 Höhenmeter führt das Rennen von Eschborn in die Frankfurter Innenstadt. Der Feldberg wird erneut doppelt erklommen, nun zwei Mal über die schwere Südwestseite. Schon vor der ersten Auffahrt geht es zudem über den Sandplacken, etwas unterhalb des Gipfels.
Der Mammolshainer Stich bleibt dreimal Teil der Strecke, doch seine zweite Überfahrt rückt näher ans Finale. Neu ins Programm kommt der Burgweg – ein kurzer, aber steiler Anstieg mit bis zu 11%, der drei Mal erklommen wird. Von der letzten Steigung sind es weiterhin knapp 35 flache Kilometer bis zum Ende. In Frankfurt wird noch eine Schlussrunde absolviert.
Der alte Spruch „die Fahrer machen das Rennen“ gilt auch für den Radklassiker, mit der neuen Strecke ganz besonders. Es bleibt abzuwarten, ob die Mannschaften den schwerer Parcours rund um den Feldberg nutzen können, um die endschnellen Fahrer abzuschütteln. Einige Teams sind sowohl mit endschnellen Fahrern, aber auch mit bergfesten Männern dabei. Das Terrain bietet unterschiedliche taktische Ansätze – auch das macht Eschborn-Frankfurt in diesem Jahr besonders interessant.
Im vergangenen jahr holte sich Michael Matthews den Sieg – er ist in diesem Jahr nicht am Start. Das Team Pinarello-Q36.5 ist mit Top-Fahrer Tom Pidcock und starken Helfern am Start, hat ganz sicher Interesse daran, einige endschnelle Männer im Taunus abzuhängen. Man darf gespannt sein, wie sie das Rennen gestalten wollen.
Gestartet wird das Rennen auf dem Eschenplatz in Eschborn, aufgrund von Bauarbeiten am Rathausplatz wechselt der Startbereich. Dann geht es durch die Frankfurter Innenstadt und anschließend Richtung Taunus. Zunächst über den Sandplacken, dann über den Burgweg und hinauf zum Feldberg. Wieder über den Burgweg und dann nach Eppstein und über den Mammolshainer wieder zum Feldberg. Danach erneut über Burgweg und Eppstein zurück zum Mammolshainer. Dieser wird dann zwei Mal hintereinander erklommen, ehe es dann rund 35 Kilometer flach zum Ziel nach Frankfurt geht.
Finale Eschborn-Frankfurt 2026
Die Favoriten
Mit dem neuen Parcours verändert sich auch ein wenig die Favoritenrolle. Die neue Strecke liegt den bergfesteren Fahrern mehr, doch ob die endschnellen Fahrer entscheidend abgehängt werden, hängt vom Tempo und der Fahrweise ab. Wird im Finale mehrfach attackiert und lösen sich dann Gruppen, braucht auch ein endschneller Fahrer starke Helfer, die das Rennen kontrollieren. Ob es am Ende einen Sprint eines Feldes, einen Solosieger oder eine kleine Ausreißergruppe um den Sieg kämpft, bleibt abzuwarten. Viele Mannschaften haben sowohl einen endschnellen Mann dabei, aber auch Fahrer für eine offensive Fahrweise im ansprucshvollen Streckenabschnitt.
Einer der Top-Favoriten ist Tom Pidcock. Sein Pinarello-Q36.5-Team ist stark aufgestellt und sie können in den Feldberg-Runden der endschnellen Konkurrenz auf den Zahn fühlen. Pidock selbst ist bergaif extrem stark, hat zudem eine gewisse Endschnelligkeit – ideal für dieses Rennen.
Das UAE-Team ist mit Nils Politt, Tim Wellens und Filippo Baroncini stark aufgestellt, zudem ist der junge Adrià Pericas dabei. Alpecin-Premier Tech hat Emiel Verstrynge, der in den Ardennen herausragende Leistungen zeigte, Tibor Del Grosso und Ramses Debruyne dabei. Lidl-Trek schickt ein Team um Søren Kragh Andersen und Lennard Kämna ins Rennen, Toms Skujiņš kehrt nach seinem Ausstieg bei Paris-Nizza ins Renngeschehen zurück.
Jayco AlUla hat Felix Engelhardt, Anders Foldager und Alessandro Covi am Start, auch Pascal Ackermann ist dabei. Für Uno-X Mobility startet Magnus Cort. EF Education – EasyPost geht mit dem starken Alex Baudin ins Rennen, auch Michael Valgren ist dabei. Bahrain – Victorious hat Pello Bilbao, Sechster in Lüttich, und den jungen Jakob Omrzel, Gesamtsechster bei der Tour of the Alps, im Aufgebot. Georg Zimmermann führt das Team Lotto Intermarché an. Decathlon hat Paul Lapeira und Lund Andresen dabei.
Das Hobbypsort-Rennen erfreut sich stetig wachsender Begeisterung. Trotz erhöhter Kapazitäten war das Rennen Wochen im Voraus ausverkauft. Drei Strecken standen zur Auswahl, eine kurze „Skyline“ Rund mit 40 Kilometern, die Taunus-Express-Runde und die lange Taunusrunde mit knapp 100 Kilometern Länge. Der größeren Zahl an Hobbysportlern und des engen Zeitplans mit vielen Nachwuchsrennen fiel die U23-Ausgabe zum Opfer. „Mit Blick auf die Sicherheit war das Rennen in den aktuelle Zeitplan nicht mehr integrierbar. Das bedaure ich sehr“, sagte Rennchef Fabian Wegmann.
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