Profil 2. Etappe Giro 2026 (© RCS)

Nach dem Sieg zum Auftakt geht Paul Magnier im Rosa Trikot auf die 2. Etappe des Giro d’Italia 2026 am Samstag. Der Auftakt war flach und die Sprinter machten wie erwartet den Sieg unter sich aus. Doch nun wird es anspruchsvoller! Im Finale gilt es eine Bergwertung der 3. Kategorie zu meistern. Vom Gipfel sind es nur noch 11 Kilometer bis ins Ziel – sechseinhalb davon bergab. Die Steigung ist kein Monsterberg, aber es geht zweieinhalb Kilometer mit achteinhalb Prozent hinauf. Die Straße ist eng, so wird sicher vor Beginn der Steigung hart um die Positionen gekämpft.

Laut Wettervorhersage sind am Nachmittag leichte Schauer möglich. 50% Regenwahrscheinlichkeit für das Etappenziel etwa zur Zeit des Etappen-Finales, das Regenradar lässt auch ein paar Tropfen vermuten. Sollte es regnen, macht es das Finale sehr gefährlich. Die Anfahrt zum Ziel ist nicht ohne – hier ist auch ein kühler Kopf gefragt. Die Favoriten auf den Tagessieg sind Puncheure und Spezialisten für hügelige Klassiker. Ob sich bergfeste Sprinter vorn halten können, bleibt abzuwarten.

Die Klassementfahrer wollen sturzfrei ins Ziel kommen, aber auch keine Zeit verlieren – da bei diesem Finale schnell Lücken aufgehen können, werden die Kapitäne versuchen, vorn zu fahren. Die 3-Kilometer-Regel ist für diese Etappe ausgesetzt, jeder Fahrer bekommt die Zeit, mit der er das Ziel erreicht. Positionskampf und Gedränge sind vorprogrammiert! Die Teams der Klassementfahrer sind im Finale voll gefordert!


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Die Strecke der 2. Etappe des Giro

Es geht von Burgas nach Westen. Zunächst flach, bei Rennmitte wird es hügelig. Anschließend ist es bis ins Finale flach, nur leicht wellig.

Diese letzte Steigung ist happig, hat stellenweise 14% Steigung! An der Grafik steht zwar eine „4“, aber laut Roadbook und Reglement ist diese Steigung als 3. Kategorie eingestuft. Vom Gipfel sind es dann nur noch 10,4 Kilometer bis ins Ziel.

Das Finale ist durchaus knifflig. Nach der letzten Steigung geht es mehr als sechs Kilometer bergab, dann etwa vier Kilometer vor dem Ende über eine Brücke und dann 90Grad rechts. Hier sollte man möglichst bereits in guter Position sein. Es geht flach entlang des Flusses, dann zwei Kilometer vor dem Ende links weg vom Fluss und hinauf ins Ortszentrum.

Es gibt zwei Abschnitte mit Kopfsteinplaster – einen unten im flachen Teil, aber auch einen im steilen Abschnitt, rund eineinhalb Kilometer vor dem Ende. Nach der 1000-Meter-Marke flacht es ab, dann geht es nach links auf die Zielgerade. Minimal abschüssig, dann die letzten 300 Meter ganz leicht ansteigend zum Ziel.

Finale der 2. Etappe des Giro 2026

Bergwertungen:
km 116.3 – Byala Pass – m 712 (3ª cat.)
km 134.1 – Vratnik Pass – m 920 (3ª cat.)
km 210.6 – Lyaskovets Monastery Pass – m 452 (3ª cat.)

Sprintwertungen:
Red Bull km 205.5
Traguardi Volanti / Intermediate Sprints km 100.4 – Sliven

Die Favoriten

Für diese Etappe stellen sich mehrere Fragen. Eine ist, welche der endschnellen Männer sich Chancen bei diesem Finale ausrechnen. Denn mit dem kurzen, aber knackigen Anstieg im Finale, werden viele Top-Sprinter große Probleme haben. Fast vier Kilometer bei 7% im Schnitt – da wird es für die schweren Sprinter schwer, wenn das Tempo angezogen wird. Einmal abgehängt, ist die Chance auf den Tagessieg wohl weg – denn bei nur 10 Kilometern bis zur Linie bleibt nicht viel Zeit, zurückzukommen. Wenn nun ein Fahrer wie Jonathan Milan sich kaum Chancen ausrechnet, wird er seine Mannschaft nicht die Verfolgungsarbeit machen lassen. So muss man sich die Frage stellen, wer denn bei dieser Etappe bereit ist, den Ausreißern nachzujagen. Je weniger Mannschaften ein Interesse haben, das Finale gemeinsam zu bestreiten, desto größer die Chance für Ausreißer. So werden sich einige Teams Gedanken machen, ob bei einer solch langen Etappe die Option „Ausreißergruppe“ nicht doch interessant ist.

Auf der anderen Seite ist diese Etappe die große Chance für die Punchuere und bergfesten Sprinter. Diese haben bei flachen Ankünften gegen die Power der Sprinter keine Chance – hier aber finden sie ideales Terrain vor! Und es sind im Giro-Peloton einige dabei! Corbin Strong, Antonio Morgado oder Andrea Vendrame. Auch Fahrern wie Giulio Ciccone, Jhonatan Narváez oder Christian Scaroni liegt solch Finale sehr!

Und dann haben wir noch die Klassementfahrer, die ganz sicher vorn in die Steigung gehen wollen, um bloß nicht Zeit zu verlieren. So wird der Einstieg in die Steigung zur Schlüsselstelle. Ein hektisches Finale kann zu Stürzen, Abständen in der Gesamtwertung führen. Die 3-Kilometer-Regel ist ausgesetzt – alle bekommen die Zeit, mit der sie das Ziel erreichen, auch im Falle eines Sturzes oder Defektes. Um am Ende um den Tagessieg kämpfen zu können, braucht es ein starkes Team, das die Positionsarbeit vor der letzten Steigung macht, Durchsetzungsvermögen, Bergfestigkeit, Abfahrtsqualitäten und vermutlich auch einen kräftigen Punch.

***** –
**** Strong, Christen, Ciccone, Vendrame
*** Morgado, Scaroni, Narvaez
** Zambanini, Ulissi, Bettiol, Turner, Aular
* Bettiol, Pinarello, Valgren, Lund, Buitrago, Marcellusi

Start: 11:50 Uhr*
Ziel: ~17:15 Uhr*

  • *lokale Zeit, Bulgarien ist Deutschland eine Stunde voraus

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