Profil 12. Etappe Giro 2026 (© RCS)

Die Hälfte der Etappen ist geschafft, es verbleiben noch zehn Renntage. Diese zweite Hälfte des Giro ist topografisch anspruchsvoll, vor allem die Schlusswoche. Das bedeutet auch, dass die Chancen für Sprinter so langsam übersichtlich werden. Diese 12. Etappe des Giro 2026 könnte durchaus eine Chance für die endschnellen Männer sein. 176 Kilometer lang, rund 2000 Höhenmeter und ein flaches Finale – das Terrain ist für einen Sprint durchaus geeignet. Doch im Giro-Peloton sind einige Teams und Fahrer, die ungern Paul Magnier, Jonathan Milan & Co. das Feld überlassen wollen.

Diese Etappe scheint auf den ersten Blick wie eine ideale Sprinterangelegenheit. Komplett flach ist es jedoch nicht. Nach 100 Kilometern beginnt ein Abschnitt, in dem auf rund 24 Kilometern satte 800 Höhenmeter zu bewältigen sind. Klar, da sind keine Dolomitenpässe zu meistern, aber es geht in zwei Steigungen bergan. Die zweite hat immerhin fünf Kilometer mit mehr als 6%. Gut möglich, dass man hier im Feld einigen Sprintern auf den Zahn fühlen möchte. Gerade die bergfesten Sprinter könnten hier ihre Helfer anweisen, das Tempo zu machen, um die Konkurrenz in Schwierigkeiten zu bringen. Es ist nach der Steigung aber noch sehr weit ins Ziel – da bleibt durchaus die Chance, eine Lücke zu schließen. Milan, Groenewegen oder andere Sprinter könnten also bergauf einfach ihr Tempo fahren, danach die Helfer einspannen und zurückkommen.

Für den zu erwartenden Ausgang sind solche Überlegungen durchaus wichtig, denn wäre die Chance für einige Sprinterteams zu gering, würden sie sich nicht an der Verfolgungsarbeit beteiligen. Je weniger Sprinterteams die Nachführarbeit machen wollen, desto größer die Chancen für Ausreißer. In diesem Falle scheint es so, als seien die Chancen für Ausreißer nicht besonders groß. Doch löst sich zu Beginn eine große Gruppe, bräuchte es im Feld schon sehr große Anstrengungen, um die Gruppe zurückzuholen. Einige Teams sind dezimiert, oder ihr Sprinter ist angeschlagen. So wird sich die Arbeit wohl vor allem auf die Mannschaften Lidl-Trek, die Rockets und vielleicht auch Decathlon-CGA-CGM verteilen. Diese Teams sind noch vollzählig, könnten also durchaus zusammenspannen und ausreichend Kräfte fürs Finale schonen. Allerdings müssen sie zu Beginn aufpassen, dass keine zu große Ausreißergruppe entsteht.


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Die Strecke

Los gehts in Impera, gut zwei Autostunden entfernt vom gestrigen Etappenziel in Chiavari. Nach dem Start geht es zunächst weg von der Küste, leicht wellig. Dann wieder zurück an die Küste und nordostwärts. Nachdem Savona passiert ist, geht es direkt nach Norden und nach dem Sprint in Stella auch bergan. Zwei Anstiege kurz nacheinander. Keine schlimmen Berge, aber doch 800 Höhenmeter innerhalb von 24 Kilometern.

Nach der Bergwertung sind es noch rund 50 Kilometer bis ins Ziel. Diese sind nicht komplett flach, aber nur leicht wellig. Das Finale ist nicht sehr kompliziert – es geht lange geradeaus, leicht bergan zur Linie.

Finale 12. Etappe des Giro 2026

Die Favoriten

Es ist eine gute Chance für die Sprinter und vermutlich werden sie sich diese nicht nehmen lassen. Zudem geht es auch im Kampf ums Ciclamino um wichtige Zähler – satte 50 Punkte bekommt der Tagessieger. Jonathan Milan hat seinen Etappensieg noch nicht eingefahren, möchte das gern ändern. Die Rockets wollen ebenfalls jede Chance für einen Sprint nutzen. Bei Paul Magnier ist es etwas anders, er hat schon zwei Siege eingefahren. Gegen einen weiteren hätte er aber ganz sicher nichts einzuwenden.

Tempofeste Ausreißer sollte man natürlich nicht komplett abschreiben – hier kommt fast das halbe Feld in Frage, sollte sich tatsächlich eine große Gruppe lösen und durchkommen.

***** Milan
**** Magnier
*** Groenewegen
** Turner, Aular, Lund
* Stuyven, Morgado, Mihkels, Strong, Zambanini, Silva, Malucelli

Start: 13:05 Uhr
Ziel: ~17 Uhr