Profil 14. Etappe Giro 2026 (© RCS)

Die nächste Bergankunft! Die 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 führt von Aosta zur Bergankunft in Pila. Nur 133 Kilometer lang, aber mit satten 4200 Höhenmetern! Eine heftige Etappe, die im Kampf um die Gesamtwertung von enormer Bedeutung ist. Es ist die einzige ganz schwere Bergetappe in der zweiten Woche des Giro und der Ausgang wird über die Voraussetzungen für die Schlusswoche entscheiden.

Die Fahrer spüren inzwischen die Anstrengungen der vergangenen zwei Wochen und bei solch Etappe, mit einem heftigen Bergauf-Start, ist Feuerwerk ab der Startflagge möglich. Selbst für starke Teams ist es auf diesem Terrain sehr schwer, das Rennen zu kontrollieren. Die Kapitäne sind voll gefordert und ein kurzer Moment der Schwäche kann verheerende Auswirkungen haben. Wer am ersten Anstieg in Probleme gerät, wird nur ganz schwer wieder zurückkommen können.

Gut möglich, dass es ein echter Vollgas-Tag wird und alle Fahrer an ihre Grenzen kommen. Für die Sprinter geht es ums Zeitlimit, für die Klassementfahrer um jede Sekunde im Kampf um Rosa. Diese Etappe ist so schwer, dass es am Ende vermutlich große Abstände zwischen den Klassementfahrern geben wird. Auch wenn die Schlusswoche dieses Giro noch ganz schwere Etappen parat hält – dieses Teilstück ist von großer Bedeutung im Kampf um Rosa.

Kampf um Rosa

Die Ausgangslage in der Gesamtwertung lässt einen Wechsel des Rosa Trikots als sehr wahrscheinlich erscheinen. Denn Afonso Eulálio geht mit nur 33 Sekunden Vorsprung auf Jonas Vingegaard in diese Etappe. Eulálio liefert bislang einen exzellenten Giro, hat Rosa überraschend auch am Dienstag im Zeitfahren verteidigt und wird sich ganz sicher nicht einfach geschlagen geben. Doch Vingegaard ist der große Favorit und ganz sicher wird es auf dieser Etappe zur Sache gehen.

Wird diese 14. Etappe eine Vorentscheidung in Sachen Gesamtsieg bringen? Holt sich Vingegaard Rosa und baut seinen Vorsprung gegenüber Thymen Arensman und Felix Gall zu einem üppigen Polster aus? Das bleibt abzuwarten, denn auch hinter die Form von Vingeaard kann man ein Fragezeichen setzen. Das recht schwache Zeitfahren warf Fragen auf, kurz danach bestätigte der Däne, dass auch er etwas kränkelte. Ist er nun wieder bei 100%?

Auch der Kampf ums Podium dieses Giro wird auf dieser Etappe entbrennen. Vor dieser Etappe trennen den Gesamtvierzehnten Egan Bernal weniger als vier Minuten von einem Platz auf dem Podium. Auf dem Weg nach Pila wird es zur Sache gehen und auch hier vielleicht etwas mehr Klarheit in Sachen Kräfteverhältnisse geben.


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Die Strecke der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026

Start und Ziel der Etappe liegen nicht weit auseinander, der Weg nach Pila ginge deutlich einfacher. Aber darum geht es natürlich nicht. Die Organisation hat eine brutale Etappe entworfen, im Aosta-Tal rechts und links die Hänge hinauf. Direkt nach dem Start geht es los – die erste Steigung.

Schon die erste Steigung hat es in sich! Fast 16 Kilometer lang und mehr als 6% im Schnitt – obwohl es mehrere kurze flache Passagen gibt. Kurz nach dem Start ein richtig heftiger Start in die Etappe.

Nach der langen Abfahrt geht es im Tal ein paar Kilometer flach, dann zum Zwischensprint und anschließend wieder bergan. Diesmal aber nur eine kurze Steigung. Wieder eine Abfahrt und anschließend wieder hinauf.

Diesmal geht es durch ein kurzes Flachstück unterbrochen erneut rund 13 Kilometer bergauf. Zunächst satte 7 Kilometer mit fast 8% zum Lin Noir. Danach dann nochmals mehr als fünfeinhalb Kilometer mit fast 7% nach Verrogene. Durchaus happig!

Es folgt eine sehr lange Abfahrt, dann im Tal ein kurzes Flachstück. Anschließend geht es zum Red Bull km und dann zur Schlusssteigung.

Die Steigung nach Pila ist lang, im unteren Teil aber noch moderat steil. Die ersten zwei Kilometer haben nur rund 5%, doch danach wird es steiler und die letzten fünf Kilometer liegen über den durchschnittlichen 7,1% des gesamten Anstiegs. Es ist nicht der steilste oder längste Berg – aber doch ein happiger Anstieg am Ende einer heftigen Etappe. Hier können schnell riesige Lücken aufgehen.

Finale der 14. Etappe des Giro 2026

Bergwertungen:
km 18.1 – Saint-Barthélémy – m 1619 (1ª cat.)
km 61.8 – Doues – m 1173 (3ª cat.)
km 82.3 – Lin Noir – m 1284 (1ª cat.)
km 92.1 – Verrogne – m 1587 (2ª cat.)
km 133 – PILA (Gressan) – m 1793 (1ª cat. – Arrivo/Finish)

Sprintwertungen:
Red Bull km – km 116.0
Intermediate Sprint – km 53.9 – Roisan

Die Favoriten

Eine kurze Etappe, bei der es vermutlich direkt nach dem Start zur Sache geht. Für Ausreißer bleibt nicht viel Zeit, sich einen Puffer zu verschaffen, die Top-Klassementfahrer sind voll gefordert und fahren ihr Rennen aus. Holt ein starker Kletterer aus einer Fluchtgruppe den Tagessieg, oder jubelt einer der Klassementfahrer? Das wird von der Renngestaltung abhängen. Mit der schweren Schlusssteigung scheint es wahrscheinlich, dass der Kampf um Rosa auch zum Kampf um den Tagessieg wird.

Viele der Klassenmentfahrer wollen sicher versuchen, einen Helfer in einer Fluchtgruppe zu platzieren. Damit dieser dann im späteren Verlauf der Etappe helfen kann. Wird der Helfer dann nicht gebraucht, kann er auf Etappensieg gehen. Nicht nur das Visma-Team hat diese Taktik in den vergangenen Jahren immer wieder angewendet. Doch nur sehr starke Kletterer kommen am Samstag für den Tagessieg in Frage. Piganzoli, Caruso, Kuss, Mühlberger wären starke Helfer, die aus einer Gruppe auf Etappensieg gehen könnten. Im Falle von Mühlberger darf man aber wohl eher erwarten, dass er bei Kapitän Gall bleibt.

***** Jonas Vingegaard
**** Gall
*** Gee, Arensman, Pellizzari
** O’Connor, Hindley, Rondel,
* Rubuo, Kuss, Bernal, Piganzoli, Storer, Caruso, Eulálio

Start: 12:55 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr

Offizielle Website: www.giroditalia.it