
Célia Gery (FDJ United – Suez) hat eine spannende 7. Etappe des Giro d’Italia Women vor Lucinda Brand (Lidl-Trek) gewonnen. Die beiden gehörten zur Spitzengruppe, die einen kleinen Vorsprung auf das Feld behaupten konnte. Dritte wurde Chantal Pegolo (Isolmant-Premac-Vittoria), die zur ursprünglichen Fluchtgruppe des Tages gehörte. Gery und Brand waren erst in der Abfahrt auf den letzten 20 km der Etappe dazugestoßen.
In der Gesamtwertung gab es auf den vorderen Plätzen keine Veränderungen. Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) liegt weiter vor Demi Vollering (FDJ United – Suez) und Antonia Niedermaier (Canyon/SRAM).
Die 7. Etappe: 160 meist flache Kilometer zwischen Sorbolo Mezzani und Salice Terme mit einem Anstieg der 3. Kategorie.
Was sonst so passierte:
Der üblichen Fluchtgruppe gehörten fünf Fahrerinnen an: Chantal Pegolo (Isolmant-Premac-Vittoria), Marjolein van ‘t Geloof (Laboral Kutxa-Fundación Euskadi), Alison Jackson (St Michel-Preference Home-Auber93), Sara Luccon (Top Girls Fassa Bortolo) und Gaia Segato (Vini Fantini-BePink) waren allesamt keine Gefahr für das Gesamtklassement. Die Versuche weiterer Fahrerinnen, nach vorne zu fahren, waren nicht von Erfolg gekrönt.
Das Feld ließ den Vorsprung auf über 8 Minuten anwachsen – 50 Kilometer vor dem Ziel lag das Quintett immer noch viereinhalb Minuten vorne. Für Aufregung sorgte in dieser Rennphase ein Sturz im Hauptfeld, bei dem auch das Rosa Trikot betroffen war. Die Gruppe um Anna van der Breggen konnte jedoch rasch wieder aufschließen. Der einzige Zwischensprint des Tages in Zavattarello ging an die Fluchtgruppe: Hier holte sich Sara Luccon 12 Punkte und 6 Bonussekunden. Auf dem Weg zum Pietragavina (3. Kat.) wurde aus dem Spitzenquartett ein -trio. Segato gewann die Bergwertung vor Pegolo und Jackson – das Feld war nun bis auf 30 Sekunden herangekommen.
In der folgenden Abfahrt gab es einige Attacken aus dem Feld, sodass Lucinda Brand, Silvia Persico, Célia Gery und Elisa Longo Borghini zur Spitze aufschlossen. Im Feld machten nun Canyon/SRAM, Uno-X Mobility und Human Powered Health Tempo – es sollte aber nicht mehr reichen, um die Ausreißer einzuholen. Célia Gery gewann den Sprint vor Lucinda Brand – das Feld rauschte wenige Sekunden später über die Ziellinie.
Erkenntnisse des Tages:
- Célia Gery nutzte ihre Chance auf einen Tagessieg, nachdem Kapitänin Demi Vollering ihr freie Fahrt gegeben hatte. Gery hatte in der Abfahrt vom Pietragavina attackiert und war zusammen mit Lucinda Brand, Silvia Persico, und Elisa Longo Borghini zur Fluchtgruppe nach vorne gefahren. Vollering wies in dieser Phase ihre Teamkolleginnen im Feld an, nicht die Nachführarbeit zu übernehmen, obwohl Longo Borghini vorne war. Damit bewies sie ein gutes Händchen: Gery sprintete zum Etappensieg und andere Teams sorgten mit der Tempoverschärfung auf den letzten Kilometern dafür, dass Longo Borghini auch nur 5 Sekunden gutmachen konnte.
- Elisa Longo Borghini hat mit ihrer Attacke in der Schlussphase heute viel investiert – zwischenzeitlich lag sie mit ihrer Gruppe über 30 Sekunden vor der GC-Konkurrenz, ein Podiumsplatz schien für die Sechste im Klassement wieder in Reichweite. Doch der Vorsprung schmolz wie Spaghettieis auf einer unüberdachten Sommerterrasse – am Ende lag sie nur 5 Sekunden vor dem Feld, Bonus-Sekunden konnte sie auch keine mehr holen. Ein schwacher Trost: Mit ihrer angriffslustigen Fahrweise hat sie diese Etappe geprägt und zum Sieg der Ausreißer beigetragen.
- Schreckmoment für Anna van der Breggen im Rosa Trikot, als sie rund 57 km vor dem Ziel zusammen mit etwa zehn Fahrerinnen stürzte. Nach einer Pause saß sie wieder auf dem Rad und wurde von ihren Teamkolleginnen wieder herangefahren. Das Ziel erreichte sie mit den anderen GC-Favoritinnen, ohne dass ihr Team im Finale noch in die Nachführarbeit einsteigen musste.
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