
Romain Grégoire (Groupama – FDJ United) hat die zweite Etappe der 89. Tour de Suisse gewonnen. Der Franzose gehörte zur Ausreißergruppe des Tages und setzte sich im Sprint vor Marcel Camprubí (Pinarello Q36.5 Pro Cycling) und Bart Lemmen (Team Visma | Lease a Bike) durch.
In der Gesamtwertung baut Tadej Pogačar (UAE Team Emirates – XRG) seine Führung weiter aus. Er griff im Finale an, löste sich aus dem Hauptfeld gemeinsam mit Mathias Vacek (Lidl – Trek). Sie schlossen beinahe noch zur Spitze auf, doch es reichte nicht mehr. Vacek wurde Tagessechster, Pogacar folgte dahinter. In der Gesamtwertung liegt Pogacar nun 2:50 Minuten vor Richard Carapaz (EF Education – EasyPost). Gesamtdritter ist weiterhin Andrea Bagioli (Lidl – Trek).
Die Etappe: Rund 150 Kilometer rund um Locarno. Mit zwei giftigen Steigungen im Finale.

Was sonst so passierte:
Eine große Gruppe löste sich – mit dabei waren Emiel Verstrynge (Alpecin – Premier Tech), Afonso Eulálio (Bahrain Victorious), Ewen Costiou (Groupama – FDJ United), Romain Grégoire (Groupama – FDJ United), Bauke Mollema (Lidl – Trek), Filippo Zana (Soudal – Quick Step), Finlay Pickering (Team Jayco AlUla), Chris Hamilton (Team Picnic PostNL), Bart Lemmen (Team Visma | Lease a Bike), Marco Schrettl (XDS Astana Team), Milan Vader (Pinarello – Q36.5 Pro Cycling Team), Marcel Camprubi Pijuan (Pinarello – Q36.5 Pro Cycling Team), Alfred Wright (Pinarello – Q36.5 Pro Cycling Team) und Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling Team).
Im Feld kontrollierte das UAE-Team das Tempo. Der bestplatzierte Ausreißer in der Gesamtwertung war Pickering mit etwas weniger als fünf Minuten Rückstand auf Pogacar.
Das UAE-Team machte lange das Tempo, hielt den Abstand der Ausreißer bei rund zwei Minuten. Etwa 20 Kilometer vor dem Ende zog sich UAE in der Verfolgungsarbeit für einen Moment zurück, bestimmte dann im Anstieg wieder das Tempo und dünnte das Feld aus. Pogacar spannte sich in den Dienst seines Teamkollegen Jhonatan Narvaez und machte selbst Verfolgungsarbeit. Doch in der letzten Steigung konnte Narvaez nicht folgen und fiel zurück, Pogacar und Vacek zogen durch, konnten die Spitze aber nicht mehr einholen. Dort sprintete Grégoire zum Etappensieg.
Die Erkenntnisse des Tages:
- Chance gesucht, Chance genutzt – Romain Grégoire sorgt für den ersten WorldTour-Sieg seines Teams in diesem Jahr. Ein bedeutender Erfolg für die Mannschaft Groupama-FDJ United! Anteil daran hatte auch Teamkollege Ewen Costiou, der ebenfalls in der Fluchtgruppe war und für seinen Teamkollegen rackerte. Costiou und Grégoire – ein starkes Duo, das nun für 4 der 5 Saisonsiege der Mannschaft verantwortlich ist.
- Starker Auftritt von Mathias Vacek – er konnte bergauf Tadej Pogacar folgen, als Einziger. „Das kommt nicht so oft vor“, sagte er nach dem Rennen mit einem Lachen. Hätte sein Lidl-Team in der Verfolgungsarbeit etwas mehr investiert, wäre der Tagessieg drin gewesen.
- Pogacar baut seine Führung weiter aus, agiert weiter eindrucksvoll. Im Finale wirkte es so, als sei die Taktik auf den endschnellen Teamkollegen Jhonatan Narvaez ausgelegt. Pogacar machte die Tempoarbeit, doch Narvaez konnte in der letzten Steigung nicht folgen. Pogacar zog durch, baute zumindest die Gesamtführung aus.
Im Rennen der Frauen siegte Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) und übernimmt das Gelbe Trikot. In der vorletzten Steigung griff Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM) an und das Feld brach auseinander. Nach der Bergwertung lösten sich Niewiadoma und Longo Borghini aus der kleinen Favoritinnen-Gruppe und rissen bergab eine Lücke. In der letzten Steigung hängte Longo Borghini auch die Polin ab und fuhr im Solo zum Sieg. Niewiadoma und Marlen Reusser verpassten kurz vor dem Ziel einen Abzweig, mussten umkehren und verloren Zeit und Positionen. So wurde Sarah Van Dam (Team Visma | Lease a Bike) Zweite, Steffi Häberlin (Team SD Worx – Protime) Dritte.
Im Finale stürzte Urška Žigart (AG Insurance – Soudal) an einer Bodenwelle schwer. Sie brach sich den Kiefer und musste das Rennen aufgeben.

