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UCI und die Sympathiepunkte

Der Radsportweltverband ist wenig beliebt. Das mag als regelsetzendes Organ ein wenig per se dazugehören, doch die UCI hat mit einem Mix aus Modernisierungsverweigerung und inkonsequenter Regelauslegung die Beliebtheitswerte zuletzt nicht steigern können. Im Gegenteil. Viele Dinge sind komplex, Sicherheitsthemen beispielsweise. Doch auch da scheint der Weltverband zuweilen mindestens ungeschickt zu kommunizieren. Inzwischen wird ohnehin jede Aktion oder Regeländerung der UCI kritisch gesehen, das Sockenlängen-Thema lässt grüßen. Im Kern geht es in der Kritik oft darum, dass der Weltverband sich scheinbar um weniger bedeutende Dinge kümmert, während sicherheitsrelevante Sachen zu wenig beachtet werden. Hier lieferte die Tour de Suisse wieder ein Beispiel.

Ein übler Bodenschweller an der 1000-Meter-Marke sorgte im Frauenrennen auf der zweiten Etappe für Stürze. Urška Žigart brach sich den Kiefer. Berechtigt gab es kritische Stimmen. Selbstverständlich ist das nicht nur ein Thema für die UCI, sondern auch für den Veranstalter. Wenige Tage später tauchte im Jury-Report eine satte Strafe für Mathieu van der Poel von 500 Schweizer Franken auf, weil er beim Zeitfahren mit freiem Oberkörper auf dem „heißen Stuhl“ saß. Dabei ist „heißer Stuhl“ an dieser Stelle auch sprichwörtlich korrekt, denn es war super heiß und der Niederländer wartete dort bis zum letzten Fahrer, der ihn dann tatsächlich noch überholte. Es ist gemäß Reglement durchaus vertretbar, eine Strafe auszusprechen, doch ist es angemessen? An einem brutal heißen Tag, wo er in einem Zelt hockt und wartet?

Es sind genau solche Sachen, die beim ohnehin schwierigen Standing der UCI nicht förderlich sind. Wieder wird der Eindruck erweckt, die falschen Prioritäten zu setzen. Man kann es kritisieren, dass Van der Poel oberkörperfrei auf dem „heißen Stuhl“ sitzt, wo klar ist, dass die Kameras ihn beobachten. Fingerspitzengefühl der Kommissäre würde auch guttun. Vielleicht wird ja bei der Ausgestaltung der nächsten Regel-Reform ein Passus eingefügt, dass die Veranstalter bei Zeitfahren ein T-Shirt mit „I ❤️ UCI“ im VIP-Kühlschrank vorhalten müssen, sollte der Sportler mangels Teamausrüstung oder Hitze ohne Textil auf dem „heißen Stuhl“ platznehmen.


Die Erkenntnisse werden präsentiert von: CyclusTools

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