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5 Hot Takes von Bernd Landwehr

Van der Poel holt in Barcelona in Gelb

Evenepoel oder Lipowitz? Pogacar oder Vingegaard? Wer kann sich zum Auftakt das Gelbe Trikot sichern? Heiß diskutiert wird der zu erwartende Ausgang des Teamzeitfahrens. Ob nun Evenepoel oder Pogacar am ersten Tag in Gelb strahlen, wird sich zeigen – für eine Überraschung wird das Abschneiden von Mathieu van der Poel sorgen! Das Alpecin-Team hat viel in die Vorbereitung investiert und Leader Van der Poel ist in herausragender Form! Anders als etwas bei Red Bull gilt die gesamte Konzentration einem einzigen Fahrer!

Alpecin wird ein herausragendes Teamzeitfahren abliefern und Mathieu van der Poel in Barcelona Gelb holen. Wenn nicht direkt am ersten Tag, dann eben dank der Bonifikation am zweiten Tag – dann geht es im Finale den Montjuïc hinauf.

Uijtdebroeks – als bester Belgier in den Top5

Vor wenigen Jahren als Super-Mega-Talent gehandelt, inzwischen abseits des großen Rampenlichts. Noch vor 3-4 Jahren galt Cian Uijtdebroeks als künftiger Toursieger. Hyper ehrgeizig, akribisch, talentiert – aber auch kein einfacher Charakter. Der Belgier erzwang den Wechsel von Bora zu Visma, kam dort auch nicht klar und fährt nun für Movistar. Sein Grand-Tour-Debüt gab er 2023 für Bora, wurde Achter bei der Vuelta. Seitdem hat er keine Grand Tour mehr beendet. Einige Rückschläge, Probleme an den Beinarterien und zwei Teamwechsel später rollt er nun für Movistar in Barcelona an den Start. Und er wird für eine Überraschung sorgen!

Zunächst unter dem Radar wird sich Cian Uijtdebroeks in der Gesamtwertung vorn festsetzen und am Ende der drei Wochen überraschend in den Top5 landen! Als bester Belgier, denn Remco Evenepoel stellt sich nach glanzvollen Auftritten zu Beginn vollends in den Dienst von Florian Lipowitz und wird in der Gesamtwertung im Kampf ums Podium keine Rolle spielen.

Uno-X gewinnt 3 Ausreißeretappen

Team-Karamba! Die norwegische Mannschaft Uno-X Mobility bringt mehr PS bei der Tour an den Start als die gesamte Skoda-Flotte der Begleitfahrzeuge. Tretmaschinen wie Jonas Abrahamsen, dazu der endschnelle Magnus Cort und die Johannessen-Brüder. Anthon Charmig, Sören Waerenskjold und Torstein Trean. Dazu der norwegische Meister Anders Skaarseth. In jeder Ausreißergruppe bei dieser Tour wird mindestens ein Uno-X Mobility dabei sein. Das Team aus herausragenden Rouleuren spielt die Karten gut aus und schlägt gleich mehrfach zu. Gerade bei den welligen Abschnitten brennen die Norweger (und Dänen) ihre Spuren in den Asphalt. Muss die Konkurrenz, und die Skoda-Flotte, an die Ladestation, sind die unkaputtbaren Uno-X-Tretmaschinen bereits wieder unterwegs.

Nicht ein, nicht zwei, satte drei Etappensiege holte das Team bis zum Ende der Tour – beflügelt von einem frühen Erfolg.

Dicke Einträge ins Hausaufgabenheft von Lidl-Trek

Kein Podium, kein Wertungstrikot, kein Etappensieg – für das Team Lidl-Trek wird es eine schwierige Tour de France. Man fährt gut, agiert als Team, aber es reicht eben auf absolutem Weltspitze-Niveau nicht für ganz vorn. Das aber sind die Ansprüche, beim Budget-Riesen aus Neckarsulm. Siege lassen sich schwer kaufen, Top-Fahrer-Personal bedeutet nicht gleichzeitig den großen Erfolg. So bekommt die Teamleitung um Andy Schleck das Hausaufgabenheft gefüllt.

Die Ansprüche sind immens, die Hoffnungen riesig. Lidl-Trek hat eine sehr starke Mannschaft, die sich über viele Jahre als Truppe mit viel Zusammenhalt auszeichnete. Doch nun ist Unruhe im Team, ganz normal bei viel Veränderung. Die neu angeschobenen Verbesserungen greifen noch nicht vollends, die lange Zeit funktionierenden Strukturen aber wurden verändert. Das Projekt braucht Zeit.

Ekstase im Elsass – deutscher Etappensieg in Le Markstein

Das Elsass wird fest in der Hand der deutschen Radsportfans sein, wenn die Tour in der zweiten Woche ganz dicht an die deutsche Grenze kommt. In der Vergangenheit waren stets viele Fans in den Vogesen, der Lipo-Hype wird das noch anschieben. Familie, Freunde, Wegbegleiter – für die deutschen Fahrer wird es ein Heimspiel! Die Motivation am Anschlag, das Terrain schwer – Vollgas! Schon Heinrich Haussler (geht hier mal als Deutscher durch) hat 2009 auf dem Weg nach Colmar bewiesen, dass Motivation und Heimatnähe die Gesetze von Schwerkraft und Ermüdung verschieben können.

Auf Etappe 14 der Tour de France gibt es einen deutschen Etappensieg – vermutlich den ersten seit Nils Politt 2021. Ob nun Georg Zimmermann oder Georg Steinhauser als Ausreißer, oder eben Florian Lipowitz aus der Gruppe der Favoriten.

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