Profil der 6. Etappe der Tour de France 2026 (Foto: © ASO)

6. Etappe kompakt: Pau – Gavarnie-Gèdre | 186,2 km | ~4100 hm


Es geht von Pau hinein in die Pyrenäen. Diese 6. Etappe ist 186 Kilometer lang und führt nach Gavarnie-Gèdre – eine Bergankunft der 2. Kategorie. Die größte Herausforderung ist nicht die Schlusssteigung, sondern der Col du Tourmalet – ein Anstieg der HC-Kategorie. In Summe müssen zwischen Pau und dem Etappenziel mehr als 4100 Höhenmeter bewältigt werden – es ist eine schwere Bergetappe!

Mythos Tourmalet

Vom Gipfel des Tourmalet sind es zwar noch 38 Kilometer bis ins Tagesziel (davon rund 20 bergab), doch der Anstieg ist so lang und schwer, dass dort durchaus die Vorentscheidung fallen kann. Es ist ein legendärer Berg, mit vielen Geschichten und Dramen. Natürlich werden die TV-Reporter die Geschichte von Eugène Christophe erzählen, der 1913 einen Gabelbruch in der Abfahrt erlitt, das Rad selbst in einer Schmiede reparierte und dann eine Zeitstrafe erhielt, weil ein Junge den Blasebalg bediente. Und auch die Geschichte von Octave Lapize darf nicht fehlen, mit seinem Ausspruch „Ihr seid Mörder!“ in Richtung Tour-Organisation, nachdem 1910 die Strecke über den Col du Tourmalet und Col d’Aubisque führte. Es ist einer der ganz wenigen Anstiege, die beinahe so berühmt sind, wie die Tour de France selbst.

Der Tourmalet ist lang, schwer und oft Ort entscheidender Angriffe, oder heftiger Einbrüche. In diesem Jahr wird er von Osten, von der schwereren Seite erklommen. Da geht es durch den Skiort La Mongie und dessen Bettenburgen. Ganz sicher ist die Steigung schwer genug, um die Leistungsunterschiede zwischen den besten Bergfahrern sichtbar werden zu lassen. Gut möglich, dass Tadej Pogacar die Gelegenheit zum Angriff nutzt und für eine Vorentscheidung sorgen wird. Wer kann folgen? Wer kann auf dem Weg zum Ziel die Lücke wieder schließen?

Im Kampf um die Gesamtwertung ist dies wohl eine sehr bedeutsame Etappe. Wer am Tourmalet abgehängt wird, kann bis zum Ziel einen großen Rückstand kassieren. Bislang waren die Top-Fahrer bergauf noch nicht ernsthaft gefordert, das wird sich am Tourmalet ändern.

Es gibt einige Fragen, die an diesem Anstieg endlich beantwortet werden. Beispielsweise, ob Jonas Vingegaard nach dem Girosieg und anschließender Pause tatsächlich bereits in Topform ist. Und auch, ob Pogacar bereit ist, schon so früh All In zu gehen. Ob die Red-Bull-Doppelspitze den Tourmalet übersteht und Florian Lipowitz tatsächlich besser klettert als Remco Evenepoel. Wie fit Paul Seixas nach seinem Sturz bei der Dauphine ist, und was Juan Ayuso leisten kann. Und kann Torstein Træen sein Gelbes Trikot verteidigen? Es ist ein Tag der Antworten, auf entscheidende Tour-Fragen.


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Die Strecke der 6. Etappe

Die Karte der 4. Etappe der Tour de France 2026
(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)

Los geht’s in Pau, die ersten Kilometer nur leicht wellig. So richtig bergauf geht es erst ab 80 Kilometer vor dem Ende. Dann steht zunächst der Aspin an, ein 12-Kilometer-Anstieg mit rund sechseinhalb Prozent Steigung. Es folgt die Abfahrt, dann der schwerste Anstieg des Tages – der berühmte Col du Tourmalet. Satte 17 Kilometer bergauf, mit mehr als sieben Prozent im Schnitt. Die ersten fünf Kilometer noch moderat, die letzten neuneinhalb Kilometer bis zum Gipfel haben im Schnitt 9%! Ein garstiger Anstieg!

Profil Tourmalet | TDF 2026

Die Abfahrt vom Tourmalet ist schnell und lang. Unten angekommen geht es direkt links weg zur Schlusssteigung. Im Finale der Etappe geht es zwar lange bergan, aber nur mit rund 4% im Schnitt. Es ist keine schwere Bergankunft.

Das Finale der 4. Etappe der Tour de France 2026
(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)

Bergwertungen
4. Kat | Km 50.9 – Côte de Loucrup 1.9km at 7.1%
3. Kat | Km 77.3 – Côte de Mauvezin 3km at 6.8%
1. Kat | Km 118.1 – Col d’Aspin 12km at 6.5%
HC Kat | Km 147.8- Col du Tourmalet 17.1km at 7.3%
2. Kat | Km 186.2 – Gavarnie-Gèdre 18.7km at 3.7%

Sprintwertung
KM 58.5 • POUZAC

Die Favoriten

Die Frage ist, plant Tadej Pogacar einen Großangriff, oder lässt man Ausreißer gewähren? Die erste Hälfte der Etappe ist flach, hier könnten Ausreißer sich ein üppiges Polster verschaffen. Doch sie müssten wohl mit großem Vorsprung in den Tourmalet fahren, um vor den Top-Kletterern zu bleiben, wenn diese dort Vollgas geben.

Viele taktische Optionen gibt es nicht. Natürlich würden gern einige Mannschaften einen Helfer für den GC-Kapitän in der Gruppe des Tages platzieren, damit dieser dann nach dem Tourmalet noch Helferdienste verrichten kann – bei diesem Finale kann das sehr, sehr wertvoll sein. Stichwort Relaisstation. Doch man muss abwarten, welche Gruppenkonstellationen das UAE-Team gewillt ist, ziehen zu lassen, oder ob sie selbst Helfer mitschicken, die dann nach einem Pogacar-Angriff am Tourmalet helfen können.

***** Tadej Pogacar
**** Jonas Vingegaard
*** Seixas, Del Toro, Evenepoel, Martinez, Pidcock
** Johannessen, Ayuso, Lipowitz, Carapaz
* Baudin, Van Eetvelt, Rubio, Plapp, Storer, O’Connor, Paret-Peintre, Bernal

Start: 12:25 Uhr
Ziel: ~17:20 Uhr