
Nach dem ersten Ruhetag geht es mit einer kniffligen Etappe durchs Zentralmassiv weiter. Insgesamt 166 Kilometer von Aurillac nach Le Lioran. In Summe sind rund 3900 Höhenmeter zu bewältigen. Eine solch anspruchsvolle Etappe direkt nach dem Ruhetag könnte für einige Fahrer zum Problem werden. Denn die Etappe hat in der zweiten Hälfte kaum flache Meter, es geht hoch und runter, rechts und links. Wer hier nach dem Ruhetag nicht sofort den richtigen Tritt findet, kann schnell abgehängt werden und in Schwierigkeiten geraten.
Für die Klassementfahrer ist es ein tückisches Teilstück. Auf diesem Terrain kann man als Team das Rennen nur schwer kontrollieren. Die Straßen sind schmal, einige Abschnitte sind steil und die Abfahrten nicht ohne.
Wird es ein Tag für Klassementfahrer, oder kann sich ein Ausreißer den Tagessieg sichern? Beides ist möglich. Formiert sich eine stark besetzte Gruppe zu Beginn, kann diese durchaus einen größeren Vorsprung mit ins Finale nehmen. Der Zwischensprint ist früh im Rennen und das Terrain dort wellig – möglicherweise möchte Lidl-Trek erneut kontrollieren und Mads Pedersen die Chance bieten, sich die Zähler zu holen. Dann würde die Gruppe des Tages erst nach der Sprintwertung entstehen. Je nach Zusammensetzung würde dann das Team UAE entscheiden, ob sie nachsetzen, oder die Gruppe ziehen lassen. Das Finale ist in jedem Fall schwer genug, dass die Top-Klassementfahrer zum Angriff blasen. Es könnte also durchaus zwei Rennen in einem geben – eines um den Tagessieg, das andere um die Gesamtwertung.
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Die Strecke

(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)
Nach dem Start geht es zunächst gen Süden, anschließend dann nordostwärts. Die Sprintwertung wird bereits nach nur rund 25 Kilometern abgenommen – gut möglich, dass die Sprinter hier zuschlagen. Wenig später wird das Terrain dann anspruchsvoller. Nach rund 65 Kilometern geht es dann hoch zur ersten Bergwertung des Tages – anschließend geht es für einige Kilometer flach weiter, danach nur noch auf und ab bis ins Ziel.
Im Finale wird eine große Schleife um den Zielort Le Lioran gedreht. Sechs Bergwertungen auf den letzten 72 Kilometern zum Ziel – rund 2300 Höhenmeter müssen dabei bewältigt werden.
Der drittletzte Berg ist der Puy Mary – Pas de Peyrol. Hier geht es 7,8km mit 6% bergauf – doch die letzten eineinhalb Kilometer sind mehr als 9% steil! Schon das ist ein happiger Anstieg, gefolgt von einer langen, kurvenreichen Abfahrt zu nächsten Berg – dem Col de Pertus.
Diese vorletzte Steigung ist knackig – viereinhalb Kilometer mit fast 9% im Schnitt. Wobei es ein kurzes Flachstück gibt, für mehr als einen Kilometer geht es sogar mit 11% hoch. Es folgt eine schnelle Abfahrt, dann geht es zur letzten Bergwertung nochmals rund sechs Kilometer mit fast fünf Prozent hinauf. Nach der Bergwertung geht es nochmals zwei Kilometer bergab, dann zum Ziel wieder durchaus steil bergan.
Besonders Jonas Vingegaard hat sehr gute Erinnerungen an Le Lioran. Denn hier bezwang er 2024 Tadej Pogacar im Sprint und holte sich den Etappensieg! Die kurze, aber steile Rampe zum Ziel verlangt Explosivität und Timing. Im Jahr 2024 ging Pogacar am Ende die Energie aus – nimmt er nun Revanche?

(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)
Bergwertungen:
3. Kat | Km 68 – Côte de Pailherols | 3km at 7.2%
2. Kat | Km 97.3 – Col de la Griffoul | 5.9km at 6.7%
3. Kat | Km 103.8 – Col de Prat de Bouc | 3.1km at 6.5%
3. Kat | Km 118.8 – Côte de Murat | 5.2km at 5.3%
1. Kat | Km 135.7 – Puy Mary – Pas de Peyrol | 7.8km at 6%
1. Kat | Km 152.1 – Col de Pertus | 4.4km at 8.5%
3. Kat | Km 163.9 – Col de Font de Cère | 3.1km at 5.8%
Sprintwertung:
KM 25.5 • LACAPELLE-DEL-FRAISSE
Die Favoriten
Bergfeste Ausreißer, oder Klassementfahrer – wer holt sich in Le Lioran den Etappensieg? Das hängt von vielen Faktoren ab. Kontrolliert Lidl-Trek bis zur Sprintwertung, oder geht Mads Pedersen selbst in die Offensive? Wie ist die Gruppe zusammengesetzt, die sich löst? Welche Interessen hat UAE? Fahrer wie Ben Healy, Kevin Vauqeulin oder auch Tom Pidcock liegt dieses Terrain sehr. Ob UAE einen Fahrer wie Mattias Skjelmose ziehen lassen würde, ist vielleicht eher nicht zu erwarten – aber auch für ihn wäre es ein sehr interessantes Teilstück. Alex Baudin, Egan Bernal, Quinn Simmons, Thymen Arensman, Ramses Debruyne … es gibt einige Fahrer, die sich aus einer Fluchtgruppe sicher Chancen ausrechnen können.
Kommt es am Ende zum Kampf der Klassementfahrer um den Tagessieg, ist wohl Tadej Pogacar der Favorit. Oder spielt man bei UAE die Karte Isaac del Toro? Auch das ist denkbar, denn der explosive Mexikaner kommt auf diesem Terrain sehr gut zurecht.
***** Pogacar
**** Vingegaard, Del Toro
*** Healy, Evenepoel, Skjelmose, Seixas, Pidcock
** Baudin, Simmons, Vauquelin, Carapaz,
* Bernal, Lipowitz, Debruyne, Johannessen, Van Eetvelt
Start: 13:25 Uhr
Ziel: ~ 17:30 Uhr


