Es ist für die meisten Teams so schwer, einen Etappensieg einzufahren, dass sie jede Chance nutzen müssen. Die Bergetappen werden von Pogacar dominiert, die Sprints von den Top-Sprintern und die wenigen Ausreißeretappen von Superstars wie Mathieu van der Poel oder Mads Pedersen gewonnen. Wollen Teams wie EF Education-EasyPost, Jayo-AlUla oder Bahrain-Victorious auch einen Tagessieg einfahren, müssen sie sich strecken.
Aus diesem Grund wird auf jedem Terrain, das irgendwie die Chance bietet, volles Rohr attackiert. Im durchaus welligen Finale zeigte sich auch das Team Lidl-Trek offensiv – sie wollten zusätzlich gern vermeiden, dass die Top-Sprinter um Biniam Girmay am Ende viele Punkte um Grün holen. Die Zeiten, in denen bei Massensprint-Chancen auch klare Massensprint-Finals gefahren werden, scheinen vorbei.
Neu hingegen ist das kollektive Raushalten der Klassementfahrer. Noch vor wenigen Jahren donnerten die Teams der Klassementfahrer ganz vorn im Feld bis zur 3-Kilometer-Marke, um bei einem Sturz oder Riss im Feld bloß keine Zeit zu verlieren. Die Sturz-Zone wurde nun auf fünf Kilometer ausgeweitet und bei dieser Tour zeigen sich die Klassementfahrer bei Sprint-Finales nicht vorn in der ersten Reihe, sondern konsequent eher im hinteren Teil des Feldes. Sollte was passieren, wären wohl alle betroffen. Dieses Raushalten der GC-Teams nimmt im ohnehin hektischen Finale eine zusätzliche Hektik-Komponente. Und auch das Zurückfallen der GC-Fahrer drei Kilometer vor dem Ende durchs rasende Feld fällt weg. Die ausgeweitete Sturz-Zone auf fünf Kilometer war ganz offensichtlich eine gute Idee!
Die Erkenntnisse werden präsentiert von: VETO Bikes
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