
Die 14. Etappe ist nur rund 155 Kilometer lang, führt von Mulhouse nach Le Markstein. Es ist eine schwere Bergetappe in den Vogesen, wo ganz sicher viele deutsche Fans das Peloton anfeuern werden. Satte 3850 Höhenmeter müssen bewältigt werden, es geht über vier Berge – drei davon der 1. Kategorie. Es ist eine heftige Vogesen-Etappe, die ein packendes Rennen verspricht.
Nur die ersten Kilometer sind flach, dann geht es bereits zum Grand Ballon. Ein langer Anstieg, bestens geeignet, eine Ausreißergruppe zu initiieren und das Feld zu sprengen. Viele Flachstücke hat dieses Teilstück nicht, es geht meist hoch, oder runter. Das macht es schwer, das Rennen zu kontrollieren.
Ob sich kletterstarke Ausreißer Chancen auf einen Etappensieg ausrechnen können, hängt von den Absichten von Tadej Pogacar ab. Lässt er seine Teamkollegen von Beginn an ein hohes Tempo anschlagen, werden selbst starke Ausreißer nicht viel Vorsprung herausfahren können. Die letzte Steigung des Tages ist lang und steil. Es geht hinauf zum Col du Haag – ideales Pogacar-Terrain, mit steilen Passagen.
Die Klassementfahrer werden voll gefordert sein – ein schwacher Moment kann auf dieser Etappe die Chancen auf das Podium zunichte machen. Gut möglich, dass größere Abstände entstehen – ein Vorentscheidung im Kampf um das Podium wird aber voraussichtlich nicht fallen, denn es kommen noch schwere Etappen und ein Zeitfahren.
Für die deutschen Fahrer wird es ein Tag voller Gänsehautmomente. Unzählige Radsportfans aus Deutschland haben die kurze Anfahrtstrecke genutzt und sind in die Vogesen gereist. Sie werden anfeuern, aufmuntern, die Berge hochschreien und gemeinsam mit Radsportfans aus aller Welt die Vogesen zur Partyzone machen.
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Die Strecke

(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)
Nur die ersten Meter sind flach, dann steht auch direkt nach nur 12,6 km der Zwischensprint an. Anschließend geht es zum ersten Anstieg des Tages.

Der Grand Ballon ist kein Monsterberg, aber ein sehr langer Anstieg.Die Steigung setzt zwischendrin ab, davor und danach ist es recht gleichmäßig steil. Supersteile Abschnitte gibt es keine, aber von der Durchschnittssteigung sollte man sich nicht blenden lassen. Es ist völlig berechtigt ein Anstieg der 1. Kategorie.
Es geht nach der Bergwertung weiter zum Ziel – dort wird nach 43 Kilometern die Linie das erste Mal passiert. Anschließend in die Abfahrt und dann zum zweiten Anstieg. Der Col du Page ist ein Berg der zweiten Kategorie – nicht so lang, aber auch nicht zu unterschätzen. Danach geht es bergab und dann leicht abfallend zum Fuße des Ballon d’Alsace.

Diesen Anstieg kennen die Fahrer bereits – sie haben ihn schon am Freitag erklommen. Weniger Fans werden sicher nicht dort sein, leichter wird der Anstieg allerdings auch nicht. Eine lange, gleichmäßige Steigung. Zurecht 1. Kategorie.
Anschließend geht es nicht nach Belfort, wie am Freitag, sondern in Richtung Thann nach Osten. Die Abfahrt vom Alsace ist nicht leichter, als die nach Belfort – es ist Aufmerksamkeit gefragt. Es ist ein längerer flacher Abschnitt, mit einer kurzen Steigung, der das Peloton zum Fuße der Schlusssteigung bringt.

Der letzte Anstieg ist zweigeteilt. Unten im Ort geht es bereits happig bergan nach Geishouse. Dort setzt es etwas ab, ehe dann der schmale Radweg hinauf zum Gipfel des Col du Haag führt. Ein knakicker Anstieg, bei dem die letzten Kilometer zur Bergwertung recht steil sind.
Nach der Bergwertung sind es noch 6 Kilometer bis zur Ziellinie. Zunächst ganz leicht bergab, dann flach zur Linie.

(Foto:
Bergwertungen:
1. Kat | km 36.6 – Grand Ballon – 21.5km at 4.8%
2. Kat | km 71.3 – Col du Page – 9.8km at 4.7%
1. Kat | km 94.4 – Ballon d’Alsace – 8.9km at 6.9%
1. Kat | km 149.4 – Col du Haag – 11.2km at 7.3%
Sprintwertung:
KM 12.6 • WATTWILLER
Die Favoriten
Gibt es die nächste große Tadej Pogacar Show? Es klingt wahrscheinlich. Die Etappe ist kurz und schwer, das Finale liegt ihm. Seine Mannschaft muss eh kontrollieren und das macht sie im besten Falle mit hohem Tempo ab Start. Ausreißer, selbst extrem starke Bergfahrer, bräuchten wohl mehr als eineinhalb Minuten Vorsprung am Fuße der letzten Steigung, um Pogacar bis oben auf Distanz halten zu können. Doch unmöglich ist eine erfolgreiche Flucht nicht. Fahrer wie Richard Carapaz sind auf diesem Terrain extrem stark, gemeinsam mit 1-2 Teamkollegen in die Gruppe, sodass sich der Leader schon kann, bevor es ins Finale geht – das könnte ein vielversprechender Plan sein. Zudem gibt es reichlich Bergpunkte zu holen.
Tobias Johannessen, Egan Bernal, Lennert van Eetvelt – auch sie haben ausreichend Rückstand in der Gesamtwertung, um zunächst ziehengelassen zu werden. Ob das auch für Lenny Martinez gilt, muss man abwarten.
Der große Favorit auf den Tagessieg bleibt Dominator Pogacar. Doch auf dieser Etappe ist vieles möglich – vielleicht auch eine Überraschung.
***** Tadej Pogacar
**** Carapaz
*** Del Toro, Vingegaard, Ayuso
** Seixas, Lipowitz, Evenepoel, Martinez
* Skjelmose, Baudin, Johannessen, Steinhauser, Vauquelin
Start: 13:10 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


