Remco Evenepoel (Red Bull Bora-hansgrohe) hat die schwere 15. Etappe der Tour de France gewonnen, die mit einer Bergankunft am Plateau de Solaison endete. Der Belgier gewann den Sprint vor Tadej Pogacar (UAE Emirates XRG), Dritter wurde kurz dahinter Pogacars Teamkollege Isaac Del Toro. Mit 58 Sekunden Rückstand auf den Tagessieger kamen auf den nächsten Plätzen Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) und Florian Lipowitz (Red Bull Bora-hansgrohe) ins Ziel. Den Zielort sollte Jonas Vingeaard (Visma | Lease a Bike) nicht mehr erreichen – er war in der Anfahrt zum Schlussanstieg schwer gestürzt und musste das Rennen aufgeben.

In der Gesamtwertung liegt Tadej Pogacar nun vor Remco Evenepoel (5 Min.) und Isaac Del Toro (5:58 Min.). Pogacar bleibt Erster in der Bergwertung, Mads Pedersen (Lidl-Trek) führt die Punktewertung an, Isaac Del Toro ist neuer Führender der Nachwuchswertung.


Die 15. Etappe: schwere 184 Kilometer von Champagnole zum Plateau de Solaison mit vier Bergwertungen – eine Angelegenheit für GC-Fahrer oder kletterstarke Ausreißer

Profil der 15. Etappe der Tour de France 2026
(Foto: © ASO)

Was sonst so passierte:

Kurz nach dem Start der Etappe wartete die einzige Zwischensprintwertung des Tages auf das Feld, die wie am Vortag Jasper Philipsen (Alpecin PremierTech) vor Mads Pedersen (Lidl-Trek) gewann. Alte Bekannte lagen auch bei der kurz danach folgenden Bergwertung (4. Kat.) vorne: Valentin Paret-Peintre (Soudal QuickStep) war wie am Vortag etwas explosiver als Richard Carapaz (EF Education EasyPost). Danach entbrannte der Kampf um die Ausreißergruppe des Tages. Erst zur Rennmitte konnten sich 24 Fahrer mit größerem Vorsprung absetzen – darunter waren u. a. Adam Yates (UAE Emirates XRG), Bruno Armirail (Visma | Lease a Bike), Quinn Simmons (Lidl-Trek), Ben Healy (EF Education EasyPost), Kévin Vauquelin (Netcompany Ineos), Mauro Schmid (Jayco AlUla), Einer Rubio (Movistar), Yannis Voisard (Tudor) und Tom Pidcock (Pinarello Q36.5). Die Gruppe zerfiel auf dem Weg zum Col de la Croisette (1. Kat.), wo Quinn Simmons als Solist die meisten Punkte abräumte. Yates, Rubio, Pidcock und Voisard schlossen in der Abfahrt zum Führenden auf, auch Mauro Schmid und Ewen Costiou schafften später den Anschluss. Das dezimierte Peloton um Tadej Pogacar lag zu diesem Zeitpunkt rund 3 Minuten hinter der Spitze. Die Bergwertung an der Côte du Mont (3. Kat.) gewann Pidcock vor Simmons, kurz danach löste sich Schmid, bevor die Fahrer den heftigen Schlussanstieg anvisierten.

Für einen Schockmoment sorgte Jonas Vingegaard, der im Kreis der GC-Fahrer an einer Verkehrsinsel stürzte und das Rennen aufgeben musste.

Im Anstieg zum Plateau de Solaison setzte sich Simmons für längere Zeit an die Spitze. Bei den GC-Fahrern konnten nur Isaac Del Toro und Remco Evenepoel der Tempoverschärfung von Tadej Pogacar folgen. 5 km vor dem Ziel war es dann um den letzten Ausreißer geschehen. Pogacar, Evenepoel und Del Toro blieben bis zum Schluss vorne. Evenepoel zog dann im Finale den Sprint an und ließ Pogacar keine Chance auf seinen fünften Tagessieg bei dieser Rundfahrt.