
Die 19. Etappe der Tour de France 2026 führt von Gap nach Alpe d’Huez. Nur 128 Kilometer lang, aber mit fast 3500 Höhenmeter. Es geht zu einem der berühmten Tour-Berge. Eine legendäre Steigung, Magnet für tausende Zuschauer und ein Berg mit ganz besonderer Stimmung. Eine riesige Radsportparty, die über viele Stunden und Tage geht – das Highlight ist der Moment, wenn sich die Fahrer unter dem Getöse der Fans den Weg durch das schmale Spalier bahnen. Doch die Party beginnt Tage bevor der Tourtross kommt. Der Berg füllt sich, die letzte Nacht vor der Etappe wird bereits heftig gefeiert. Wenig verwunderlich, dass sich die Organisation große Mühe gibt, die Fans um einen respektvollen Umgang mit den Fahrern bittet.
Es ist eine schwere Steigung, 21 Kehren geht es hinauf, ohne die Chance, mal rauszunehmen und durchzuschnaufen. Insgesamt 13,8 Kilometer, bei 8,1% im Schnitt. Erst oben im Skiort wird es etwas flacher. Ganz sicher wird es hier zum Großkampf der Top-Kletterer kommen. Ein ikonischer Berg, eine Tour-Legende und einer der prestigeträchtigsten Orte für einen Etappensieg.
Theoretisch könnte in Alpe d’Huez ein Ausreißer jubeln. Das geschah in der Vergangenheit bereits mehrfach. Doch es ist zu vermuten, dass Tadej Pogacar seinen Namen gern in der Siegerliste dieses Ortes sehen möchte. Fühlt er sich gut, wird er sein Team einspannen und die Ausreißergruppe an der kurzen Leine halten. Doch seine Mannschaft schwächelt etwas, einige Fahrer haben gesundheitliche Probleme. Ist man stark genug, das Rennen zu kontrollieren?
Der Schlussanstieg ist schwer und lang, nach drei schweren Wochen. An diesem Anstieg kann durchaus eine Vorentscheidung im Kampf um das Podium fallen. Denn ein schwacher Moment an diesem Berg kann Minutenabstände bedeuten. Und wer hier über sein Limit geht, könnte am Folgetag dafür büßen! Denn dann steht die schwerste Etappe der Tour an.
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Die Strecke der 19. Etappe der Tour de France 2026

(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)
Nach dem Start geht es direkt zum ersten Anstieg. Es geht über den Col Bayard, ein Anstieg der 2. Kategorie. Es folgt eine kurze Abfahrt, dann geht es zum ersten schweren Anstieg des Tages.

Der Col du Noyer ist wenig bekannt, aber ein knackiger Anstieg! Mehr als sieben Kilometer mit rund achteinhalb Prozent bergauf. Ein schwerer Anstieg, allerdings recht früh in der Etappe, gefolgt von einem langen Flachstück.
Nach dem Noyer geht es überwiegend flach in Richtung Norden. Der Zwischensprint wird nach rund 90 Kilometern abgenommen, anschließend geht es zur vorletzten Bergwertung. Der Col d’Ornon ist nur ein Vorgeschmack, auf das, was im Finale ansteht. Es geht nach Le Bourg-d’Oisans und dann links ab – zum Fuße der Schlusssteigung.

Alpe d’Huez ist mehr als ein Ort oder eine Steigung. Es ist eines der Wahrzeichen der Tour. Ort des Leides, Ort der größten Radsportparty der Welt. Mythisch, schwer, die engen Kehren, voll mit Menschen. Die Kurve der Niederländer, Menschen in Kostümen. Das enge Spalier ist nicht ungefährlich. Es riecht nach Grill und Bier, der Lärm ist ohrenbetäubend. Dieser Berg ist etwas ganz Besonderes. Inzwischen nicht nur von Radsportfans besucht, sondern auch von vielen Eventfans. Nicht selten gibt es auch gefährliche Situationen. Es ist zu hoffen, dass alles glattgeht.

(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)
Bergwertungen:
2. Kat | km 4.8 – Col Bayard – 4.7km at 7.2%
1. Kat | km 25.2 – Col du Noyer – 7.2km at 8.5%
2. Kat | km 99.2 – Col d’Ornon – 5.4km at 6.4%
HC Kat | km 127.9 – Alpe d’Huez – 13.8km at 8.1%
Sprintwertung:
KM 89.4 • LE PÉRIER
Die Favoriten
Der Top-Favorit ist Tadej Pogacar. Zu gern würde er seinen Namen in der Siegerliste sehen. Alpe d’Huez ist der bekannteste Tour-Berg. Doch sollte sein Team tatsächlich angeschlagen sein, worauf die Leistungen der vergangenen Tage hindeuten, dann wird er sich gut überlegen, ob er die Helfer verschleißt, oder besser für den letzten Alpen-Ritt am Samstag etwas schont. Ist Pogacar selbst gesund und bei normaler Leistungsfähigkeit, würde es wohl reichen, wenn Nils Politt die Ausreißer kontrolliert und Isaac del Toro ein Leadout in den Berg fährt. Doch die Frage ist, ob Pogacar wirklich topfit ist. Bislang deutet nichts darauf hin, dass er es nicht ist, doch man steckt sich schnell an, wenn die Teamkollegen kränkeln.
Sollte sich Pogacar zurückhalten, könnte das für Ausreißer sprechen. Oder eben gerade nicht. Denn wenn Pogacar nicht Tempo fahren lässt, wird die Konkurrenz vielleicht vermuten, dass es ihm nicht gut geht. Dann würde wohl Red Bull einspringen und eine harte Pace anschlagen. Das wäre auch ein Weg für Pogacar, die Helfer zu sparen. Vielleicht einfach mal am ersten Berg mit dem Oberkörper wackeln, um der Konkurrenz Hoffnungen zu machen. All das haben wir bereits erlebt, in der Geschichte der Tour de France. Dies sind Gedanken, die sich Sportdirektoren und Fahrer auch machen.
***** Tadej Pogacar
**** Evenepoel, Seixas
*** Del Toro, Carapaz, Martinez
** Skjelmose, Pidcock, Kuss
* Ayuso, BernalArensman,
Start: 14 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr
Offizielle Website: letour.fr/en/


