Profil der 20. Etappe der Tour de France 2026 (Foto: © ASO)

Es ist die letzte Bergetappe dieser Tour de France – der Tag der Entscheidung. Diese 20. Etappe der Tour 2026 ist das schwerste Teilstück der gesamten Tour. Die Königsetappe, eine Monster-Bergetappe! Über drei superschwere Anstiege von Le Bourg d’Oisans nach Alpe d’Huez. Insgesamt 170 Kilometer lang mit mehr als 5400 Höhenmetern!

Die Fahrer haben drei Wochen in den Knochen, sie sind müde. Sie sind an ihre Grenzen gegangen, einige Male darüber hinaus. Nun steht vor der Triumphfahrt in Paris noch dieses fiese Teilstück im Weg. Für den Großteil des Feldes geht es nur ums Überleben. Das Zeitlimit ist das Ziel: Irgendwie durchkommen, dann geht’s nach Paris und die Strapazen enden. Endlich.

Doch für die Klassementfahrer ist es der wichtigste Tag der Tour. Der Tag der Entscheidung, ob man die Ziele erreicht, oder verpasst. Die letzte Chance, etwas zu korrigieren, die große Gefahr, alles zu verlieren. Es ist eine Monsteretappe, die keine Schwäche verzeiht. Wer hier in eine Krise gerät, kann ganz schnell mehr als 10 Minuten verlieren. Wer noch etwas im Tank hat, glaubt, etwas gutmachen zu können, wird alles auf die Straße hauen, was möglich ist.

Auch im Kampf um das Bergtrikot ist diese Etappe wohl der Tag der Entscheidung. Am Schlusstag gibt es noch genau 4 Punkte zu holen – auf dieser 20. Etappe maximal 70 Bergpunkte. Richard Carapaz wird versuchen, in die Fluchtgruppe zu gehen, und dann bereits an den ersten Anstiegen alles klarzumachen.

Im Kampf um Grün ist Mads Pedersen so gut wie durch. Nur noch rechnerisch kann er das Trikot noch verlieren. Das wird ihn aber wohl nicht davon abhalten, zu versuchen, vorn über den Croix de Fer zu fahren und beim Zwischensprint den Sack zuzumachen.

Eng geht es im Kampf um Weiß zu. Isaac del Toro hat nur wenige Sekunden Vorsprung vor Paul Seixas – wird aber die Unterstützung von Tadej Pogacar bekommen. Zwischen Del Toro und Seixas geht es um Weiß, aber auch den dritten Gesamtrang. Das ist vielleicht der größte Spannungspunkt dieser Etappe. Neben dem Kampf um den Tagessieg natürlich. Diesen könnten durchaus Aureißer unter sich ausmachen – je nachdem, wie das Rennen im Feld gestaltet wird.


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Die Strecke der 20. Etappe der Tour de France 2026

Die Karte der 19. Etappe der Tour de France 2026
(Foto: ©GEOATLAS, ©ASO)

Nach dem Start geht es im Tal gen Norden. Dann beginnt die lange Steigung zum Col de la Croix de Fer. Der erste von drei HC-Bergen an diesem Tag.

Der Croix de Fer wird von Süden erklommen. Ein sehr langer Anstieg, mit steilen und flachen Passagen. Mehrfach setzt die Steigung ab, ist im oberen Teil nicht mehr ganz so steil. Am Galndon, zweieinhalb Kilometer vor dem Gipfel, hat man das schwerste geschafft. Die Nord-Auffahrt zum Glandon und dann weiter zum Croix de Fer ist schwerer, aber nicht so lang, wie diese Südauffahrt. Es geht über 2000 müNN – das werden die Fahrer spüren.

Es folgt eine lange Abfahrt. Der obere Teil ist schnell und wenig kurvenreich, der untere Teil anspruchsvoller und steiler. Doch es ist eine gut zu fahrende Abfahrt. Man erreicht dann das Maurienne-Tal und es geht zum Fuße des Col du Télégraphe.

Über den Col du Télégraphe geht es hinauf zum Galibier. Es sind zwei Anstiege, getrennt von einer kurzen Abfahrt. In Summe ist es eine Strecke von 35 Kilometern bis nach oben, aufs Dach der Tour 2026.
Schon der Col du Télégraphe ist ein Biest! Der Galiebier dann im oberen Teil steiler. Eine gefühlt endlose Kletterei in dünner Luft! Ein brutaler Berg!

Anschließend geht es flott bergab – oben noch kurvenreich und durchaus anspruchsvoll, ab dem Lautaret-Sattel dann weniger kurvenreich. Dann geht es zum großen Berg-Finale dieser Tour.

Es geht über den Col de Sarenne nach Alpe d’Huez. Ein fieses Finale! Noch einmal auf fast 2000 müNN. Unten steil, oben steil. Ein ekliger Anstieg, der auch mental alles abverlangt. Hier kann man schnell in eine Krise geraten!

Vom Gipfel des Col de Sarenne sind es keine 15 Kilometer mehr bis ins Ziel. Zunächst bergab, dann wieder bergauf und man ist dem Zielstrich sehr nahe. Doch es geht wieder bergab zum Kreisverkehr unterhalb des Ortes Alpe d’Huez. Noch einmal rund dreieinhalb Kilometer klettern, ehe diese Monster-Etappe geschafft ist.

Bergwertungen:
HC Kat | km 33.7 – Col de la Croix de Fer – 24km at 5.2%
1. Kat | km 87.6 – Col du Télégraphe – 11.9km at 7.1%
HC Kat | km 110.5 – Col du Galibier – Henri Desgrange prize – 17.7km at 6.9%
HC Kat | km 156.5 – Col de Sarenne – 12.8km at 7.3%

Sprintwertung:
KM 66.5 • SAINT-JULIEN-MONT-DENIS

Die Favoriten

Holt sich ein Ausreißer den Etappensieg, oder einer der Klassementfahrer? Das hängt vor allem davon ab, wie das Rennen im Feld gestaltet wird. Löst sich früh eine große Gruppe mit starken Kletterern, kann diese durchaus durchkommen. Vor allem dann, wenn UAE und Red Bull keine großen Anstrengungen unternehmen, nachzusetzen. Doch greift ein Klassementfahrer früh an, wird es wohl auch im Kampf um den Tagessieg eine Angelegenheit für die GC-Jungs.

Tadej Pogacar hat angekündigt, sich voll in den Dienst von Del Toro zu stellen. Gut für Ausreißer. Aber was ist mit Evenepoel? Und will Mattias Skjelmose noch einen Sprung in der Gesamtwertung in die Top5 machen und früh angreifen? Auch aufs Podium sind es nur etwas mehr als drei Minuten!

Als Ausreißer darf man wohl die gleichen Fahrer wie in den vergangenen Tagen ganz vorn erwarten. Richard Carapaz natürlich! Sepp Kuss, Thymen Arensman, Harold Tejada … vielleicht auch Tobias Johannessen und Valentin Paret-Paintre, wenn er sich erholt hat. Ob sie durchkommen, wird vor allem die Fahrweise im Feld entscheiden.

***** –
**** Richard Carapaz, Tadej Pogacar, Remco Evenepoel
*** Del Toro, Arensman, Seixas, Skjelmose
** Pidcock, Jorgenson, Tejada, Pidcock
* Gee, Johannessen, Martinez, Romo

Start: 11:20 Uhr
Ziel: ~16:30 Uhr