Fest verbunden mit dem Schlusstag der Deutschland Tour ist das Hobbysport-Event. Zum großen Finale des Profi-Rennens gibt es seit Jahren im Zielort ein Rennen für BreitensportlerInnen. In diesem Jahr findet die „ADAC Cycling Tour“ in Heilbronn am 23. August statt. Das Besondere in diesem Jahr: Die Strecke der Profis der Deutschland Tour ist nahezu identisch mit der Strecke des Breitensport-Rennens. Wer am Morgen selbst die Cycling Tour absolviert, kann sich im Anschluss mit den Profis vergleichen und weiß, was diese hinter sich haben, wenn sie auf den Schlussrunden in Heilbronn um den Gesamtsieg der Deutschland Tour kämpfen.
Stets geben sich die Organisatoren Mühe, eine für die Region typische Strecke zu basteln. Wer die Region westlich von Heilbronn etwas kennt, der weiß: Es ist anspruchsvoll, landschaftlich wunderschön – aber flache Meter gibt es kaum! Mehr als 1500 Höhenmeter hat die lange Strecke über 118 Kilometer! Die Cycling Tour in Heilbronn ist vermutlich die anspruchsvollste Jedermann-Strecke seit der Rückkehr der Deutschland Tour. Wer es nicht so heftig mag, vielleicht eher reinschnuppern möchte, hat mit der kurzen Strecke (Cycling Tour „Sprint“) über rund 60 Kilometer eine nur leicht wellige Alternative. Wir haben uns die lange Strecke mit dem Rad genau angeschaut!
Nach dem Start in Heilbronn geht es auf breiter Straßen gen Südwesten – die ersten knapp 20 Kilometer sind nur ganz leicht wellig und es rollt in der Gruppe gut weg. Dann geht es das erste Mal richtig bergan! In Stockheim biegt man in einen kleinen Weg und zwischen Weinbergen schlängelt sich dieser gut fahrbare, aber steile Pfad hinauf zum Schloss Stocksberg.

Schon in der Anfahrt sieht man das Schloss Stocksberg vor sich, weiß also genau – wo es gleich hinauf geht. Es ist zwar keine lange, aber eine giftige Steigung mit stellenweise 13% ! Es lohnt sich auf jeden Fall der Blick zurück – denn die Aussicht ist herrlich.
Nach der Steigung geht es vorbei am Schloss und dann über schmale Pfade zurück zur Landstraße. Flott bergab und dann leicht wellig nach Zaberfeld. Dort beginnt dann die längste Steigung der Runde – im Ort unten links weg und dann direkt hoch, die Steigung setzt dann nochmal etwas ab.
Es geht hinauf zur Zaberfelder Steige. Bis ganz nach oben sind es aus dem Ort fast dreieinhalb Kilometer. Kein Monsterberg, gut fahrbar bei rund fünf Prozent.
Viele Anstiege der Runde haben Passagen im Wald, so ist es zumindest stellenweise schattig.


Oben angekommen geht es in eine schöne Abfahrt und dann unten rechts weg in eine langgezogene Anfahrt zur nächsten Steigung – flache Meter hat diese Runde kaum – es geht entweder hoch, oder runter. Auf dem Weg nach Sternenfels wird dann der höchste Punkt (428müNN) der Runde passiert – dann geht es hinab in den Ort.
Die Runde bleibt auch nachdem Sternenfels passiert ist ein Auf & Ab. Die Abfahrten und Ortsdurchfahrten sind ohne große Schwierigkeiten, auch enge Kurven oder schwer einsehbare Passagen sind uns nicht aufgefallen. Es ist (wie immer) in der Gruppe ratsam, in den Abfahrten aufmerksam zu sein. Dass man keine waghalsigen Überholmanöver starten sollte, versteht sich von selbst.

Es geht zurück in Richtung Heilbronn, es bleibt eine abwechslungsreiche Hügeltour! Essen und Trinken sollte man nicht vergessen. Es geht durch landschaftlich schöne Abschnitte, auch mal eine längere Waldpassage bergauf. Dann wieder flott bergab und durch die Weinberge.

Hier wird es dann auch mal garstig steil! Man kommt auf dem Weg zurück in Richtung Heilbronn dem Schloss Stocksberg wieder recht nahe, hat es bereits wieder vor Augen – biegt dann aber nach Norden zur Burg Neipperg ab. Auch ein schöner Anstieg mit tollem Blick – das Schild mit den 12% stimmt ein!

Wer zu früh die Körner auf der Straße lässt, wird das bei der Aufeinanderfolge der kurzen, steilen Anstiege später spüren. Auch zur Burg Neipperg geht es knackig bergan, anschließend nur kurz runter und wieder 12% hoch. 80 Kilometer sind dann in den Beinen!
Ist die Steigung nach Neipperg geschafft, geht es flott bergab nach Schweigern. Im Ort ein kleiner Schlenker, um den Bahnübergang zu umgehen, dann auf breiter Straße nur ganz leicht wellig nach Heilbronn. Doch geschafft sind dann die Höhenmeter noch nicht! Denn im Finale geht es auch für BreitensportlerInnen hinauf zum Jägerhaus. Die Profis absolvieren dann noch drei der Schlussrunden-Runden, im Hobbyrennen ist es eine – die reicht aber auch!
Noch einmal geht es hinauf – noch einmal alles geben, die letzten Kräfte mobilisieren und wie die Profis (Foto rechts: Etappenfinale 2024, Roth & Roth) die entscheidende Attacke setzen. Dann geht es bergab zum Ziel in der Heilbronner Innenstadt.

Alle Infos: deutschland-tour.com/de/cyclingtour
Die GPX-Files der Strecken gibt es hier
Es ist eine anspruchsvolle Strecke, die auf den ersten rund 80 Kilometern abgesehen vom Start kaum flache Passagen hat. Es geht hoch, oder runter – stellenweise steil! Von einer Gruppe profitiert man nur bedingt, da es wenig Flachpassagen gibt. Die Anstiege sind gut zu fahren, auch die Abfahrten. Die Natur ist herrlich, wer den Blick schweifen lässt – bzw. bei der Anstrengung ‚kann‘, wird belohnt.
Unterschätzen sollte man die Runde nicht, sonst wird es hinten raus sehr zäh. Also durchaus die Kräfte einzuteilen, ist ratsam.

Die kurze Alternative, wem die lange Strecke etwas zu happig ist:



