Profil 7. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Es geht zum Mont Ventoux. Ein legendärer Anstieg, Schauplatz vieler epischer Radduelle und großer Dramen. Der „kahle Riese“ ist ein besonderer Berg. Ein brutaler Anstieg, unten im Wald erbarmungslos steil. Oben dann flacher, aber schonungslos dem Wind ausgesetzt. An diesem Anstieg kann schnell die kleinste Schwäche zu einer riesigen Krise werden. Diese Bergankunft wird für den Ausgang dieser Tour de France Femmes ganz sicher von großer Bedeutung sein.

146,8 Kilometer sind es vom Start der in La Voulte-sur-Rhône bis zum Gipfel des Mont Ventoux. Diese 7. Etappe hat in Summe rund 3500 Höhenmeter. Zunächst ist das Terrain wellig, am Ende dann der legendäre Anstieg. Könnte sich eine kletterstarke Ausreißerin den Tagessieg am Ventoux holen? Unmöglich ist das nicht, doch eher unwahrscheinlich. Denn am Ventoux wird ganz sicher der Großkampf der Favoritinnen um Gelb entbrennen, und da bräuchte eine Ausreißerin wohl schon einen riesigen Vorsprung, bevor es hoch geht.

Demi Vollering ist die große Favoritin auf den Gesamtsieg dieser Tour. Sie ist auch die große Favoritin auf den Sieg am Ventoux. Sie hat ein starkes Team an ihrer Seite und kann das Rennen kontrollieren. Marlen Reusser fährt zwar in Gelb, doch nur 12 Sekunden trennen Vollering vom Leader-Trikot. Bei diesem Anstieg sind zwölf Sekunden ein sehr dünnes Polster! Doch es wird warm, am Ventoux und der Wind kommt von Nordwesten – er bläst den Fahrerinnen auf den letzten Kilometern entgegen. Kein Nachteil für Reusser. Das wird wohl dafür sorgen, dass Vollering früh angreifen wird. Im steilen Abschnitt, wo der Wind im Schutz der Bäume keine Rolle spielt. Das könnte zu einem sehr harten Rennen in der Schlusssteigung führen, bei dem große Abstände entstehen.


Anzeige

Die Strecke

Zunächst geht es wellig gen Süden. Vorbei an Montélimar, überwiegend flach, mit Rückenwind. Nach dem Sprint geht es über den Col de Suzette und dann nach Bedoin. Von hier aus nähert man sich von Südwesten dem Ventoux – sieht ihn bereits gut vor sich!

Die Steigung ist lang und schwer. In Summe 15,7 Kilometer mit 8,8% im Schnitt. Direkt unten ist es steil. Die ersten acht Kilometer haben stets mehr als 9%, oft Abschnitte mit zweistelligen Steigungsprozenten. Dort erscheint der Berg endlos und brutal.

Erst kurz vor dem Chelt Reynard wird es flacher. Dann raus aus dem Wald, kurz flach die lang gezogene Linkskurve und weiter bergan.

Dem Wind ausgesetzt, der hier (wie immer) von vorn bläst und den Gipfel gefühlt in Zentimeterschritten näherkommen lässt. In den Rechtskurven wird der Blick immer wieder auf den Gipfel frei, er scheint so nah, aber doch so fern. Hier ist mentale Stärke gefragt. Kurz vor dem Ende geht es hart rechts, nochmals wird es steil, dann ist es geschafft. Das Ziel, in 1910 müNN.

Die Anstiege:

Km 13.6 – Col de la Grande Limite – 6.6km at 5%
Km 41.1 – Col du Colombier – 3.2km at 6.4%
Km 105.3 – Col de Suzette – 3.9km at 6.4%
Km 146.8 – Mont Ventoux – 15.7km at 8.8%