Demi Vollering (Foto: ©CorVos)

Demi Vollering (FDJ United-Suez) hat die 8. Etappe der Tour de France Femmes avec Zwift nach einer starken Attacke am letzten Anstieg gewonnen und damit die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Hinter der Niederländerin kamen Elisa Longo Borghini (UAE L’IMAD) und Kasia Niewiadoma (Canyon//SRAM) mit 17 Sekunden Rückstand ins Ziel. Demi Vollering führt vor der letzten Etappe nun mit 8 Sekunden vor Kasia Niewiadoma. 

Puck Pieterse (Fenix PremierTech) hat nach der 8. Etappe das Bergtrikot sicher. Lorena Wiebes (SD Worx ProTime) führt die Punktewertung an, Antonia Niedermaier (Canyon//SRAM) startet auch morgen im Weißen Trikot der besten Nachwuchsfahrerin.


Die 8. Etappe: Wellige 171 Kilometer von Sisteron bis Nizza mit 1420 Höhenmetern – auf dem Papier ideal für Ausreißerinnen oder Sprinterinnen

Profil 8. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Was sonst so passierte:

Ohne die erkrankte Vorjahressiegerin Pauline Ferrand-Prévot (Visma | Lease a Bike) nahmen 126 Fahrerinnen die längste Etappe der Tour de France Femmes avec Zwift in Angriff. Nachdem erste Attacken erfolglos blieben, setzten sich 144 km vor dem Ziel Maeva Squiban (UAE L’IMAD) und Loes Adegeest (Lidl-Trek) ab. Das Duo fuhr bis zu den ersten beiden Bergwertung einen Vorsprung von 6 Minuten heraus. Am Col des Robines (4. Kat.) holte sich Adegeest die Maximalpunkte, am Col de Toutes Aures (4. Kat.) war es Squiban. Den einzigen Zwischensprint des Tages in Puget-Théniers holte sich Adegeest. Im Sprint des Feldes, das zu diesem Zeitpunkt fünfeinhalb Minuten zurücklag, sicherte sich Lorena Wiebes weitere Zähler im Kampf um das Punktetrikot. Vor allem Liv-AlUla-Jayco, FDJ United-Suez und AG Insurance-Soudal übernahmen die Nachführarbeit, um den Ausreißerinnen-Coup zu verhindern. 30 km vor dem Ziel lag das Duo noch dreieinhalb Minuten vor dem Feld, an der Côte de Colomars (4. Kat.) war es nur noch 1 Minute. In der folgenden Abfahrt stürzte Squiban und fiel zurück, sodass nur noch Adegeest vorne blieb. 9 km vor dem Ziel im Anstieg zur Côte de la Ginestière (4. Kat.) war es um die Ausreißerin geschehen. Angeführt von Célia Gery (FDJ United-Suez) ging die Gruppe der GC-Fahrerinnen ins Finale, Lorena Wiebes verlor den Anschluss und damit die Hoffnung auf einen Tagessieg.

Demi Vollering griff an der letzten Steigung an und konnte sich tatsächlich absetzen, dahinter konnten nur noch Elisa Longo Borghini und Kasia Niewiadoma folgen. Die Niederländerin blieb bis zum Ende vorne und übernimmt mit dem Sieg die Führung im Klassement.

Erkenntnisse des Tages:

Die vermeintliche Sprintetappe wurde zum nächsten Showdown im Kampf um Gelb: Demi Vollering drehte mit einer Attacke an der letzten Steigung den Spieß um, konnte Kasia Niewiadoma abhängen und führt nach dem Tagessieg nun knapp die Gesamtwertung an.

Kasia Niewiadoma war nach der Etappe äußerst aufgebracht: Sie beschuldigte FDJ-Fahrerinnen, sie in der entscheidenden Phase geblockt zu haben. Videos von dem vermeintlichen Vorfall gab es direkt nach dem Rennen (noch) nicht zu sehen.

Im Finale hielt Lorena Wiebes zwar lange Zeit gut mit, am Ende musste sie die Gruppe der GC-Fahrerinnen aber doch ziehen lassen, sodass sie heute keine Chance auf einen weiteren Sprintsieg hatte. 

Großes Pech für Ausreißerin Maeva Squiban, die 17 km vor dem Ziel in einer Kurve stürzte. Die Etappe konnte sie nur noch unter sichtbaren Schmerzen weiterfahren.