
Demi Vollering (FDJ United – SUEZ) hat die Schlussetappe der Tour de France Femmes 2026 gewonnen. Die 29-Jährige hängte in der letzten Steigung die Konkurrenz ab und siegte als Solistin. Sie jubelte im Gelben Trikot und ließ sich als Gesamtsiegerin feiern. Den Sprint der Verfolgerinnen um Rang zwei gewann Paula Blasi (UAE Team L’IMAD) vor Kasia Niewiadoma (CANYON//SRAM).
In der Endabrechnung liegt Vollering 1:18 Min. vor Kasia Niewiadoma. Gesamtdritte ist Elisa Longo Borghini (UAE Team L’IMAD). Das Weiße Trikot gewann die Deutsche Antonia Niedermaier (CANYON//SRAM) als Gesamtvierte.
Die 9. Etappe: 99,2 anspruchsvolle Kilometer rund um Nizza.

Was sonst so passierte:
Direkt nach dem Start ging es den Col d’Èze hinauf und es wurde angegriffen. Das Feld dünnte sich aus, es konnte sich aber keine Gruppe absetzen. Die erste Bergwertung gewann Maëva Squiban. In der Abfahrt lösten sich Malwina Mul (Cofidis) und Paula Ostiz (Movistar Team). Mul gewann den Zwischensprint vor ihrer Begleiterin. Aus dem Feld holte sich Lorena Wiebes Rang drei und machte damit den Sieg in der Punktewertung fix.
Im zweiten Aufstieg zum Col d’Èze waren die Ausreißerinnen schnell gestellt und das Team Canyon-Sram zog das Tempo an. Das dezimierte Feld schmolz auf ein kleines Grüppchen der Favoritinnen zusammen. Marlen Reusser, die Gesamtdritte, musste mehr als 65 Kilometer vor dem Ende reißen lassen.
Die Spitze bildeten Zoe Backstedt, Antonia Niedermaier, Katarzyna Niewiadoma-Phinney (Canyon//SRAM), Juliette Berthet, Demi Vollering (FDJ United-Suez), Paula Blasi, Dominika Wlodarczyk, Elisa Longo Borghini (UAE Team L’Imad), Niamh Fisher-Black, Isabella Holmgren (Lidl-Trek), Cédrine Kerbaol (EF Education-Oatly), Femke De Vries (Visma | Lease a Bike). In der Abfahrt stürzte Reusser und fiel noch weiter zurück.
Als es das dritte Mal hinauf zum Col d’Èze ging, war das Tempo an der Spitze komplett raus. Das nutzte Holmgren zum Angriff und löste rund 45 Kilometer vor dem Ende. Sie ging mit rund 40 Sekunden Vorsprung in die letzte Runde. Diesmal wurde der Col d’Èze über eine steilere Straße erklommen.
Antonia Niedermaier machte in der Favoritinnengruppe das Tempo und der Vorsprung von Holmgren schmolz schnell dahin. Vier Kilometer vor dem Gipfel wurde sie eingeholt. Dann kam der Angriff von Kasia Niewiadoma, doch Vollering folgte problemlos. Kurz vor dem Gipfel hängte Vollering ihre Begleiterin ab und holte sich im Gelben Trikot den Etappensieg.
Die Erkenntnisse der Etappe:
- Vollering setzte am Schlusstag ein Statement – machte klar, wer die stärkste Fahrerin im Rennen war, und siegte im Gelben Trikot.
- Eine starke Tour de France lieferte Antonia Niedermaier, die sich am Ende das Weiße Trikot holt. Ihre Mannschaft CANYON//SRAM setzte am Schlusstag nicht alles auf einen finalen Angriff auf Gelb mit Niewiadoma, sondern riskierte das Weiße Trikot nicht. Nachdem Zoe Backstedt bei der drittletzten Steigung Vollgas fuhr, verlängerte Niedermaier nicht, sondern man „sparte“ sie bis zur letzten Auffahrt. So geriet Weiß nicht in Gefahr. Die richtige Entscheidung, nachdem Niewiadoma gegen Vollering klar unterlegen war.
- Die beste Sprinterin trägt Grün – Lorena Wiebes holte sich am Schlusstag noch ein paar Punkte und verteidigt souverän das Grüne Trikot. Die ersten beiden Etappen gewonnen, Gelb getragen und am Ende das Grüne Trikot geholt – eine sehr erfolgreiche Tour.
- Drama um Marlen Reusser. Die Schweizerin lag vor der Schlussetappe auf Gesamtrang drei, wurde aber früh abgehängt. Sie stürzte in einer Abfahrt und fiel weit zurück. Sie beendet das Rennen mehr als 20 Minuten nach der Tagessiegerin und fällt in der Gesamtwertung auf Rang 14 zurück.
- Das gepunktete Trikot der Tour 2026 gewinnt Puck Pieterse. Fleißig während der gesamten Tour Zähler gesammelt und am Ende die Bergkönigin des Rennens.

