Hayters Harakiri-Aktion endet fast in Rot

Die Wenigkeit von neun Hundertstel fehlten Ethan Hayter (Soudal – Quick Step) am Samstag auf den Etappensieg. Erst auf den letzten Metern wurde er noch von Tadej Pogacar (UAE Emirates XRG) abgefangen. Fassungslos verbog er sich im Warteraum mit dem Hotseat für den führenden des Zeitfahrens. Völlig überraschend stiefelte er kurz nach dem Start der 2. Etappe wieder los, holte die ersten beiden Ausreißer ein und blieb 165 der 202,1 Kilometer an der Spitze des Rennens. Nicht nur aufgrund des Vorsprungs auf das Feld, sondern auch Dank sechs gesammelter Bonussekunden lag er bis zum letzten Kilometer virtuell in der Gesamtführung. Doch im leicht ansteigenden Finale rissen Lücken im Feld auf, der sichtbar angeschlagene Hayter kassierte 31 Sekunden und rutschte im Klassement nun auf Platz 13 zurück.
“Am Ende hatte ich fast noch einen Sturz. An einem Kreisverkehr war nur eine Spur offen und ich musste fast stoppen. Das passiert leider, aber dadurch bin ich noch weiter zurückgefallen“, berichtete der Brite im ersten Interview im Ziel. Nach dem anstrengenden Tag an der Rennspitze fehlten ihm am Ende die entscheidenden Körner. “Ich hatte einfach nicht mehr die Beine, um mich zu positionieren“, schilderte er, nachdem er zunächst noch gegengefragt hatte, ob es auch wirklich nicht gereicht hatte mit seinem Versuch die Gesamtführung zu erringen.
Ein Fragezeichen, nämlich den Hintergrund für die aufgeschnittenen grünen Shorts des vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Zeitfahrtrikots des Führenden der Punktewertung konnte Hayter dann auch noch abliefern. Zu klein war die Größe, die er sich für den Tag auswählte, am Start war kein Wechsel mehr möglich, weswegen Hayter sogar freigestellt wurde, im Teamkit zu fahren. Der Brite entschied sich dazu das Wertungstrikot zu ehren, dafür aber die Bünde der Hose mit einer Schere zu lockern: “Das hätte sonst das Blut in meinen Beinen abgeschnürt.“
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