
Es ist die letzte Bergetappe – die Königsetappe! Die 20. Etappe der Vuelta 2026 führt von La Calahorra nach Collado del Alguacil. Insgesamt 186,8 Kilometer und satte 4900 Höhenmeter gilt es zu bewältigen. Es ist das schwerste Teilstück dieses Rennens! Am vorletzten Tag dieser Vuelta, nach drei anspruchsvollen Wochen steht diese Hammeretappe an. Der letzte schwere Ritt, der Tag der Entscheidung.
Diese Etappe ist so schwer, dass selbst eine kleine Schwäche große Auswirkungen haben kann. Wer hier in eine Krise gerät, kann schnell Minuten verlieren. Enric Mas trägt das Rote Trikot und wirkte bislang souverän. Doch auch wenn er nach dem Ausscheiden von Tadej Pogacar der beste Bergfahrer des Rennens war, er muss diese Etappe überstehen, ehe er am Sonntag in Granada die Trophäe erhält. Für alle Klassementfahrer wird es ein Tag, an dem sie die letzten Kräfte mobilisieren müssen und alles auf die Straße werfen, was noch in ihnen steckt.
Das erste Drittel der Etappe ist noch moderat bergig, die letzten 100 Kilometer geht es nur noch auf und ab! Vier schwere Anstiege in Folge, flache Meter gibt es kaum. Stellenweise geht es mehr als 20% bergauf! Ein Terrain, bei dem das Rennen nur mit exzellenten Bergfahrern kontrollierbar ist. Diese Etappe ist so schwer, dass Ausreißer wohl einen größeren Vorsprung brauchen, um am Ende den Tagessieg holen zu können. Die Klassementfahrer liefern sich den letzten Kampf, gut möglich, dass sie auch den Tagessieg unter sich ausmachen.
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Die Strecke der 20. Etappe der Vuelta 2026

Foto: ©unipublic/LaVuelta
Nach dem Start geht es zunächst gen Westen, dann nordwärts. Dann wellig weiter gen Südwesten und nach rund 50 Kilometern über die ersten Bergwertung. Nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Danach geht es auf eine Schleife, in der der Puerto de el Purche zwei Mal gefahren wird!

Der Puerto de el Purche ist ein fieser Anstieg! Etwas mehr als acht Kilometer lang, im Schnitt mehr als acht Prozent steil. An einigen Stellen ist es mehr als 15% steil – im oberen Teil gibt es eine kleine Abfahrt, aber direkt die ersten zwei Kilometer haben 10%!
Es folgt eine Abfahrt, dann geht es 70 km vor dem Ende wieder diesen Anstieg hinauf.

Nach der zweiten Auffahrt zum Purche geht es bergab und 10 Kilometer leicht ansteigend zum nächsten Anstieg. Der Puerto de el Duque ist ebenfalls ein fieses Ding! Abschnitte mit 20% Steigung – im Schnitt mehr als 8% bei 7,4 Kilometern Steigung! Der Gipfel ist 31 Kilometer vor dem Ende erreicht, dann geht es hinab zum Fuße der Schlusssteigung.

Der letzte Anstieg dieser Vuelta ist ein Hammerberg! Collado del Alguacil – 8,3 Kilometer lang, 9,8% im Schnitt! Passagen von 22% Steigung! Ein absurder Berg, an dessen Ende das Tagesziel wartet.

Foto: ©unipublic/LaVuelta
Bergwertungen:
PUERTO DE LOS BLACARES | Km 50,7 | 7,7 km, 3,7 %
PUERTO DE EL PURCHE | Km 94,3 | 8,2 km, 8,2 %
PUERTO DE EL PURCHE | KM 125,5 | 8,2 km, 8,2 %
PUERTO DE EL DUQUE | Km 155,4 | 7,4 km, 8,3 %
COLLADO DEL ALGUACIL | Km 186,8 | 8,3 km, 9,8%
Sprintwertung:
GÜEJAR SIERRA Km 144,0
Die Favoriten
Es ist eine brutal schwere Etappe und nur exzellente Kletterer kommen für den Tagessieg infrage. Löst sich früh eine starke Gruppe, kann diese durchaus durchkommen. Doch selbst starke Bergfahrer brauchen einen üppigen Vorsprung auf die Klassementfahrer, bevor es ins Finale geht. Bergkönig Santiago Buitrago wird die letzten nötigen Bergpunkte einfahren wollen, und offensiv agieren. Fahrer wie Jarno Widar und Etappensieger Eddie Dunbar, Marco Brenner, auch Sepp Kuss und Valentin Paret-Paintre darf man wohl offensiv erwarten.
Ob Ausreißer durchkommen können, hängt von der Fahrweise im Feld ab. Enric Mas wird kein großes Interesse haben, den Ausreißern auf Teufel komm raus nachzujagen. Er möchte sicher das Rote Trikot nach Granada tragen. Das Red Bull Team ist wohl nicht stark genug, um für ein superschnelles und hartes Tempo im Feld zu sorgen. Auch die Mannschaft von Felix Gall ist dezimiert und geschwächt.
Dennoch ist es gut möglich, dass sowohl Gall, als auch Carapaz und Roglic Fahrer vorausschicken wollen und dann bereits vor dem letzten Anstieg angreifen. Relaisstation ist das Schlagwort. Doch mit dieser Taktik war bislang bei dieser Vuelta vor allem das Movistar Team erfolgreich. Man wird vermutlich schnell sehen, welche Mannschaft mit welchem Plan ins Rennen geht.
***** –
**** Enric Mas, Felix Gall, Sepp Kuss
*** Widar, Buitrago, Brenner, Carapaz
** Paret-Peintre, Johannessen, Roglic, Almeida
* Sosa, Dunbar, Onley, Omrzel, G- Martin Zana, Bisiaux Debruyne
Start: 12:30 Uhr
Ziel: ~17 Uhr


