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Enric Mas – Grand Tour Champion

Enric Mas (Foto: ©CorVos)

Hand hoch, wer diesen Gesamtsieg vorausgesehen hat. Viele Hände wird man wohl nicht oben sehen – Respekt, wer Enric Mas als Gesamtsieger erwartet hat. Das gilt auch, wenn man das unglückliche Ausscheiden Tadej Pogacars ausklammert. Vier Mal schon stand er auf dem Podium der Vuelta, war dreimal Zweiter – der Gesamtsieg schien oft nicht weit weg, zuletzt aber immer mehr außer Reichweite. Nun nutzt er die wohl beste, und eine der letzten Chancen und erfüllt sich diesen Traum.

Enric Mas war als Nachwuchsfahrer schon auffällig. Er gehörte zum legendären QuickStep-Devo-Team. Fuhr gemeinsam mit Jhonatan Narváez, Maximilian Schachmann, Iván García Cortina und Rémi Cavagna. Bei seiner zweiten Vuelta plötzlich fuhr er aufs Podium, wurde Zweiter hinter Simon Yates. Die große Entdeckung … und ganz Spanien war entzückt. Ein junger Kletterer, die neue Grand-Tour-Hoffnung! Der legitime Nachfolger von Alberto Contador – das hofften damals viele. Es gab eine Verbindung zwischen den beiden und als Contador im Jahr zuvor – seinem letzten Rennen, der Vuelta 2017, auf der vorletzten Etappe zum Angliru seinen ganz großen letzten Abschieds-Sieg holte, hatte Mas für den scheidenden großen Champion (im gegnerischen Team) Tempo gemacht. Eine Geste, die Größe hatte und die viele Fans berührte.

Doch aus der Hoffnung des „neuen Contador“ wurde nichts. Mas fuhr gut, holte achtbare Erfolge und stand bei einem Monument auf dem Podium – doch die ganz großen Hoffnungen erfüllten sich lange nicht. Bei der Tour de France sollte es nie so richtig sein, den Giro fuhr er in diesem Jahr das erste Mal – auch da klappte es nicht wie erhofft.

Doch nun, mit 31 Jahren und bei seiner 16. (!) Grand Tour steht er ganz oben auf dem Podium. Ausgerechnet im Pogacar-Zeitalter dieses Sports, in der Vingegaard-Ära und den Zeiten der neuen Wunderkinder nutzt Enric Mas die große Chance perfekt!

Er hat vollkommen verdient diese Vuelta gewonnen! Er war von allen Fahrern, die in der Schlusswoche um den Gesamtsieg kämpften, der stärkste Mann! Er hatte ein Team an seiner Seite, das sich für ihn aufopferte und wie eine Einheit wirkte. Enric Mas gilt als ein Fahrer, der bei der Vuelta irgendwie ein anderer Mann ist – stärker, selbstbewusster, erfolgreicher. Jetzt hat er die Vuelta gewonnen und diese Grand Tour wird für immer ein ganz besonderes Rennen für ihn bleiben. „Vuelta Mas“ ist eben etwas Besonderes – dieser Sieg verändert, wie seine gesamte Karriere betrachtet wird. Er ist erst 31 Jahre alt, kann noch einige Jahre auf hohem Niveau fahren. Der Moment in Rot in Granada bleibt für immer, egal was noch kommt, oder nicht kommt.


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