Ahslin Barry (Foto: ©CorVos)

Ashlin Barry hat das WM-Rennen der Klasse U23 in Montreal gewonnen. Der US-Amerikaner gehörte zu einer Ausreißergruppe, die sich rund 130 Kilometer vor dem Ende aus dem Feld abgesetzt hatte. Weit vor dem Ziel hängte Barry seine Begleiter ab und holte sich als Solist den WM-Titel.

„Das ist unglaublich. Ich kann das gar nicht glauben“, sagte Barry im Siegerinterview. „Ich habe gedacht, dass ich nicht stark genug bin, mit den besten Fahrern am Berg mitzuhalten. Also habe ich gedacht, wenn ich voraus bin, gibt mir das an den Anstiegen etwas Spielraum. Als ich vorn war, habe ich einfach durchgezogen. Ich habe nicht gedacht, dass ich das schaffen kann, bis zur letzten Runde, als ich den letzten Berg geschafft hatte. Ich kann das gar nicht glauben“, so der neue U23-Weltmeister an seinem 19. Geburtstag.

Die Silbermedaille gewann der Spanier Héctor Álvarez im Sprint der kleinen Verfolgergruppe vor dem Norweger Jesper Stiansen, dem Franzosen Aubin Sparfel, dem Belgier Niels Driesen und dem Italiener Matteo Scalco.

Das deutsche Team konnte trotz offensiver Renngestaltung nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Moritz Mauss landete auf Platz 21 und war damit der beste Deutsche.


Das Rennen: 13 Runden auf dem anspruchsvollen Stadtkurs.

Profil Männer U23 – WM 2026

Was sonst so passierte:

Kurz nach dem Start begannen die Angriffe. Nach und nach lösten sich Fahrer und so stand nach 30 Kilometern eine 15-köpfige Spitzengruppe. Frankreich, Dänemark und Australien doppelt vertreten, auch Belgien und Italien hatten einen Fahrer dabei. Doch es wurde nachgesetzt und nach rund 45 Kilometern war das Feld wieder geschlossen.

Anschließend löste sich eine kleine Gruppe mit Ashlin Barry, Samuel Novák, William Heffernan, Kristian Egholm und Matthew Dodd. Der Vorsprung der Spitze wuchs auf zwei Minuten. Rund 80 Kilometer vor dem Ende kam dann wieder richtig Bewegung ins Rennen. An der Spitze forcierte Dodd. Im Feld wurde das Tempo angezogen und einige Fahrer fielen zurück. Frankreich zeigte sich im Feld offensiv, ebenso die Schweiz. Der Vorsprung der Spitze schmolz zusammen.

60 Kilometer vor dem Ende formierte sich eine Verfolgergruppe – zu dieser gehörten Matteo Scalco, Rémi Arsac, Matteo Vanhuffel, Jacob Bush, Kack Ward und auch der Deutsche Max Bock. Die Spitze lag nur noch rund eine Minute voraus. 50 Kilometer vor dem Ende sprang noch eine Gruppe mit einigen Top-Favoriten (Alvarez, Sparfel, Bravo, Driesen…) nach vorn.

Als es auf die letzten drei Runden ging, lagen Barry und Egholm noch zu zweit an der Spitze. 44 Sekunden dahinter folgte ein Verfolgertrio mit Fabries, Valjavic und dem Deutschen Paul Fietzke. Doch wenig später griff Alvarez an und die Verfolgergruppe wurde eingeholt. Egholm und Barry konnten sich noch eine Runde vorn halten. Eghol fiel zurück, nur Berry blieb allein an der Spitze. Im Feld wurde immer wieder attackiert. Der Italiener Scalco löste sich etwas mehr als 20 Kilometer vor dem Ende aus der Verfolgergruppe. Wenig später sprangen Sparfel, Alvarez und Driesen nach. Stiansen schaffte auch den Sprung.

Barry an der Spitze konnte seinen Vorsprung halten, dahinter konnte sich niemand lösen. So jubelte Barry nach langer Flucht über den WM-Titel, Silber ging an Alvarez, Stiansen gewann Bronze.