
Am Samstag steht das Straßenrennen der Frauen an. Insgesamt 180,1 Kilometer sind zu absolvieren. Der Start ist in Brossard, dann geht es zunächst auf eine große Schleife, ehe man noch 8 Runden auf dem Stadtkurs in Montreal absolviert. Um 9 Uhr am Morgen wird das Rennen gestartet, das entpsricht 15 Uhr deutscher Zeit.
Der Beginn des Rennens ist komplett flach, erst wenn man den Stadtkurs erreicht, wird es anspruchsvoller. Der Parcours dürfte den Klassikerspezialistinnen liegen, doch über den Ausgang werden nicht nur die physische Stärke entscheiden, sondern auch die Taktik und Renngestaltung. Einige Nationen haben mehrere richtig starke Fahrerinnen dabei, einige setzen auf eine klare Kapitänin und wieder andere versuchen, die Breite des Kaders zu nutzen.
Die Strecke
Die ersten rund 60 Kilometer sind flach, dann erreicht man den Stadtkurs. Dieser wird zu zwei Dritteln absolviert, ehe es das erste Mal durch den Zielbereich geht. Dann geht es noch auf acht Runden.


Der Stadtkurs ist anspruchsvoll, 13,4 Kilometer lang und mit 269 Höhenmeter. Eine anspruchsvolle Runde, bei der es wenige Abschnitte gibt, wo man sich erholen kann.

Die Schlüsselstelle ist der längere Anstieg kurz nach Beginn der Runde. Genau 1,67 Kilometer lang und bis zu 10% steil. Kein Monsterberg, aber doch nicht zu unterschätzen, vor allem im Finale des Rennens.
Die Favoriten
Die Top-Favoritin auf den Titel ist wohl Demi Vollering. Die Niederländerin bringt alles mit, was es auf diesem Kurs braucht. Doch die Konkurrenz wird es ihr nicht leicht machen, und sie wird auf die Hilfe ihrer Teamkolleginnen angewiesen sein. Schaut man auf den Parcours, darf man wohl Kim Le Court-Pienaar, Kasia Niewiadoma und Paula Blasi auch zu den Favoritinnen auf eine Medaille zählen. Tempomaschine Marlen Reusser ist ebenso Favoritin, wie auch die erfahrene Italienerin Elisa Longo Borghini.
Das deutsche Team ist ebenfalls stark einzuschätzen. Die besten Chancen auf eine Medaille hat ganz sicher Franziska Koch, aber auch Antonia Niedermaer ist stark. Vielleicht wäre Niedermaier eine Option für einen frühen Angriff, während die explosive Koch auf die Konkurrenz schaut und lange Kräfte spart.
Ein WM-Rennen ohne Funk hat seine Eigenheiten. Fahrerinnen, die sonst Gegnerinnen sind, sollen nun im Nationaldress gemeinsam agieren. Das gelingt nicht allen Nationen immer exzellent. Das polnische Team hat mit Marta Lach und Dominika Włodarczyk zwei weitere richtig starke Fahrerinnen und mehrere Optionen. Das belgische Team hat vielleicht keine Top-Favoritin, aber in der Breite ein gutes Team. Die Französinnen sind als Team ebenfalls stark einzuschätzen und die italienische Mannschaft sowieso. Demi Vollering kann sich vermutlich darauf einstellen, dass mehrere Nationen offensiv agieren werden, um ihr das Rennen so schwer wie möglich zu machen. Das wird nicht leicht für sie, den richtigen Attacken zu folgen und das Rennen unter Kontrolle zu behalten.
***** Vollering, Reusser, Le Court
**** Niewiadoma, Koch, Longo Borghini
*** Blasi, Kerbaol, Włodarczyk
** Gery, Kopecky, Pieterse, Berthet
* Niedermaier, Rüegg, Fisher-Black, Squiban
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