Brandon McNulty (Foto: ©CorVos)

Brandon McNulty ist neuer Weltmeister. Der US-Amerikaner griff im Straßenrennen in Montreal etwas mehr als 30 Kilometer vor dem Ende aus der kleinen Spitzengruppe an und siegte als Solist. Silber gewann der Australier Michael Matthews, der sich im Sprint der Verfolgergruppe vor dem Niederländer Mathieu van der Poel durchsetzte.


Das Rennen: 273 Kilometer. Die ersten Kilometer flach, dann 12 Runden auf dem anspruchsvollen Stadtkurs in Montreal.

WM 2026 – Profil Straßenrennen Männer

Was sonst so passierte – in einem epischen Rennen nur eine Auswahl der Ereignisse:

Kurz nach dem Start formierte sich eine große Gruppe. Mit dabei war auch der Deutsche Felix Engelhardt. Dazu Tilen Finkšt, Andreas Leknessund, Biniam Girmay, Henok Mulubrhan, Jamie Meehan, Guillaume Boivin, Emīls Liepiņš, Heorhii Antonenko, Mihajlo Stolić, Christofer Robín Jurado, Alexandre Mayer, Iustin-Ioan Văidian, Andreas Miltiadis, Kaden Hopkins und Amir Arsalan Ansari. Das Feld ließ die Lücke auf mehr als acht Minuten aufgehen. Doch als es in Montreal auf den Parcours der Schlussrunde ging, spannte sich der Franzose Bruno Armirail vor das Feld und der Vorsprung der Spritze schmolz ganz schnell auf unter fünf Minuten.

130 Kilometer vor dem Ende lag die Spitze nur noch rund zwei Minuten voraus. Der Franzose Armirail und auch der Mexikaner Cadena machten das Tempo, das Feld dünnte sich immer weiter aus. Mehr als 100 Kilometer vor dem Ende waren die Ausreißer alle wieder eingeholt. Armirail hatte seinen Job erledigt, da setzte der Franzose Jordan Jegat die erste Attacke. Belgien, Italien … es wurde direkt nachgesetzt.

Van der Poel und Van Aert offensiv

Rund 95 Kilometer vor dem Ende löste sich der Däne Anton Charmig, kam aber nur ein paar Sekunden weg. Als es wieder den langen Anstieg hoch ging, wurde erneut attackiert und es löste sich eine kleine Gruppe mit Van Gils, Baudin, Pellizzari, Scaroni, Onley, Buitrago, Healy, Kron, Camprubí, McNulty – auch Van der Poel reagierte und ging mit. Nach dem Anstieg sprangen noch Primoz Roglic und Wout van Aert zur Spitze. Doch das Feld schloss die Lücke. Da attackierte Wout van Aert erneut und Mathieu van der Poel ging mit. Roglic, Charmig und Onley reagierten, sprangen mit. Quinn Simmons setzte nach und sprang nach vorn.

Bei der nächsten Zieldurchfahrt lag die Spitze 40 Sekunden vor dem Feld. Hinten zog Del Toro bergan das Tempo an und es löste sich eine kleine Verfolgergruppe mit Del Toro, Seixas, Healy, Jorgenson, Ciccone, Scaroni, Matthews, Ayuso, Evenepoel und McNulty.


Van der Poel setzte vorn wenig später die nächste Attacke, löste sich mit Onley und Simmons. Dahinter fuhren Van Aert, Charmig und Roglic. Als es das nächste Mal den langen Anstieg hinaufging, sprang Roglic nach vorn zur Gruppe.

Dahinter griffen Ben Healy und Tom Picock an. Weitere Fahrer reagierten und sprangen zu ihnen hin. Es entstand eine Gruppe um Pidcock, Seixas, Del Toro, McNulty und weiteren Fahrern. Sie gingen mit rund einer halben Minute Rückstand in die viertletzte Runde.

Healy unermüdlich, McNulty mit der perfekten Attacke

An der Spitze verlor Onley 50 Kilometer vor dem Ende den Anschluss. Rund 40 Kilometer vor dem Ende schaffte Healy den Anschluss an die Spitze, hatte sich zuvor aus der Verfolgergruppe abgesetzt. Rund fünf Kilometer später schlossen auch die Verfolger um Seixas und Del Toro zur Spitze auf. Erneut wurde attackiert. Roglic, Healy und Simmons fielen zurück, gaben aber nicht auf. So bildeten 33 Kilometer vor Ende Seixas, Del Toro, McNulty, Ciccone, Van der Poel, Jorgenson und Matthews die Spitze. Im perfekten Moment attackierte McNulty und löste sich. Er behauptete sich vorn, während dahinter immer wieder angegriffen und nachgesetzt wurde. Herausragend agierte der US-Amerikaner Matteo Jorgenson – er ging alle Angriffe mit und erstickte so die Bemühungen der Konkurrenz.

In der letzten Runde kamen die Verfolger um den offensiven Tom Pidcock Spitzenreiter McNulty noch einmal sehr nahe, konnten die Lücke aber nicht schließen. Die Verfolger waren sich erneut uneinig, so wuchs der Vorsprung von McNulty wieder und er konnte sich den WM-Titel sichern. Den Sprint um Rang zwei gewann Michael Matthews vor Mathieu van der Poel.

Die deutschen Starter spielten im Kampf um eine Medaille keine Rolle. Max Schachmann war nach Defekt ohne Chance, Georg Zimmermann wurde 38., Florian Lipowitz landete auf Rang 47.