
Der Abschluss der Straßenweltmeisterschaften 2026 in Montreal – das Rennen der Männer startet kurz nach 9 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit). 273,4 Kilometer lang, mit 3803 Höhenmetern. Nach den spektakulären Rennen der Nachwuchsklassen und Frauen hoffen die Fans auch bei den Männern auf ein Spektakel. Der beste Fahrer der Welt und Top-Favorit fehlt – Tadej Pogacar ist nach seinem Sturz bei der Vuelta nicht dabei. So ist das Rennen um das Regenbogentrikot offener als in den vergangenen Jahren.
Die Stadtrunde in Montreal ist durchaus anspruchsvoll, auch wenn es nur eine längere Steigung gibt. Es gibt kaum Passagen, wo man sich wirklich erholen kann. Die Position ist stets von Bedeutung. Es ist kein Kurs für reine Kletterer, aber auch keiner für Sprinter. Klassikerspezialisten, Fahrer, die hügeliges Terrain lieben, kommen auf ihre Kosten. Doch bei einem solch langen Rennen – satte 273 Kilometer – zählt nicht nur Explosivität und Positionfahren. Fatigue resistance ist das Schlüsselwort, dazu die Fähigkeit, lange Kraft zu sparen, im richtigen Moment bereit zu sein.
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Zeitfahrweltmeister Remco Evenepoel zählt zurecht zu den Top-Favoriten, doch Fahrer wie Mathieu van der Poel, Issac del Toro, Paul Seixas sollte man auf diesem Kurs auch auf dem Zettel haben. Dazu hat das belgische Team mit Wout van Aert eine zweite Karte auf der Hand, die man ausspielen kann. Doch zwei Kapitäne in einem WM-Rennen ist auch taktisch eine Herausforderung. Fahren beide clever, ziehen an einem Strang und spielen ihre Fähigkeiten ideal aus, kann das von Vorteil sein. Doch, agiert man eher gegeneinander, geht das nach hinten los. In einem Rennen ohne Funk ist auch die Kommunikation ein kniffliges Element.
Strecke des Straßenrennens der Männer
Start ist in Brossard, flacher Beginn, die letzten rund 170 Kilometer werden dann auf dem Stadtkurs in Montreal ausgetragen. In Summe sind so rund 3800 Höhenmeter zu bewältigen

Der Start ist in Brossard, dann geht es zunächst auf eine große Schleife. Erst nach rund 100 Kilometern erreicht man den Stadtkurs in Montreal. Es geht nach 112,6 Kilometern das erste Mal über die Ziellinie und dann werden noch 12 Runden auf dem Stadtkurs ausgetragen.

Die Stadtrunde hat es in sich. Direkt nach Start/Ziel geht es die einzige längere Steigung hinauf. Anschließend geht es bergab, einige Kurven machen es technisch anspruchsvoll.

Zwei weitere kurze Anstiege machen die Runde kniffliger, als sie auf den ersten Blick aussieht. Viele Abschnitte, in denen man sich erholen kann, hat dieser Kurs nicht.

Die Schlüsselstelle ist der längere Anstieg kurz nach Beginn der Runde. Genau 1,67 Kilometer lang und bis zu 10% steil. Kein Monsterberg, aber doch nicht zu unterschätzen, vor allem im Finale des Rennens.
Die Favoriten
Tadej Pogacar fehlt, sonst hätte dieses Rennen einen klaren Favoriten. Das Terrain, die Länge – vieles spricht für Remco Evenepoel. Doch der Belgier wird sich strecken müssen. Denn die Konkurrenz ist stark und wird es Evenepoel so schwer machen wollen, wie möglich. Paul Seixas ist sicher einer der Favoriten. Ihm würde ein schweres Rennen auch entgegenkommen und mit seiner Physis und Explosivität ist er einer der Favoriten, auf diesem Parcours. Für Isaac del Toro gilt das natürlich auch. Will man Mathieu van der Poel abhängen, muss man sicher das Rennen an den Anstiegen früh schwer machen. Gegen den Niederländer am Ende auf der ansteigenden Zielgeraden können sich nur ganz wenige auf einen Sprint einlassen. Das belgische Team könnte mit Evenepoel offensiv agieren, hätte mit Van Aert eine defensive Karte.
Fahrer wie Ben Healy müssen sicher früh in die Offensive gehen. Das gilt auch für die italienische Mannschaft, die in der Breite stark ist, aber keinen absoluten Top-Favoriten hat. Man darf gespannt sein, wie gut es den Belgiern gelingt, das Rennen zu gestalten, und welchen Plan sich die Nationen zurechtgelegt haben.
Das deutsche Team ist in der Außenseiterrolle. Florian Lipowitz scheint nicht in Top-Form, wird dennoch versuchen, ein solides Ergebnis einzufahren. Gute Karten hat man mit Max Schachmann, Marco Brenner und Felix Engehlhardt, offensiv zu agieren.
***** Remco Evenepoel, Paul Seixas
**** Van der Poel, Del Toro, Pidcock
*** Ciccone, van Aert, Simmons
** Pellizzari, McNulty, Healy, Christen
* Ayuso, Bettiol, Jorgenson, Eulálio, Scaroni, Mas

