Der Blick aufs Profil zeigt eine typische Vuelta-Flachetappe. Gut 2200 Höhenmeter müssen auf den 181 Kilometern von Mondoñedo nach Mañón überwunden werden und zurecht ist sie im Roadbook als “hügelig” eingestuft. Im Finale geht es zudem bergauf, bergab und kurvenreich zum Ziel auf einer Landzunge direkt an der Küste. Doch auch der Wind könnte eine Rolle spielen. Denn sollte die Wetterprognose mit heftigen Böen eintreffen, könnte es auf dem kniffligen Finale chaotisch werden.

Betrachtet man nur das Profil, ist es die vorerst letzte Chance für die endschnellen Männer. Erst in einer Woche bietet sich noch einmal die Gelegenheit auf eine Sprintentscheidung. Überhaupt, ist es wohl die drittletzte Sprintchance dieser Vuelta. Doch das Finale ist tückisch und knifflig – vor allem wenn es windig wird. Es ist gut möglich, dass Ausreißer ihre Chance sehen und diese auch nutzen.

Sollte es wirklich windig sein, werden die Kapitäne ihr Team einspannen um bloß nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dann könnte es hektisch und schnell werden. Doch den Klassementfahrern wäre es mit Blick auf die kommenden Tage sicher lieber, es würde ein ruhiges und kontrolliertes Rennen mit einem Massensprint geben. Denn in den kommenden drei Tagen stehen jeweils Bergankünfte an.

 

Die Strecke

Karte der 12. Etappe der Vuelta 2018

Wenige Kilometer nach dem Start es direkt bergauf zur ersten Bergwertung des Tages. Vielleicht formiert sich hier bereits die Gruppe des Tages. Es geht gen Osten und dann nach Norden zur Küste. Anschließend führt die Strecke von Osten gen Nordwesten entlang der Küste. Der Wetterbericht geht von rund 60-80% Regenwahrscheinlichkeit und Windböen von mehr als 50 km/h aus Nordosten aus. Das würde eine “Schiebekante” bedeuten – also schräger Rückenwind – etwas sehr, sehr gefährliches. Gehen hier Lücken auf, ist man bei sehr, sehr hohem Tempo schnell weit abgehängt. Bleibt der starke Wind aus, ist es ein Abschnitt ohne große Hindernisse.

Rund 50 Kilometer vor dem Ziel wird es dann erneut wellig. Es geht mehr als sieben Kilometer mit 5% bergauf zur Bergwertung des Alto de San Pedro und anschließend steil bergab. Nach der Abfahrt geht es wieder bergauf, diesmal kurz, aber mächtig steil. Vielleicht eine gute Möglichkeit für eine späte Attacke. Nach der Abfahrt ist es nur kurz flach bis zur Sprintwertung, danach geht es wellig weiter.

Die Anfahrt zum Ziel ist ebenfalls nicht ohne. Es geht bergab, dann durch eine enge Links-Rechts-Links-Kobination und dann leicht bergan zum Ziel am nördlichsten Zipfel Spaniens.

Finale der 12. Etappe der Vuelta 2018

 

Favoriten

Da es eine der letzten Sprintchancen dieser Vuelta ist, sind Fahrer wie Elia Viviani sicher motiviert. Peter Sagan und Matteo Trentin sind ebenfalls heiße Tipps, wenn es zu einem Sprint kommt. Doch das Finale ist knifflig und lädt zur Attacke ein. In den nächsten Tagen sind es vor allem die langen Berge, die anstehen, so wollen vielleicht auch die Puncheure und Klassiker-Spezialisten diesen Tag nutzen. Kwiatkowski, Brambilla, Clarke oder auch Benoot sind Namen, die zu diesem Terrain und einer späten Attacken passen würden.

Vielleicht kommt auch die frühe Ausreißergruppe durch, weil sich kein Team findet, das konsequent nachsetzten will. Das würde vor allem den ProConti-Mannschaften eine gute Chance bieten. Das Wetter wird sicher eine Rolle spielen und natürlich die Taktik der Teams – vielleicht gibt es wieder ein spannendes Finale, die Fans würde es freuen.

***** –
****  Peter Sagan, Matteo Trentin, 
*** Elia Viviani, Tony Gallopin, Simon Clarke
** Michal Kwiatkowski, Gianluca Brambilla, Danny van Poppel
*  Omar Fraile, Ivan Garcia Cortina, Fabio Felline, Edu Prades

Start: 12:50 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr

 

Weitere Artikel zur Vuelta 2018:
Podcast-Vorschau mit Johannes Fröhlinger
Die Favoriten mit ihren Stärken & Schwächen

Die weiteren Etappen mit Profil zum durchklicken:
13. Etappe | 7. September | Candás. Carreño – Valle de Sabero. La Camperona | 174,8 km (Bergankunft)
14. Etappe | 8. September | Cistierna – Les Praeres. Nava | 171 km (Bergankunft)
15. Etappe | 9. September | Ribera de Arriba – Lagos de Covadonga | 178,2 km (Bergankunft)
Ruhetag     | 10. September
16. Etappe | 11. September | Santillana del Mar – Torrelavega | 32 km
17. Etappe | 12. September | Getxo – Balcón de Bizkaia | 157 km (Bergankunft)
18. Etappe | 13.September | Ejea de los Caballeros – Lleida | 186,1 km
19. Etappe | 14. September | Lleida – Andorra. Naturlandia | 154,4 km (Bergankunft)
20. Etappe | 15. September | Andorra. Escaldes-Engordany – Coll de la Gallina. Santuario de Canolich | 97,3 km (Bergankunft)
21. Etappe | 16. September | Alcorcón – Madrid | 100,9 km