Profil der 8. Etappe der Tour de France 2023 (©A.S.O.)

Insgesamt 200 Kilometer lang, mit rund 2200 Höhenmetern – diese 8. Etappe ist lang und wellig. Der erste Teil ist überwiegend flach, die zweite Hälfte der Etappe anspruchsvoller. Es sind keine heftigen Anstiege oder Rampen, aber immer wieder kürzere Steigungen mit rund 5%. Mal einen Kilometer lang, mal eineinhalb Kilometer lang. Oft ist die Straße nicht super breit, es werden kleinere Orte passiert. So kann es ein unangenehmes Finale werden, wird das Tempo angezogen.

Zum Ziel geht es bergan – auch nicht supersteil, aber eben einen Kilometer mit 3,8%. Für die reinen Sprinter vielleicht etwas zu schwer, eher eine Angelegenheit für Puncheure, endschnelle Klassikerspezialisten und Fahrer wie Mathieu van der Poel und Wout van Aert. Für Jasper Philipsen ist das Finale vielleicht nicht zu schwer, nach drei Etappensiegen hat er viel Selbstbewusstsein und ist super in Form. Doch wird die Sprint-Konkurrenz es mit ihm ein viertes Mal bereitwillig aufnehmen? Oder schickt man lieber Fahrer in die Fluchtgruppe?

Sollte sich früh eine größere Gruppe formieren, wird sich Alpecin-Deceuninck überlegen, ob sie nicht lieber einen mitschicken. Denn allein im Feld werden sie wohl eine größere Gruppe nur schwer kontrollieren können. Man darf gespannt sein, wie die Teams diese Etappe taktisch angehen. Der Wind kann in dieser Region auch immer eine Rolle spielen. Stimmt jedoch die Vorhersage, bläst es nicht stark genug für Windstaffeln, doch die Teams werden auch das genau im Blick behalten.

Für die Klassementfahrer gilt es, so schonend wie möglich das Ziel zu erreichen, ohne Zeit zu verlieren. Schließlich steht am Sonntag eine schwere Bergankunft an. Dennoch muss man im Finale dieser achten Etappe hellwach und aufmerksam sein. Schnell entstehen Risse im Feld, wird es eng und hektisch, drohen Stürze.


Die Vorschau wird präsentiert von: Kalas


Die Strecke

Von Libourne geht es nordwestlich nach Limoges. Nur drei Bergwertungen sind zu absolvieren, aber alle drei im letzten Drittel der Etappe. Die ersten rund 125 Kilometer sind flach. Der Sprint wird nach 79 Kilometern ausgetragen.

Anschließend wird das Terrain wellig. Zunächst steht rund 70 Kilometer vor dem Ende die Côte de Champs-Romain an. Dann geht es wellig weiter, ehe im Finale zwei weitere kategorisierte Anstiege zu meistern sind. Der letzte nur rund 9 Kilometer vor dem Ende.

Die Anfahrt zum Ziel ist anders als 2016, als Marcel Kittel knapp vor Bryan Coquard gewann. Damals fuhr man dort hinauf, wo heute die 2000-Meter-Marke ist, kam mit Schwung von der anderen Flussseite. In diesem Jahr geht es flach entlang des Ufers, dann links weg und mit einer weiteren Linkskurve in die ansteigende Zielgerade. Das Feld wird also nicht mit großem Schwung in die Steigung zum Ziel gehen.

Die Sprintwertung:

KM 79 TOCANE-SAINT-APRE

Die Bergwertungen:

Kat 3 | km 130.4 Côte de Champs-Romain | 2.8km 5.2%
Kat 4 | km 184.7 | Côte de Masmont | 1.3km 5.5%
Kat 4 | km 191.4 | Côte de Condat-sur-Vienne | 1.2km 5.4%

Die Favoriten

Kommt es zum Sprint im Feld, ist Jasper Philipsen erneut einer der Favoriten. Doch auch Wout van Aert liegt diese Ankunft. Mathieu van der Poel ebenso und auch Biniam Girmay liegt diese Art Ankunft sicher, er scheint aber nicht in Top-Form zu sein. Bryan Coquard war 2016 in Limoges ganz nah dran, an seinem ersten Tour-Etappensieg. Die Ankunft war ebenfalls leicht ansteigend, aber nicht identisch mit der aus diesem Jahr. Das Ziel von damals ist aber nur wenige hundert Meter entfernt von der Ziellinie am Samstag. Wenn man so will, geht es den gleichen Hügel hinauf, nur eine andere Straße.

Oder kommt es nicht zum Sprint, sondern machen Ausreißer den Tagessieg unter sich aus? Möglich. Das hängt von der Taktik der Mannschaften und der Zusammensetzung der Fluchtgruppe ab. Für die Gruppe des Tages kommt das halbe Feld in Frage. Nikias Arndt, Edvald Boasson Hagen, Mathieu Burgaudeau, Hugo Houle, Dion Smith, Matej Mohorič …. wären alles Fahrer, die auch aus einer Gruppe auf diesem Terrain erfolgreich sein können.

***** Mathieu van der Poel
**** Jasper Philipsen, Wout van Aert
*** Girmay, Ewan, Pedersen, Coquard
** Laporte, Bauhaus, Meeus, Cort, Arndt
* Pogacar, Zingle, Mezgec, Trentin, Degenkolb, Smith

Start: 12:30 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


Profil der 19. Etappe der Tour de France 2023 (©A.S.O.)

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