
Nach zwei Sprinteretappen am Wochenende geht es nun ins Zentralmassiv. Diese 10. Etappe der Tour de France 2025 hat es in sich! Satte 4500 Höhenmeter bei nur 165 Kilometern Länge – das ist ein Brett! Inzwischen haben die Fahrer neun Tage in den Beinen, spüren die Anstrengungen und sehnen sich den Ruhetag am Dienstag herbei. Die Etappe hat keine superlangen Anstiege, aber eben kaum flache Meter. Es ist ein Auf und Ab – ganz typisch für das Zentralmassiv. Die ersten echten Anstiege dieser Tour versprechen ein spannendes Rennen.
Im Kampf um Gelb kann es eine sehr bedeutende Etappe werden. Klar, dies ist nicht das Teilstück um eine endgültige Entscheidung herbeizuführen, aber es ist eine sehr gefährliche Etappe, auf der man schnell viel Zeit verlieren kann. Das Terrain macht es zudem kompliziert, das Rennen zu kontrollieren. Wird bereits gleich nach dem Start angegriffen, kann sich eine starke Gruppe formen. Nicht ausgeschlossen, dass Klassementfahrer ebenfalls früh Angriffe mitgehen. Auch die Idee, Helfer in der Gruppe zu platzieren, die später dem Kapitän helfen.
Gut möglich, dass es auf dieser Etappe gleich mehrere Renen zu sehen gibt. Der Kampf um den Tagessieg, der zwischen den Klassementfahrern, der ums Bergtrikot und vielleicht auch einer um Grün. Denn es ist Bini Girmay durchaus zuzutrauen, in die Gruppe des Tages zu springen, um beim Zwischensprint zuzuschlagen.
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Die Strecke der 10. Etappe der Tour 2025

Es ist eine brutale Zentralmassiv-Etappe! Die ersten Kilometer aus der Stadt sind flach, doch nach einer langen Neutralisation geht es direkt die erste Steigung hinauf! Vier Kilometer mit ~6% – hier können sich starke Kletterer und Puncheure aus dem Staub machen. Abfahrt, eine unkategorisierte Steigung, Abfahrt … dann der Zwischensprint bei Rennkilometer 44,4. Man darf gespannt sein, wer sich im Kampf um Grün hier Punkte holen kann!
Es geht anschließend einfach nur noch auf und ab. Selten supersteil, auch die Abfahrten sind eher moderat – aber flach ist es eben ganz selten. Das Finale beginnt dann wohl 26 Kilometer vor dem Ende. Denn die Steigung nach Montaleix ist zwar nicht kategorisiert, hat aber einen Steilen Abschnitt! Oben dann sind es nur fünf Kilometer flach, dann geht es zur vorletzten Bergwertung. Eine Abfahrt bringt die Fahrer dann an Fuße der Schlusssteigung.
Der Schlussanstieg der 10. Etappe der Tour 2025

Die Steigung zum Ziel ist nicht sehr lang, aber durchaus steil. Gleich im unteren Teil geht es direkt mit 12% bergauf, dann wird es etwas flacher. Insgesamt ist die 3,3 Kilometer lange Steigung mit 8% angegeben.

Sprintwertung:
km 44.4 • DURTOL
Bergwertungen:
Kat 2 | km 11.8 – Côte de Loubeyrat | 4.1km 6.3%
Kat 2 | km 54.5 – Côte de La Baraque | 4.8km 7.4%
Kat 2 | km 66.6 – Côte de Charade | 5.1km 6.8%
Kat 2 | km 78.4 – Côte de Berzet | 3.4km 7.4%
Kat 2 | km 115.4 – Col de Guéry | 3.4km 6.7%
Kat 3 | km 124.1 – Col de la Croix Morand | 3.4km 5.7%
Kat 2 | km 155.4 – Col de la Croix Saint-Robert | 5.1km 6.4%
Kat 2 | km 165.3 – Le Mont-Dore Puy de Sancy | 3.3km 8%
Die Favoriten der 10. Etappe
Meist ist die erste Bergetappe der Tour eine Angelegenheit für die Klassementfahrer – und auch auf diesem 10. Teilstück darf man darf wohl fest mit einem GC-Tag rechnen. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich früh eine Gruppe mit starken Kletterer formiert, die sich bis zum Ende vorn behaupten kann. Fahrer wie Ben Healy, Michael Storer oder Quinn Simmons wären Kandidaten für einen Ausreißersieg. Es hängt davon ab, wie schnell sich die Gruppe formiert und vor allem davon, wie die Teams der Klassementfahrer das Rennen gestalten. Visma | Lease a Bike hat bislang versucht jede Chance, das Team UAE und Pogacar zu ärgern, versucht zu nutzen. Gut möglich, dass sie an diesem Tag jetzt davon profitieren wollen und früh in die Offensive gehen.
Das Terrain ist vor allem auch deshalb gefährlich, weil es ständig auf und ab geht, man nicht über lange Strecke mit einem Team Tempo bolzen und Lücken schließen kann. Die Straßen sind nicht sehr breit, an vielen Stellen kurvenreich. Es gilt extrem aufmerksam zu sein und die Aktionen der Konkurrenz schnell zu durchschauen und darauf zu reagieren. Oder wählt UAE den Ansatz, das Rennen selbst mit hohem Tempo und Kraftaufwand zu kontrollieren und dann am Ende Pogacar All In auf Tagessieg gehen zu lassen? Ein klares „Pogi-Statement“ vor dem Ruhetag? Auch das ist denkbar.
***** –
**** Pogacar, Healy, Vingegaard, Powless
*** Evenepoel, Powless, Vauquelin, Storer, Grégoire
** Schmid, Onley, Roglic, Van Aert, Baudin
* Lipowitz, Castrillo, Lutsenko, Simmons, O’Connor
Start: 13:10 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr
Website & Ticker: letour.fr/de/


