
Nach dem letzten Ruhetag startet die 80. Vuelta mit einem kniffligen Teilstück in die Schlusswoche. Diese 16. Etappe ist 167,9 Kilometer lang und hat rund 3500 Hm. Es geht von Poio zur Bergankunft in Castro de Herville. Zunächst ist das Terrain nur leicht wellig, doch die letzten rund 70 Kilometer haben es in sich. Das Terrain scheint ideal für Ausreißer, doch auch die Klassementfahrer müssen aufmerksam sein. Wer nach dem Ruhetag nicht sofort den richtigen Tritt findet, kann in den steilen Passagen schnell den Anschluss verlieren und Zeit verlieren.
Am Ruhetag haben die Fahrer Kraft getankt, und wenn die Chancen auf einen Ausreißererfolg gut scheinen, werden einige Fahrer versuchen, in der Gruppe des Tages zu sein. Das kann zu einem harten Kampf um die Gruppe des Tages führen. Dauert es sehr lange, ehe eine Gruppe wegkommt, überlegt man sich im Feld vielleicht doch, nachzusetzen und auf den Tagessieg zu gehen. Oder sieht Tom Pidcock ohnehin eine so gute Chance, dass er sein Team das Rennen kontrollieren lässt? Das Terrain dürfte dem explosiven Briten sehr liegen und nachdem er auf Etappe 11 um die Chance auf den Tagessieg gebracht wurde, möchte er vielleicht diese Chance nutzen. So kann es durchaus zum Großkampf der Klassementfahrer kommen und einer der Top-GC-Fahrer sich den Tagessieg holen.
Die Strecke der 16. Etappe der Vuelta 2025

Die Vuelta ist ganz im Nordwesten Spaniens angekommen. Es geht durch Galicien, auf und ab. Von Poio aus gen Süden und dann auf zwei anspruchsvolle Schleifen. Die erste über den Groba-Anstieg, die zweite hinauf zum Ziel. Die letzten 69 Kilometer haben satte 2000 Höhenmeter – es geht steil auf und ab! Der Alto da Groba leitet das anspruchsvolle Finale ein.

Etwa 69 Kilometer vor dem Ziel beginnt die Steigung. Kein langer Berg, aber die 6,6 Kilometer haben einige steile Passagen. So ist der Anstieg mit 5,4% durchschnittlicher Steigung als Berg der 1. Kategorie eingestuft.
Nach dem Gipfel folgt eine Abfahrt mit Gegensteigung, dann geht es zum nächsten Anstieg.
Der vorletzte Anstieg ist der Alto de Prado. Zweite Kategorie, aber auch dieser Anstieg hat es in sich. Die letzten zwei Kilometer zum Bonussprint haben im Schnitt fast 12%! Vom Gipfel sind es nur noch 24 Kilometer bis zum Ziel. Zunächst bergab, dann hinauf zum Ziel.

Die Schlusssteigung ist 8,2 Kilometer lang und hat 5,2% im Schnitt. Obenraus ist es moderat steil, doch im unteren Teil giftig steil! Bis zu 16% geht es hinauf! Es hat dort einen 1700m langen Abschnitt mit mehr als 10% im Schnitt. Es geht stufenartig hoch – kurze flachere Passagen, aber noch zwei mit 10%. Hier ist Punch und Timing gefragt.

Sprintwertung:
COUSO Km 136,7
Bergwertungen:
ALTO DE SAN ANTOÑINO Km 82,9 | 9 km – 4 %
ALTO DA GROBA Km 109,8 | 11,3 km – 5,4 %
ALTO DE PRADO Km 144,5 | 4,3 km – 8,9 %
CASTRO DE HERVILLE km167,9 | 8,2 km – 5,2 %
Die Favoriten
Bergfeste Ausreißer für dieses Terrain haben sich während der vergangenen zwei Wochen bereits einige hervorgetan – allen voran Jay Vine und Juan Ayuso. Sie könnten auch ein Auge auf diese Etappe geworfen haben. Marc Soler hat für UAE auch schon eine Etappe als Ausreißer gewonnen und dazu gibt es einige weitere Namen, die man auf diesem Terrain auf die Favoritenliste für einen Ausreißersieg setzen kann. Eddie Dunbar beispielsweise, aber auch Santiago Buitrago oder Marco Frigo. Doch holt sich tatsächlich ein Ausreißer den Sieg, oder wollen die GC-Jungs zeigen, was sie drauf haben? Vor allem für Tom Pidcock wäre es eine sehr gute Chance auf einen Tagessieg. Doch sein Team wird wohl auch etwas auf Hilfe angewiesen sein, will man das Rennen kontrollieren. Es wird sich wohl recht schnell zeigen, welchen Verlauf das Rennen nimmt.
***** –
**** Juan Ayuso, Santiago Buitrago, Tom Pidcock
*** Vine, Vingegaard, Hindley
** Almeida, Dunbar, Tiberi, Romo
* Bagioli, Kwiatkowski, Soler, Frigo, Bernal, Fortunato
Start: 13:05 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr

