Lennart Jasch (Tudor Pro Cycling) hat die vierte Etappe der Tour of the Alps gewonnen. Der 25-Jährige, der zur Nachwuchsmannschaft des Schweizer Teams gehört, gehörte zur Ausreißergruppe des Tages, löste sich im Finale und siegte als Solist. „Ich bin ein bisschen überfordert gerade“, sagte Jasch im Interview nach seinem ersten Profisieg. „Es war ein krasser Tag. Ich hatte richtig gute Beine. Ich habe gemerkt, dass ich der Stärkste in der Gruppe bin und habe mir ein Herz gefasst. Dann war es sehr hart“, so der Tagessieger.

Zweiter wurde Matteo Sobrero (Lidl – Trek), der sich im Zweierspring gegen Federico Iacomoni (Team UKYO) durchsetzte. Das Feld der Favoriten führte Jaschs Teamkollege Florian Stork ins Ziel. In der Gesamtwertung führt weiter Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) vor Thymen Arensman (INEOS Grenadiers) und Egan Bernal (INEOS Grenadiers).

Das Rennen: Die Königsetappe, 168 Kilometer lang. Von Arco nach Trento.

Was sonst so passierte:

Die Ausreißergeuppe des Tages bildeten Simone Raccani (Team UKYO), Lennart Jasch (Tudor Pro Cycling), Sean Quinn (EF Education – EasyPost), Rainer Kepplinger (Bahrain – Victorious) und Christopher Juul-Jensen (Team Jayco AlUla). Das Feld kontrollierte den Rückstand. Rund 50 Kilometer vor dem Ende fiel die Spitze auseinander. Jasch löste sich für einen Moment allein, das Feld lag etwas mehr als zwei Minuten zurück.

Jasch, Raccani, Juul-Jensen und Kepplinger schlossen an der Spitze wieder zusammen. In der nächsten Steigung löste sich Jasch erneut allein, dahinter machte Pinarello-Q36.5 das Tempo für Pidcock, der dann in der letzten Steigung in die Offensive ging. Es löste sich eine Gruppe und Vlasov war beim Bonussprint vorn. Aus der Verfolgergruppe lösten sich Matteo Sobrero und Federico Iacomoni. Sie konnten die Lücke zu Jasch aber nicht mehr schließen. Jasch holte den Sieg, Sobrero gewann den Sprint um Platz zwei.


Die Erkenntnisse:

  • Für Ex-Eisschnellläufer Jasch ist es der erste Saisonsieg. Vom Red-Bull-Nachwuchsteam kam er zu Tudor und gehört dort offiziell zur Nachwuchsmannschaft, bestreitet aber viele Rennen mit dem Pro-Team.
  • Die Gesamtwertung ist weiter offen, die Spitze liegt sehr eng zusammen – die Entscheidung um den Gesamtsieg wird am Schlusstag fallen, vielleicht spielen die Bonifikationen am Ende eine große Rolle.
  • Gleich mehrfach gab es im Finale in der Abfahrt kleine Schreckmomente. Eine enge Kurve, die Jasch und auch Fahrer des Feldes fast verpassten, die Verfolger fuhren an einer Stelle geradeaus – eine Zielanfahrt, die offensichtlich nicht ganz ohne war.
  • Aleks Vlasov holte sich im Finale Bonussekunden und rückt nun in der Gesamtwertung auf Rang vier vor – Ineos und Red Bull haben mehrere Karten für den finalen GC-Kampf am Freitag.

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