Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) hat die Königsetappe der 109. Italien-Rundfahrt gewonnen. Der US-Amerikaner gehörte zur Ausreißergruppe des Tages und siegte am Ende als Solist. Er machte seine Etappensieg-Sammlung komplett, war nun bei allen drei Grand Tours erfolgreich. Rang zwei ging an Derek Gee-West (Lidl – Trek), auch er gehörte zur Fluchtgruppe des Tages. genau wieder der Tagesdritte Giulio Ciccone (Lidl – Trek), der sich das Bergtrikot sicherte.
„Als ich die Chance bekam, in die Ausreißergruppe zu gehen, musste ich sie einfach nutzen. Davon habe ich immer geträumt, aber es wird jedes Jahr schwieriger. Ich entwickle mich ständig weiter und werde besser, aber das gilt auch für alle anderen“, so Kuss. „Ich war mir nicht ganz sicher, ob ich Giulio Ciccone einholen würde. Ich war etwas demotiviert, als er eine Minute Vorsprung herausfuhr. Ich habe versucht, mich auf die schnellstmögliche Anstiegsgeschwindigkeit zu konzentrieren. Ich wusste, dass meine Mutter 500 Meter vor dem Ziel stehen würde. Ein großes Dankeschön an sie und meine ganze Familie, denn ich sehe sie nur wenige Wochen im Jahr. Das ist für sie“, so Kuss.
Visma-Teamkapitän Jonas Vingegaard fährt weiter souverän, blieb am Hinterrad seines Hauptkonkurrenten Felix Gall (Decathlon CMA CGM) und wurde Fünfter. Vingeaard führt die Gesamtwertung weiter mit mehr als vier Minuten Vorsprung vor Gall an. Neuer Gesamtdritter ist Jai Hindley (Red Bull – BORA – hansgrohe). Der Australier hängte in der Schlusssteigung Thymen Arensman (Netcompany INEOS) ab und zieht an ihm in der Gesamtwertung vorbei. Hindley liegt damit zwei Tage vor Schluss auf Podiums-Kurs.
Die Etappe: Von Feltre nach Alleghe, über 151 Kilometer. Sechs Anstiege, satte 4800 Höhenmeter.

(© RCS)
Was sonst so passierte:
Michael Valgren und sein Teamkollege James Shaw traten nicht zur Etappe an. Nach dem Start begannen die Angriffe, aber zunächst löste sich keine Gruppe. Jhonatan Narvaez stieg nach wenigen Kilometern vom Rad und gab das Rennen auf.
Auf dem Weg zur ersten Steigung löste sich dann doch eine kleine Gruppe mit Chris Harper (Q36.5 Pro Cycling Team), Nico Denz (Red Bull-BORA-hansgrohe), Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team), Ådne Holter und Johannes Kulset (Uno-X Mobility). Doch im Feld machte das Lidl-Trek-Team Tempo – Giulio Ciccone ging dann in die Offensive und das Rennen wurde neu eröffnet. Es formierte sich eine Spitzengruppe um Ciccone, Caruso, Kuss, Mas, Bettiol, Harper und Van der Lee. Dahinter entstand eine Gruppe mit den Klassementfahrern Michael Storer und Derek Gee, nachdem Tudor mit Storer in die Offensive gegangen war. Im Feld kontrollierte Visma | Lease a Bike das Tempo.
Ciccone holte sich die 40 Zähler am ersten Gipfel des Tages. Die Verfolgergruppe mit Storer und Gee lag etwas mehr als 30 Sekunden zurück, das Feld etwa eineinhalb Minuten. Im Anstieg zur zweiten Bergwertung schloss die Verfolgergruppe zur Spitze etwa 82 Kilometer vor dem Ende auf. Wenig später lösten sich Rubio und Ciccone. Ciccone holte sich am Gipfel die 18 Zähler.
Bevor es in den Anstieg zum Giau ging sprangen Ludovico Crescioli und Chris Harper nach vorn zu Ciccone und Rubio. Die große Verfolgergruppe mit Storer, Gee und Caruso lag aber nur wenige Sekunden zurück. Kurz vor dem Gipfel des Giau griff Pellizzari an und Ciccone, Kuss und Rubio konnten folgen, Storer und Gee schlossen ebenfalls wieder auf, auch Hirt und Caruso konnten wieder den Anschluss herstellen. Ciccone holte sich die 50 Zähler am Gipfel und übernahm die Führung in der Bergwertung dieses Giro. Das Feld – das auf ein ganz kleines Grüppchen zusammengeschmolzen war – lag etwa eineinhalb Minuten zurück.
Am Fuße der nächsten Steigung betrug der Vorsprung der Spitze drei Minuten. Im Feld machte nun das Decathlon-Team das Tempo. Gee holte sich beim Red Bull Km die Bonussekunden. Rubio war sauer, holte sich dann am nächsten Bergsprint die 18 Zähler, Ciccone nur 8. Der Italiener attackierte in die Abfahrt und fuhr schnell einen Vorsprung von mehr als 40 Sekunden auf die ehemaligen Begleiter heraus.
In die Schlusssteigung ging Ciccone mit etwas mehr als einer Minute auf die Verfolger. Das Feld lag knapp zwei Minuten zurück, dort machte Decathlon das Tempo. Nur Vingegaard, Piganzoli, Hindley und Arensman konnten dranbleiben.
Kuss machte sich aus der Verfolgergruppe auf nach vorn, hängte Gee und die anderen Begleiter ab. Er zog auch an Ciccone vorbei und holte sich den Tagessieg. Ciccone musste auch den Teamkollegen Gee ziehen lassen, wurde Dritter – bekam aber dafür auch noch Bergpunkte.
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