Alejandro Valverde (Movistar)

Valverde gewinnt zum 3. Mal den Fleche Wallonne
Valverde gewinnt zum 3. Mal den Fleche Wallonne

So stark wie sich Alejandro Valverde (Movistar) beim Flèche Wallonne präsentierte, ist er der Topfavorit für Lüttich-Bastogne-Lüttich. Der Spanier weiß wie man die Doyenne gewinnt. Zwei Mal siegte er bereits in Ans, zuletzt 2008. Bei seinem ersten Erfolg gewann er zuvor auch beim Flèche Wallonne. Doch der Weg zum Double scheint in diesem Jahr schwerer als vor neun Jahren. Die Konkurrenz ist stark und der geänderte Kurs lädt zusätzlich zu Attacken ein. Alle im Feld wissen, dass Valverde stark und extrem endschnell ist. Mit ihm können es im Sprint nur die Wenigsten aufnehmen. Wer den schwersten und ältesten Ardennen-Klassiker gewinnen will, muss also Valverde im Sprint schlagen, oder besser vorher abhängen. Es gibt wirklich leichtere Aufgaben.

 

Michal Kwiatkowski (Etixx-Quickstep)

AMSTEL GOLD RACE 2015

Michael Kwiatkowski kann jeden Klassiker gewinnen, sagt sein Teamchef Patrik Lefevere. Wenn man sich die noch junge Karriere des Polen anschaut, glaubt man es gern. Das Amstel Gold Race hat er bereits gewonnen, im Weltmeistertrikot. Bei Lüttich-Bastogne-Lüttich scheint es nur eine Frage der Zeit, bis er das Rennen gewinnt. Wenn nicht in diesem Jahr, dann eben nächstes. Kwiatkowskis Fähigkeiten bei Eintagesrennen hat er nicht zuletzt bei der WM gezeigt. Explosiv, kletterstark, endschnell  und mit der nötigen Rennintelligenz. Im letzten Jahr war er bereits Dritter, in diesem Jahr soll es mit dem Sieg klappen. Und wenn nicht, dann eben nächstes Jahr, oder übernächstes, Kwiatkowski ist erst 24 Jahre alt.

Joaquim Rodriguez (Katusha)

Mr. Explosivität – Joaquim Rodriguez (Fot:Roth&Roth roth-foto.de)
Mr. Explosivität – Joaquim Rodriguez (Fot:Roth&Roth roth-foto.de)

Dass Joaquim Rodriguez in hervorragender Form ist, konnte man bei der Baskenland-Rundfahrt sehen. Gesamtsieg und zwei Etappenerfolge – Topform. Beim Flèche Wallonne schrammte er mit Platz vier nur knapp am Podium vorbei. Nach der Leistung im Baskenland ist das schon fast eine Enttäuschung. Rodriguez stand bei Lüttich-Bastogne-Lüttich schon zwei Mal auf dem Podium. 2009 gewann er hinter dem enteilten Andy Schleck den Sprint um Platz Zwei. Vor zwei Jahren war er noch näher dran. Doch am Ende hatte Daniel Martin die größeren Kraftreserven und der Spanier das Nachsehen. Die Doyenne liegt ihm und in diesem Jahr könnte er von der neuen Streckenführung profitieren. Rodriguez ist sehr explosiv, kann in kurzen steilen Anstiegen enorm beschleunigen. Sollte eine Attacke gehen, er kann sie sicher mitgehen. Auch wenn ihm die längeren Anstiege der Lombardei-Rundfahrt noch mehr liegen, er steht in Topform am Start und hat mit Tiago Machado, Daniel Moreno und Giampaolo Caruso extrem starke Helfer zur Seite.

Domenico Pozzovivo (AG2R)

Domenico Pozzovivo (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)
Domenico Pozzovivo (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)

Bereits im vergangen Herbst nannte Domenico Pozzovivo Lüttich-Bastogne-Lüttich als großes Ziel für 2015. Dass der Italiener bei der Doyenne ganz vorne landen kann, zeigte er im vergangenen Jahr, als er Fünfter wurde. 1,65 m groß, 53 kg leicht – die Qualitäten des Italieners lassen sich schon an seiner Statur ablesen. Wird es steil, ist Pozzovivo in seinem Element. Dass der Formaufbau gut funktioniert hat, zeigt seine Leistung beim Giro del Trentino. Mit seinem explosiven Antritt kann Pozzovivo die Konkurrenz an den Anstiegen in Schwierigkeiten bringen und das Rennen sprengen. Auch ihm kommt die geänderte Streckenführung entgegen, ob am Ende profitieren kann, hängt auch von der Teamtaktik ab. Denn mit Romain Bardet hat die AG2R-Equipe ein weiteres Eisen im Feuer.

Vincenzo Nibali (Astana)

Vincenzo Nibali (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)
Vincenzo Nibali (Foto: Roth&Roth roth-foto.de)

Die Qualitäten des Toursiegers sind hinlänglich bekannt. Die Form ist ohne Frage da und angriffslustig zeigte sich der Hai von Messina zuletzt auch. Beim Amstel Gold Race attackierte Nibali ebenso wie beim Flèche Wallonne. Von den Ardennen-Klassikern liegt dem Italiener die Doyenne am meisten, auch weil es das schwerste der drei Rennen ist. Schon drei Mal war er in den Top-10, 2012 hinter Maxim Iglisnky Zweiter. Im Sprint hat Nibali gegen Valverde, Kwiatkowski und Rodriguez sicher das Nachsehen, aber wenn der Italiener angreift, sollte man ihn nicht zu weit weglassen. Tempohart und am Berg einer der Stärksten, auch ihm kommt der geänderte Kurs entgegen.

Außenseiter: Simon Yates (Orica-GreenEDGE)

Simon Yates bei der WM 2014 (Foto:Roth&Roth roth-foto.de)
Simon Yates bei der WM 2014 (Foto:Roth&Roth roth-foto.de)

Der Kapitän des Teams wäre sicher Simon Gerrans gewesen, wenn er eine normale Vorbereitung gehabt hätte. Aber der Vorjahressieger hat nach überstandener Verletzung noch Formrückstand, so müssen es die Teamkollegen richten. Und die gehören zur Abteilung Attacke. Michael Albasini, Dritter beim Flèche hat sehr gute Form, gleiches gilt für Simon Yates. Der junge Brite präsentierte sich bei der Baskenland-Rundfahrt in sehr guter Form, konnte am Berg mit Bauke Mollema und Joaqium Rodriguez mitfahren und wurde am Ende Fünfter im Gesamtklassement. Der 22-Jährige fährt ohne Druck, hat aber alle Freiheiten – ideale Voraussetzungen, um für eine Überraschung zu sorgen.