Nairo Quintana (Movistar) wurde Zweiter. Platz Drei ging an Ryder Hesjedal (Cannondale-Garmin).

“Im Anstieg war es so laut, dass ich über den Funk die Abstände gar nicht mehr gehört habe. Es war wie im Blindflug, und dann, ab 3 km vor dem Ziel, habe ich gehört, dass Quintana immer näher kommt. Ich habe versucht das zu meistern, aber die drei letzten Kilometer waren verdammt lang”, freute sich Pinot im Ziel.

Chris Froome (Sky) konnte im Schlussanstieg nicht mit Quintana mitfahren und büßte auf dem Weg nach L’ Alpe d’Huez mehr als eine Minute ein. Dennoch verteidigte der Brite das Gelbe Trikot und steht vor seinem zweiten Gesamtsieg der Frankreichrundfahrt. Froome sicherte sich auch das Bergtrikot der Rundfahrt.

Gute Stimmung auf dem Weg nach Alpe d'Huez
Gute Stimmung auf dem Weg nach Alpe d’Huez

So lief das Rennen

Vom Start weg gingen Attacken. Es dauerte einige Kilometer, ehe sich Alexandre Geniez (FDJ), Ramunas Navardauskas (Cannondale-Garmin), Lars Bak (Lotto-Soudal) und Nicolas Edet (Cofidis) vom Feld absetzen konnten und damit die Fluchtgruppe stand.

Am ersten Anstieg begannen die Angriffe auf Chris Froomes Gelbes Trikot. Zunächst attackierte Alejandro Valverde (Movistar) und konnte sich einige Sekunden absetzen. Dann setzte Nairo Quintana nach und Froome musste reagieren. Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) und auch Vincenzo Nibali (Astana) hatten Probleme zu folgen. Doch Froome konnte sich heute auf seine starken Helfer verlassen, die sich extrem stark präsentierten und viel Arbeit machten. Über den Gipfel des Croix de Frer schloss Chris Froome dann mit einem Sprint selbst die Lücke zu Quintana. In der Abfahrt schlossen nach und nach mehr Fahrer zur Gruppe um Froome und Quintana auf, die nicht mehr voll durchzogen.

Diese Situation nutze Alexandre Geniez (FDJ) und setzte sich ab. Dahinter bildete sich eine Verfolgergruppe mit Thibaut Pinot, Pierre Rolland, Winner Anacona, Jose Serpa, Ruben Plaza, Navardauskas, Ryder Hesjedal, Lars Bak und Nicolas Edet.

Chris Froome erreicht zusammen mit Alejandro Valverde das Ziel in Alpe d'Huez
Chris Froome erreicht zusammen mit Alejandro Valverde das Ziel in Alpe d’Huez

Im Aufstieg nach Alpe d’Huez setzte sich dann Pinot von seinen Begleitern ab. Hesjedal konnte zunächst noch folgen, musste aber fünf Kilometer vor dem Gipfel reißen lassen. Pinot bekam im Finale noch Hilfe von seinem Teamkollegen Geniez, nachdem er zu diesem aufgeschlossen hatten.

In der Gruppe der Favoriten versuchte Quintana drei Mal vergeblich Froome abzuhängen. Vor allem Froomes Teamkollegen Wouter Poels und Richie Porte präsentierten sich unerwartet stark. Dann griff Alejandro Valverde etwa neun Kilometer vor dem Ziel an und setzte sich ein paar Meter ab. Nairo Quintana setzte nach und konnte aufschließen. Beide setzten sich immer weiter von Froome ab. Als Valverde nicht mehr konnte, machte sich Quintana allein auf den Weg zur Skistation. Im Ziel fehlten Quintana nur wenige Sekunden auf Pinot zum Etappensieg. Für den Toursieg fehlte am Ende etwas mehr als eine Minute.