Bereits zum 80. Mal wird Gent-Wevelgem ausgetragen. Das WorldTour-Rennen ist weniger schwer als etwa die Flandern-Rundfahrt und liegt den endschnellen Fahrern damit etwas mehr als die Ronde. Aber auf den 250 Kilometern von Deinze nach  Wevelgem gibt es dennoch einige Anstiege. Der berühmteste ist der Kemmelberg, der seit Jahren fest mit dem Rennen verbunden ist. Schon häufiger ist hier die Vorentscheidung gefallen.

Im vergangenen Jahr gab es eine größere Veränderung der Strecke. In Erinnerung an die Opfer des ersten Weltkrieges und den geschichtsträchtigen Waffenstillstand zur Weihnachtszeit 1914 wurden sogenannte „Plugstreets“ in den Parcours eingebaut. Dabei handelt es sich um Naturstraßen die dem Rennen einen weiteren Charakterzug geben. Es ist dadurch etwas anspruchsvoller geworden, als zuvor. Im Jahr 2018 werden auch die Rennen der Frauen und der Klasse U23 über die Plugstreets führen.

 

Die Strecke

Während zu Beginn des Rennens der Kurs etwas von dem des vergangenen Jahres abweicht, ist das Finale in diesem Jahr identisch. So wird es erneut über insgesamt 5,2 Kilometer unbefestigte Straße gehen. Sie stehen nach der ersten von zwei Kemmelberg-Passagen an, rund 60 Kilometer vor dem Ziel.

 

Profil Gent-Wevelgem 2018

 

Kemmelberg bleibt Markenzeichen

Rund 35 Kilometer vor dem Ziel wird der Kemmelberg zum letzten Mal befahren, danach geht es flach zum Ziel.  Im vergangenen Jahr fiel dort die Vorentscheidung, als sich eine kleine Spitzengruppe bildete. Am Ende siegte Greg van Avermaet, der sich 16 Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe gemeinsam mit Jens Keukeleire abgesetzt hatte. 

Hellinge von Gent-Wevelgem 2018

 

Eine große Rolle kann der Wind spielen. Sollte es auf dem Weg zum Ziel Gegenwind geben, wäre es für eine Solo-Flucht sehr schwer. Die Anfahrt zum Ziel ist wenig anspruchsvoll – breite Straße, keine Kurven.

Gent-Wevelgem: Profil der letzten Kilometer

Legendär ist der Sieg von Nico Mattan 2005, als er im Windschatten der Begleitfahrzeuge zum Führenden Juan Antonio Flecha surfte und dann vorbeizog (Video). 

 

Die Favoriten

Nur zwei Tage nach E3-Harelbeke werden einige Fahrer nicht ganz frisch ins Rennen gehen. Doch die großen Namen gehören erneut zu den Favoriten. Bei diesem Rennen sind viele Szenarien denkbar. Es könnte zum Sprint einer größeren Gruppe kommen, es könnte aber auch am Kemmelberg die Vorentscheidung fallen. Sollte es zum Sprint kommen, sind Fahrer wie Arnaud Demare, Alexander Kristoff, Jens Debusschere, Magnus Cort oder Sonny Colbrelli heiße Tipps. Ganz oben auf der Liste sollte man auch Dylan Groenewegen notieren, der aktuell zu den endschnellsten Männern zählt. Auch Matteo Trentin und Nikias Arndt sollte man auf dem Zettel haben. Dazu schickt das Quick-Step-Team mit Elia Viviani ebenfalls einen Sprinter ins Rennen. So stellt sich die Frage, wer den Sprint mit aller Macht verhindern will.

Dennoch kann im Rennen viel passieren. Greg van Avermaet hat sich stark präsentiert, Peter Sagan ist nach dem E3 sicher heiß auf Revanche. Auch Sep Vanmarcke und Oliver Naesen gehören zu den großen Favoriten. 

 

**** Greg van Avermaet
***  Magnus Cort, Peter Sagan, Jasper Stuyven
** Arnaud Demare, Olivier Naesen, Michael Matthews, Alexander Kristoff
*  Niki Terpstra, John Degenkolb, Dylan Groenewegen, Zdenek Stybar, Jens Debusschere

 

Die offizielle (vorläufige) Startliste findest du hier

Start: 11:25 Uhr 

Ziel: ~ 17:20 Uhr

Die letzten 11 Sieger:

2017 Greg van Avermaet
2016 Peter Sagan (Svk)
2015 Luca Paolini (Ita)
2014 John Degenkolb (Deu)
2013 Peter Sagan (Svk)
2012 Tom Boonen (Bel)
2011 Tom Boonen (Bel)
2010 Bernhard Eisel (Aut)
2009 Edvald Boasson Hagen (Nor)
2008 Oscar Freire Gomez (Esp)
2007 Marcus Burghardt (Deu)