Jasper Philipsen (UAE) hat auf der fünften Etappe der Santos Tour Down Under seinen zweiten Profi-Sieg eingefahren. Der 20-Jährige fuhr in Strathalbyn nach 150 Kilometern zwar als Zweiter über die Ziellinie, doch Caleb Ewan (Lotto-Soudal) wurde nachträglich von der Jury zurückversetzt. Ewan hatte beim Positionskampf im Finale versucht, sich mit dem Kopf Platz zu verschaffen (im Twitter-Video unten gut zu sehen). Die Jury ahndete das und versetzte ihn ans Ende des Feldes. So ging Tagesplatz zwei an Peter Sagan (Bora-hansgrohe). Dritter wurde Danny van Poppel (Jumbo-Visma).

“Das ist ein wichtiger Sieg für mich”, sagt Jasper Philipsen nach dem Rennen. “Mein erster Erfolg in der World Tour. Aber er kam seltsam zu Stande und so habe ich leider nicht das Gefühl, die Linie als Erster zu überfahren”, so der 20-Jährige. “Das Finale war wie in den vergangenen Tagen – es gab viel Bewegung, einen harten Kampf um die Positionen und einen Sturz. Aber ich war in der letzten Kurve in einer guten Position”, so Philipsen und bedankte sich bei Teamkollegen und Sponsoren, die ihm den Schritt in die World Tour möglich machten. 

 

Ewan sehr enttäuscht 

“Ich war auf den letzten Kilometern am Rad von Peter Sagan, aber Philipsen wollte die Position und versuchte, mich von Peters Hinterrad zu drängen. Im Sprint dürfen wir unsere Hände nicht vom Lenker nehmen, deshalb habe ich meinen Kopf verwendet, um nicht in den Barrieren zu landen. Natürlich sind die Kopfbewegungen vom Hubschrauber aus deutlich sichtbar, aber viele ehemalige Sprinter werden bestätigen, dass mein Manöver nicht irregulär war”, so Ewan, der sich sehr enttäuscht zeigte, nicht den ersten Sieg für sein neues Team gelandet zu haben.
 
“Natürlich muss ich die Entscheidung der Jury akzeptieren, stimme dem aber nicht zu. Ich wollte mich und das gesamte Feld vor einem Sturz schützen. Die Kommissare haben sich nicht unsere Seite der Geschichte angehört, bevor sie ihre endgültige Entscheidung getroffen hatten”, bedauerte Ewan. “Es wird ein paar Tage dauern, die Enttäuschung zu verarbeiten”, so Ewan.


 

Bevin stürzt, behält aber das Trikot

Pech hatte Leader Patrick Bevin (CCC). Der Neuseeländer kam rund 10 Kilometer vor dem Ziel zu Fall und verletzte sich offenbar. Er stieg wieder aufs Rad und konnte, weil das Feld auf ihn wartete, wieder aufschließen. So verteidigte er sein Leadertrikot und führt vor der Schlussetappe mit 7 Sekunden vor Daryl Impey (Mitchelton-Scott). Gesamtdritter ist Luis León Sánchez (Astana, +16 Sekunden). 

UPDATE: Wie das Team mitteilte, hat Bevin keine Brüche davongetragen. “Er wird über Nacht beobachtet und am Sonntagmorgen wird ein Gehirnerschütterungs-Test gemacht um zu schauen, ob er zur sechsten Etappe starten kann oder nicht”, heißt es in einer Mitteilung vom Team.