Zu Beginn der 12. Etappe von Toulouse nach Bagnères-de-Bigorre war Rohan Dennis noch vorn im Feld zu sehen. Der exzellente Zeitfahrer versuchte in eine Fluchtgruppe zu kommen und fuhr aktiv. Doch dann kam plötzlich die Meldung: Der Zeitfahrweltmeister ist ausgestiegen. Warum, war völlig unklar. Mit einem Teamfahrzeug war er ins Etappenziel gelangt. Körperliche Gründe für den Ausstieg gab es laut Team nicht. Gorazd Stangelj, der Sportdirektor des Bahrain-Merida-Teams, erklärte dem Journalistenpulk, dass er mit Sicherheit sagen können, “dass es nicht an seiner körperlichen Verfassung gelegen hat”. Auch er habe keine Ahnung, warum Dennis ausgestiegen sei, sagte er am Nachmittag.

Verschiedene Theorien

Klarheit herrscht auch nach einen schriftlichen Statement von Dennis aus der Nacht zum Freitag nicht. Noch am Donnerstag hatte Dennis alle Interviews abgelehnt, wollte sich nicht äußern. “Ich bin enttäuscht, das Rennen zu diesem Punkt zu verlassen. Das Einzelzeitfahren war ein großes Ziel für mich, aber angesichts meines derzeitigen Gefühls war es die richtige Entscheidung”, wird Dennis in der Pressemitteilung seines Bahrein-Merida-Teams zitiert. 

Laut französischem Fernsehen soll es am Morgen einen Disput zwischen Dennis und der Sportlichen Leitung gegeben haben. Französische Medien verweisen wiederum auf Infos von italienischen Medien. Stangelj erklärte jedoch, dass er von solch einer Auseinandersetzung nichts wisse. Dennis habe sich eigentlich für das Zeitfahren schonen sollen und auch keine Teamaufgaben übernehmen müssen, so Stangelj. Zuvor wurde vermutet, dass sich der als schwierig geltende Dennis darüber beschwert haben könne, dass er Flaschen holen müsse.

Über den Ausstieg wird weiter spekuliert. Dennis sei unzufrieden mit dem Material, dass ihm das Team fürs Zeitfahren zur Verfügung stellt, heißt es. Offiziell bestätigt wird so etwas natürlich nicht. Eine kuriose Geschichte dieser 106. Tour de France, auf deren Auflösung wohl weiter gewartet werden muss.