Profil Gent-Wevelgem 2026

Nur zwei Tage nach der E3 Saxo Classic geht es in der „heiligen flämischen Klassikerwoche“ nun mit Gent-Wevelgem weiter. Das prestigeträchtige Rennen gibt es seit 1934, in diesem Jahr hat es einen neue Namen bekommen: „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem„. Am Charakter hat sich jedoch wenig geändert – ein schweres, langes Rennen.

Einst war es der „Klassiker für die Sprinter“, wurde am Mittwoch zwischen Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix ausgetragen. Doch das ist lange her. Vor einigen Jahren gab es einen größeren Umbau der Strecke – 2017 wurden Gravel-Passagen hinzugefügt. Damals in Erinnerung an die Opfer des ersten Weltkrieges und den geschichtsträchtigen Waffenstillstand zur Weihnachtszeit 1914. „In Flanders Fields“ ist nun im Namen des Rennens verankert, das gleichnamige Gedicht ist eines der bekanntesten englischsprachigen Gedichte über den Ersten Weltkrieg. In jedem Jahr wieder beeindruckend, wenn das Peloton an den Denkmälern vorbeifährt.

Die eingeführten „Plugstreets“ (Naturstraßen) sind meist nicht Schauplatz der Rennentscheidung, brachten aber zusätzlich etwas Würze rein. „Auch die Schotterabschnitte sind nicht zu unterschätzen. Man muss bei diesem Rennen von Beginn an hellwach sein. Je nach Windverhältnissen kann sehr früh eine Vorentscheidung fallen. Vom Start weg sehr aufmerksam sein und vor allem vor den Schlüsselstellen in guter Position – das ist für dieses Rennen der Schlüssel zum Erfolg. Doch natürlich können nicht alle Fahrer in den vorderen Positionen sein“, erklärt Zemke.

Das Wahrzeichen des Rennen ist bei all den Veränderungen geblieben – der legendäre Kemmelberg. Eine steile Pflasterstraße in einem Waldstück, das schon vor Jahren meist der Scharfrichter des Rennens war. Und noch etwas ist fest mit Gent-Wevelgem verbunden – die berühmten „Moeren“. Eine windanfällige Straße, auf der das Feld schon oft in Stücke gerissen wurde.

„Der Stress vor den Moeren ist extrem, alle wollen in guter Position sein. Wenn es wirklich windig ist, wird das ganz sicher eine der Schlüsselstellen“, so Zemke. Für Sonntagmittag sind im Bereich der Moeren etwa 20 km/h Wind vorhergesagt – der Wind soll genau von der Seite kommen. Man kann gespannt sein, wie sich das Rennen entwickelt, wird es noch mehr Wind geben, als vorhergesagt, kann das Feld komplett auseinanderfallen!

Die Vorschau wird präsentiert von: Q36.5

 

 


Die Strecke von Gent-Wevelgem 2026

Karte Gent-Wevelgem 2026

Durch den neuen Startort hat sich der erste Teil der Strecke von Gent-Wevelgem verändert. Im Kern ist der Charakter aber erhalten geblieben und auch das Finale ist unverändert. Nach dem Start in Middelkerke geht es zunächst in Schleifen nach Veurne und dann zum ersten berühmten Abschnitt des Rennens.

Denn nach Veurne geht es zu „De Moeren“. Eine schnurgerade Straße ohne Windschutz. Sollte der Wind heftig blasen, kann das Feld hier in Stücke reißen. Anschließend geht es in Richtung Kemmelberg, wo das Finale rund 100 Kilometer vor dem Ende eingeläutet wird.

In mehreren Schleifen geht es über die kurzen Anstiege. Zunächst über ScherpenbergBaneberg zum Monteberg-Kemmelberg-Doppel.

Danach werden die Plugstreets befahren und man kommt von Osten über Nieuwkerke zurück zum Monteberg und fährt anschließend erneut den Kemmelberg hinauf.

Anschließend wird noch einmal die westliche Schleife über den Scherpenberg und Baneberg gefahren, ehe es ohne Monteberg zur letzten Kemmelberg-Auffahrt geht. Diesmal wird „der Kemmel“ von der anderen Seite über die Ossuaire-Seite erklommen. Ist der Kemmel gemeistert, sind es noch 34 flache Kilometer zum Ziel.

Die letzten Kilometer geht es ganz leicht geschwungen nach Wevelgem. In der Anfahrt kann der Wind eine Rolle spielen, denn erst auf dem letzten Kilometer bieten die Häuser entlang der Straße Schutz vor dem Wind.

Die Favoriten

Titelverteidiger Mads Pedersen ist nicht am Start, er musste krankheitsbedingt absagen. Sein Lidl-Trek-Team bringt dennoch eine starke Mannschaft um Jonathan Milan an den Start. Er war im vergangenen Jahr Dritter. Viele Mannschaften haben endschnelle Männer nominiert, so sind neben Milan auch Paul Magnier, Jordi Meeus, Jasper Philipsen, Matthew Brennan, Tobias Lund Andresen, Arnaud De Lie, Pavel Bittner, Biniam Girmay, Milan Fretin, Pascal Ackermann, Juan Sebastián Molano und Søren Wærenskjold dabei.

Einige Teams haben gute Offensiv-Optionen – allen voran Alpecin-PremierTech mit Mathieu van der Poel. Visma hat neben Brennan Wout van Aert und Christophe Laporte dabei. Auch das Bahrain-Team mit Matej Mohoric und Alec Segaert strebt vielleicht ein offensives Rennen an, um die endschnellen Männer abzuhängen. Chancen dafür bietet das Terrain durchaus.

Dennoch, die meisten Teams haben einen endschnellen Mann dabei und möchten diesen gern im Finale in Position bringen. Doch sicher werden die Teams versuchen, die Konkurrenz abzuhängen. Wie die Mannschaften das Rennen gestalten, hängt stark vom Verlauf in den Moeren ab. Formiert sich dort ein großes Feld mit starken Fahrern und ausreichend Helfern, könnte bereits dort eine Vorentscheidung fallen. Wer die Sprintkonkurrenz abhängen möchte, muss die Schleifen um den Kemmelberg nutzen. Wird dort offensiv gefahren, können sich durchaus hoffnungsvolle Gruppen lösen. Mit so vielen Sprintern im Rennen darf man wohl damit rechnen, dass es Ausreißer schwer haben.

***** –
**** Jasper Philipsen, Jonathan Milan, Matthew Brennan
*** Meeus, Lund, De Lie, Van der Poel, Van Aert
** Girmay, Bittner, Magnier, Ganna
* Molano, Wærenskjold, Trentin, Pithie

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