Alex Aranburu (Foto: © Cor Vos)

Alex Aranburu (Cofidis) hat die 4. Etappe der Baskenland-Rundfahrt gewonnen. Der Baske siegte in einem spannenden Finale vor Tobias Halland Johannessen (Uno X-Mobility) und Christian Scaroni (XDS Astana) – die drei Fahrer hatten zur großen Fluchtgruppe gehört, die sich im Laufe der Etappe gebildet hatte.

In der Gesamtwertung konnte Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) seine Führung weiter ausbauen. Der 19-jährige Träger des Gelben Trikots hatte sich in der finalen Abfahrt von der Klassementkonkurrenz abgesetzt. Er liegt nun 2:19 Min. vor Primoz Roglic (Red Bull Bora-hansgrohe) und 2:28 Min. vor Florian Lipowitz (Red Bull Bora-hansgrohe). Joan Bou (Caja Rural Seguros RGA) trägt auch morgen das Bergtrikot.

Die Etappe: Schwere 167 km mit Start und Ziel in Galdakao und gleich sieben kategorisierten Anstiegen mit 3.200 Höhenmetern – wie gemalt für eine weitere Ausreißeretappe.  

Was sonst so passierte:

Ohne Emu Buchmann (Cofidis) machte sich das Feld auf den Weg. Trotz mehrerer Attacken konnte sich auf den ersten 60 Kilometern keine Gruppe entscheidend absetzen. Schließlich war es Brandon McNulty (UAE Emirates XRG), der sich alleine löste. Dahinter formierte sich eine große Gruppe von 34 Fahrern – der bestplatzierte Fahrer war Clément Braz Afonso (Groupama FDJ), der vor der Etappe einen Rückstand von 4:01 Min. auf Paul Seixas aufwies. An bekannten Namen mangelte es nicht, u. a. waren Magnus Cort, Marc Soler, Guillaume Martin, Lorenzo Fortunato und Ben Healy dabei.

Die Abstände hielten sich in Grenzen: 40 km vor dem Ziel lag McNulty noch 1 Min. vor der Verfolgergruppe und 2:30 Min. vor dem Peloton. 5 km später war der Soloausflug des US-Amerikaners beendet – die Spitzengruppe hatte zu diesem Zeitpunkt noch einen Vorsprung von 1:45 Min. In beiden Gruppen gab es etliche Attacken, sodass die Karten vor dem Legina-Anstieg (2. Kat.) neu gemischt wurden. An der Spitze lag nun Anders Halland Johannessen (Uno X-Mobility) vor elf Fahrern aus der ehemaligen Ausreißergruppe. Das ausgedünnte Hauptfeld hatte noch einen Rückstand von 1:30 Min. Johannessen wurde im steilen Teil rasch eingeholt, die Bergwertung sicherte sich Alex Aranburu (Cofidis) vor Tobias Halland Johannessen (Uno X-Mobility).

Das Duo an der Spitze nahm zusammen die finale 1-km-Rampe in Angriff, während die Verfolger immer näher rückten. Dazu gehörten auch Paul Seixas, der sich in der Abfahrt aus dem Feld gelöst hatte. Aranburu hatte sich die Kräfte am besten eingeteilt und gewann die Etappe vor Johannessen – erstmals siegte bei dieser Rundfahrt kein Fahrer aus Frankreich.

Erkenntnisse des Tages:

  • Starke Leistung von Cofidis! Mit Alex Aranburu gewann ein Fahrer aus der gut besetzten großen Ausreißergruppe – Teamkollege Ion Izagirre konnte als Tagesvierter Boden in der Gesamtwertung gutmachen. Das sollte dem Team weiter Aufschwung geben. 
  • An Paul Seixas scheint bei dieser Rundfahrt kein Weg vorbeizuführen: Die Attacken von Florian Lipowitz und Primoz Roglic (Red Bull Bora-hansgrohe) in den letzten beiden Anstiegen meisterte er souverän. In der letzten Abfahrt riskierte der junge Franzose viel und luchste der GC-Konkurrenz weitere Sekunden ab. Chapeau! 
  • Uno-X Mobility heute mit starker Teamleistung, auch wenn es nicht ganz zum Tagessieg reichte. Mit Magnus Cort und den Johannessen-Brüdern machten sie in der Fluchtgruppe immer wieder das Tempo und waren im Finale bei vielen Attacken dabei.  
  • Nachdem gestern Isaac Del Toro nach einem Sturz die Rundfahrt aufgeben musste, traf es heute mit Juan Ayuso (Lidl-Trek) den nächsten prominenten Fahrer. Der Spanier stieg mit Magenproblemen vom Rad, schon Paris-Nizza konnte er sturzbedingt nicht beenden. Den Saisonauftakt im neuen Trikot hat sich Ayuso sicher anders vorgestellt.