Andrew August (Foto: © Cor Vos)

Seinen ersten WorldTour-Sieg fuhr auf der sechsten und finalen Etappe der Baskenland-Rundfahrt der US-Amerikaner Andrew August (Ineos-Grenadiers) ein. Der 20-Jährige löste sich am letzten Anstieg aus einer großen Ausreißergruppe und siegte vor dem Spanier Raul Garcia Pierna (Movistar) und dem Niederländer Frank van den Broek (Picnic-PostNL).

In der Gesamtwertung konnte der Franzose Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) den Sieg fixieren. Dahinter landete Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) nach einem Sekundenduell mit dem Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) auf dem zweiten Platz. Dieser hatte sich mit vier Teamkollegen unter die Ausreißer gemischt und stieß vom elften noch auf den dritten Gesamtrang nach vorn. Drei Sekunden trennten Lipowitz und den Norweger am Ende.

Die Etappe: Zwar wartet der Schlusstag im Baskenland mit 135 Kilometern mit einer relativ kurzen Distanz auf, dennoch ist es alles andere als eine Ehrenfahrt, warten drei kategorisierte Anstiege, die jeweils zweimal befahren werden. Hinzu kommt eine nasse Wettervorhersage mit Regen, die zusätzlich für Probleme sorgen kann.

Profil der Schlussetappe der Baskenland-Rundfahrt 2026

Was sonst so passierte:

Nach nur wenigen Kilometern wartet mit dem Anstieg hinauf zum Asentzio (4,6 km / 7,6 %) der erste Berg und an diesem formierte sich eine erste Spitzengruppe mit Mattias Skjelmose (Lidl-Trek), Marc Soler (UAE Team Emirates – XRG) und Ben Healy (EF Education – EasyPost). Zu dem Trio schlossen später noch der Däne Peter Oxenberg (Ineos-Grenadiers) sowie Juan-Pedro Lopez (Movistar) hinzu. Dahinter bildete sich eine größere Verfolgergruppe, die vom norwegischen Team Uno-X Mobility angeführt wurde. Gleich fünf Fahrer des Teams waren in dieser und sorgten für Tempo für ihren Leader Tobias Halland Johannessen.

Dahinter kontrollierte das Team Decathlon CMA CGM von Leader Seixas das Feld, ließ aber den Vorsprung der Ausreißer so weit aufgehen, dass Johannessen virtuell am Podium der Rundfahrt Platz nahm. Am drittletzten Anstieg, dem Elosua (6,9 km / 7,5 %) verschärfte zunächst Lipowitz, dann Seixas das Tempo und der Franzose löste sich von seinen Begleitern. Während sich der Deutsche in der ersten Verfolgergruppe wiederfand, verlor sein Teamkollege Primoz Roglic völlig den Anschluss.

22 Kilometer vor dem Ziel wurde das Spitzentrio von den Verfolgern gestellt und in der Anfahrt auf die letzte Bergwertung der Rundfahrt geriet auch Seixas Aufholjagd ins Stocken. Bis auf zwei Minuten war er an die Ausreißer herangekommen, nun verlor er Sekunde für Sekunde ehe 16 Kilometer vor dem Ziel der Franzose von der von EF Education-EasyPost angeführten Gruppe rund um Lipowitz wieder eingeholt wurde.

Am finalen Anstieg, dem Asentzio, der auch schon die Etappe eröffnete, setzte sich dann der US-Amerikaner August von seinen Begleitern ab. Für einige Kilometer konnte ihm der Spanier Raul Garcia Pierna (Movistar) folgen, doch nach einem erneuten Antritt fuhr August als Solist dem Tagesziel in Bergara entgegen.

Erkenntnisse des Tages:

  • Nach dem dritten Etappensieg durch Seixas am Freitag ließ sein Team am Schlusstag wieder eine große Ausreißergruppe gewähren. Der junge Franzose stiefelte zwar noch einmal den Ausreißern im Alleingang nach, konnte den Abstand aber nicht mehr wettmachen. Somit begnügte er sich damit, an der Seite der weiteren Favoriten ins Tagesziel zu fahren und behielt die Führung in der Gesamtwertung und auch in allen Sonderwertungen.
  • Eine Unaufmerksamkeit kostet Soler das Bergtrikot, nachdem sich der Spanier wie am Vortag schon unter die Ausreißer mischen konnte. Kurz vor der Abnahme der dritten Wertung des Tages verlor er den Anschluss an seine Begleiter, konnte dort keine Zähler einfahren. Am Ende fehlten ihm die Kraft und zwei Punkte auf Seixas, der damit alle Sonderwertungen einheimste.
  • Von Rang elf ging es am Schlusstag noch auf das Podium für Tobias Halland Johannessen nach einem ausgezeichneten Auftritt seiner Mannschaft. Mit vier Helfern stieß er früh an die Spitze des Rennens und rückte zwischenzeitlich auf den zweiten Platz im virtuellen Klassement. Diesen büßte er kurz vor dem Ende noch an Lipowitz ein, dennoch führte ihm dieser Parforceritt noch unter die Top drei.
  • Rang sechs gab es bei der letzten Heimrundfahrt für Pello Bilbao. Der Baske gab am Etappenstart seinen Rücktritt mit Jahresende bekannt. Am Ende landete er auf dem sechsten Gesamtrang, wirklich genießen konnte er den finalen Auftritt in seiner Region durch den Regen aber nicht. Zitternd im Ziel sah es nicht unbedingt nach einer verdienten Genussfahrt für den 36-Jährigen aus.