
Nach dem letzten Ruhetag dieses 109. Giro geht es mit einer Bergankunft weiter. Nur 113 Kilometer ist diese 16. Etappe des Giro d’Italia lang, führt von Bellinzona nach Carì. Unterschätzen sollte man dieses Teilstück nicht. Rund 2900 Höhenmeter sind zu bewältigen, mehr als 900 allein am Schlussanstieg.
Eine Bergankunft direkt nach einem Ruhetag am sechzehnten Renntag einer Grand Tour kann für Überraschungen sorgen. Nicht immer finden die Fahrer nach dem Pausentag direkt den richtigen Tritt. Eine solch kurze Etappe verspricht hohes Tempo von Start bis Ziel und die Schlusssteigung ist durchaus happig. Ein kleiner Schwächemoment kann große Folgen nach sich ziehen.
Während die Klassementfahrer wohl nur auf sich schauen, können bergfeste Ausreißer hier den Tagessieg holen. Da die Etappe jedoch recht kurz ist, sollten sie sich schnell aus dem Staub machen und besser mit reichlich Vorsprung in die Schlusssteigung fahren. Denn wenn dort der Kampf der Klassementfahrer entbrennt, schmilzt der Vorsprung schnell rapide zusammen.
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Strecke 16. Etappe Giro 2026 | 113 km | Bellinzona – Carì | 2900 hm

Der direkte Weg von Bellinzona ins Etappenziel nach Cari wäre flott bewältigt, doch nach wenigen Kilometern gehts rechts weg und dann wenig später auf einen 22 Kilometer langen Rundkurs, der zwei Mal bewältigt werden muss. Auf dieser Schleife geht es über zwei Anstiege: Torre und Leontica. Beides keine Monsterberge, aber gerade der Leontica ist nicht zu unterschätzen.

Nur drei Kilometer lang, aber mit achteinhalb Prozent doch sehr steil. Gerade der Einstieg ist happig. Aber vom Gipfel ist es noch sehr weit bis ins Ziel.
Es geht anschließend bergab zurück ins Tal und dann flach zur Schlusssteigung.

Die Schlusssteigung ist lang, im oberen Teil durchaus steil. Doch schon die ersten sieben Kilometer haben mehr als 8% im Schnitt. Danach setzt die Steigung ab, es geht für rund einen Kilometer flach, ehe die letzten rund dreieinhalb Kilometer mit mehr als 8% ansteigen.
Ein durchaus happiger Schlussanstieg, der für große Abstände sorgen kann.

Sprintwertungen:
Red Bull km – km 100.6
Intermediate Sprints – km 74.7 – Ludiano
Bergwertungen:
km 32.2 – Torre – m 770 (3ª cat.)
km 43.5 – Leontica – m 874 (2ª cat.)
km 54.2 – Torre – m 770 (3ª cat.)
km 65.5 – Leontica – m 874 (2ª cat.)
km 113 – CARÌ – m 1644 (1ª cat. – arrivo/fi nish)
Die Favoriten
Starke Kletterer mit reichlich Rückstand in der Gesamtwertung gibt es einige. Einar Rubio, Enric Mas, Andreas Leknessund, Giulio Ciccone, David de la Cruz, Jan Hirt, Gianmarco Garofoli, Wout Poels … . Der Beginn der Etappe ist flach und für die reinen Kletterer wird es nicht leicht, in die Gruppe des Tages zu springen. Gut möglich, dass einige Teams versuchen, mehrere Fahrer in die Gruppe des Tages zu bringen, um den Kletterer zu unterstützen.
Dauert es lange, ehe sich eine Gruppe lösen kann, wird man im Feld gut überlegen, wie weit es noch bis zum Ziel ist. Würde die Entscheidung um den Tagessieg aus dem Feld fallen, wäre Jonas Vingegaard der große Favorit. Dass sein Team aber Kräfte in die Verfolgungsarbeit investiert, ist eher weniger zu vermuten. Oder möchte er sich gern den Wunsch vom Siegerfoto im Rosa Trikot erfüllen? Auch denkbar, und diese Etappe wäre eine gute Gelegenheit!
Es gibt Mannschaften, die gern in der Gesamtwertung noch etwas bewegen wollen – Red Bull beispielsweise. Sie würden gern Afonso Eulálio und Thymen Arensman noch überholen, um einen Platz auf dem Podium zu holen. Möglich, dass sie in die Tempoarbeit einsteigen, um für ein schweres Rennen zu sorgen und die Konkurrenz in Bedrängnis zu bringen. Hindley oder Pellizzari würde Visma in einer Ausreißergruppe sicher nicht gewähren lassen.
***** –
**** Vingegaard, Gall
*** Hindley, Mas, Ciccone
** Rubio, Pellizzari, Arensman, Piganzoli
* De la Cruz, Poels, Kuss, Harper, Gee, Bernal, Storer, O’Connor, Vlasov
Start: 14:45 Uhr
Ziel: ~17:10 Uhr


