
Es ist die letzte Bergetappe des 109. Giro. Noch einmal geht es heftig zur Sache, ehe das Rennen am Sonntag in Rom mit einer Flachetappe endet. Die 20. Etappe dieses Giro führt von Gemona del Friuli nach Piancavallo. 200 Kilometer lang, im Finale geht es dann zwei Mal hinauf nach Piancavallo. In Summe sind es noch einmal mehr als 3700 Höhenmeter. Die letzte schwere Prüfung, die letzte Chance etwas in der Gesamtwertung zu bewegen.
Die Fahrer spüren die Anstrengungen, vor allem den heftigen Ritt vom Freitag. Dieses vorletzte Teilstück ist nicht superschwer, aber wer sich nicht richtig erholt hat, kann im schweren Anstieg nach Pinacavallo schnell an seine Grenzen stoßen. Den Sprintern und angeschlagenen Fahrern kommt der flache Start entgegen. Sie hoffen, dass schnell eine Gruppe geht und sie dann im Feld bis zur Schlussrunde halbwegs kräfteschonend kommen.
Auch lesen: #Nachbesprechung: Die Erkenntnisse der Königsetappe des Giro 2026
Durch die lange Anfahrt zum schweren Finale steigen die Chancen für Ausreißer. Es gibt einige Fahrer, die nun diese letzte Chance gern nutzen würden, um sich in Szene zu setzen und vielleicht doch noch etwas Zählbares mitnehmen wollen.
Der Kampf um das Weiße Trikot ist eng und spannend. Davide Piganzoli möchte es gern noch erobern, wird sicher versuchen, einen Angriff zu starten. Kann Afonso Eulalio den kleinen Vorsprung ins Ziel retten? Das bleibt abzuwarten.
Auch der Kampf ums Podium ist noch eng. Thymen Arensman wird es vermutlich schwer haben, Jai Hindley noch vom Podium zu stoßen, doch probieren wird er es wohl in jedem Fall, sollte er die Chance sehen. Es könnte also zunächst ein harter Kampf um die Gruppe werden, ein Rennen um den Tagessieg, aber zudem noch einige weitere Rennen um Wertungen und Platzierungen.
Etappe 20 | 30. Mai 2026 | Gemona del Friuli – Piancavallo | 200 km | 3700 Hm
Die Vorschau wird präsentiert von:
Tubolito SYNCD der smarte Schlauch – Reifendruck-Anzeige in Echtzeit
Strecke und Anstiege der 20. Etappe des Giro 2026

Startort Gemona del Friuli zählt zu den historisch bedeutendsten Städten Friauls. Das Stadtzentrum bewahrt ein wertvolles architektonisches Erbe, das von der Kathedrale Santa Maria Assunta und einem kompakten mittelalterlichen Stadtbild geprägt ist. Die jüngere Geschichte der Stadt ist vom Erdbeben von 1976 überschattet, das Gemona mit verheerender Wucht traf und dessen 50. Jahrestag 2026 begangen wird. Der anschließende Wiederaufbau, der mit innovativen und gemeinschaftlich getragenen Ansätzen durchgeführt wurde, gilt international als Vorbild und ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Identität Gemonas. Deshalb ist der Startort als „Gemona del Friuli 1976-2026“ im Roadbook des Giro vermerkt.
Nach dem Start wird zunächst eine kleine Schleife in Richtung Udine gefahren, danach geht es westwärts. Die ersten rund 80 Kilometer sind flach, dann folgt eine kurze Steigung der 3. Kategorie.

Es ist kein superschwerer Anstieg, knapp sieben Kilometer mit fünfeinhalb Prozent. Eher ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was noch kommt.
Nach der Abfahrt geht es rund 40 Kilometer flach zum Fuße der Steigung nach Piancavallo. Zweimal wird der Anstieg bewältigt. Nach der ersten Auffahrt geht es zunächst rund 15 Kilometer bergab, dann noch rund 25 flach zurück zum Fuße der Steigung.

Es ist ein happiger Anstieg! Schon die ersten sechs Kilometer haben es in sich. Da geht es mit mehr als 9% bergauf. Oben setzt die Steigung etwas ab, doch über die gesamten 14,5 Kilometer sind es satte 7,8% im Schnitt.

Sprintwertungen:
Red Bull km – km 176.3
Intermediate Sprints – km 73.6 – Forgaria nel Friuli
Bergwertungen:
km 85.8 – Clauzetto – m 558 (3ª cat.)
km 147.3 – PIANCAVALLO – m 1290 (1ª cat.)
km 200 – PIANCAVALLO – m 1290 (1ª cat. – Arrivo/fi nish)
Die Favoriten
Für einen Sieg kommen bei dieser Etappe wohl nur exzellente Bergfahrer infrage. Es gibt einige starke Kletterer, die bereits reichlich Rückstand in der Gesamtwertwertung haben und aus einer Fluchtgruppe erfolgreich sein könnten. Chris Harper, Jan Hirt, Einer Rubio, Enric Mas, Giulio Ciccone …. in der Schlusswoche einer Grand Tour sind es meist die gleichen Fahrer, die man auf den schweren Etappen in den Ausreißergruppen sieht. Jeder, der noch ein Korn findet, haut es auf die Straße.
Doch trotz des langen Flachstücks zu Beginn könnten am Ende auch die Top-Fahrer den Tagessieg unter sich ausmachen. Wie oben beschrieben geht es noch um einige Entscheidungen – Weiß, Podium, Top10, Bergtrikot … so wird vielleicht im Feld kontrolliert und am Ende aus der Favoritengruppe um den Etappensieg gekämpft.
***** –
**** Jonas Vingegaard
*** Gall, Hindley, Piganzoli
** Ciccone, Pellizzari, Rubio, Gee, Harper
* Arensman, Piganzoli, Caruso, Storer, Poels, Mas, Kuss
Start: 10:45 Uhr
Ziel: ~16 Uhr
Offizielle Website: giroditalia.it


