Nachdem Chris Froome am Samstag das Gelbe Trikot zurückerobert hat, wird man seine Helfer auf der 15. Etappe wohl wieder in gewohnter Formation an der Spitze des Feldes sehen. Das durchaus anspruchsvolle Terrain der 189,5 Kilometer langen Etappe ist wie gemacht für eine Fluchtgruppe. Und da für Chris Froome und sein Gelbes Trikot nur eine Handvoll Fahrer gefährlich sind, wird man eine Fluchtgruppe gern ziehen lassen. Weil auf dieser Etappe die Chancen für einen erfolgreichen Ausreißversuch so groß wie selten sind, wird der Kampf um die Gruppe zu Beginn der Etappe dementsprechend hart sein. Für die schweren Sprinter könnte das durchaus zum Problem werden, denn bereits zu Beginn der Etappe steht ein langer Anstieg an. Sollte man hier den Anschluss verlieren, droht ein harter Kampf gegen das Zeitlimit.   

Das Finale der Etappe ist nicht zu unterschätzen und auch die Klassementfahrer sollten auf der Hut sein. Hier sind Überraschungen möglich.

 

Die Strecke

Tour de France 2017: Die Karte der 15. Etappe (©GEOATLAS)

Nach dem Start in Laissac-Sévérac l’Église geht es zunächst 15 Kilometer flach gen Nordosten. Es folgt eine kurze Abfahrt ehe der erste schwere Anstieg des Tages beginnt. Zum Montée de Naves d’Aubrac geht es 8,9 Kilometer mit durchschnittlich 6,4% bergan. Spätestens hier wird sich die Gruppe des Tages formieren. Für die Sprinter ist das definitiv kein schöner Beginn einer langen Etappe, zumal nach der Bergwertung keine Abfahrt folgt, sondern ein kurzes Flachstück, nachdem es erneut bergan geht. nach 43 Kilometern ist das Hochplateau des Zentralmassivs erreicht und es folgt ein langgezogener, leicht abfallender Abschnitt.

Es folgt ein Auf & Ab, bis rund 40 Kilometer vor dem Ziel das Finale beginnt. Es geht dann 8,3 Kilometer (7,4%) hinauf zum Col de Peyra Taillade. Der Gipfel ist genau 31,5 Kilometer vor dem Ziel erreicht und es geht anschließend bergab in Richtung Ziel. Nur knapp 15 Kilometer vor dem Ziel geht es noch einmal bergan. Dann steht die Côte de Saint-Vidal (1.9 km, 6.8%) an.  

Profil des Col de Peyra Taillade

 

Die Anfahrt zum Ziel hat einige Kurven. Kurz vor dem Ziel geht es durch eine langgezogene Rechtskurve.

Die Anfahrt zum Ziel der 15. Etappe
Profil der letzten Kilometer der 15. Etappe

 

Die Favoriten

Der Tag ist wie gemacht für starke Ausreißer. Kandidaten für eine Fluchtgruppe gibt es genug. Stephen Cummings ist ein heißer Tipp. Der Brite hat sich erst einmal gezeigt, und das auf etwas zu schwerem Terrain für seine Fähigkeiten. Diese 15. Etappe passt perfekt zu ihm.  Auch Greg van Avermaet ist ein Fahrer für dieses Terrain. Kletterstark, Punch und gute Rollerqualitäten sind die optimale Mischung für diesen Tag. Jan Bakelants, Edvald Boasson Hagen, Tiesj Benoot, Serge Pauwels und Tony Gallopin sollte man auch auf dem Zettel haben. Aber diese Liste lässt sich leicht verlängern.  Lilian Calmejane, Jarlinson Pantano oder auch Gianluca Brambilla haben auf diesem Terrain Siegchancen. Von Darwin Atapuma hat man bislang wenig gesehen, gut möglich, dass er etwas versucht. 

 

***** –
**** Greg van Avermaet, Stephen Cummings
*** Philippe Gilbert, Diego Ulissi, Tony Gallopin
** Edvald Boasson Hagen, Serge Pauwels, Alberto Bettiol
* Jan Bakelants, Promoz Roglic, Daryl Impey, Darwin Atapuma, Tiesj Benoot

Start: 13:00 Uhr
Ziel: ~18:00 Uhr

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Die weiteren Etappen

16. Etappe (18. Juli) | 165 km | Le Puy en Velay– Romans-Sur-Isére
17. Etappe (19. Juli) | 183 km | La Mure – Serre-Chevalier
18. Etappe (20. Juli) | 178 km | Briancon – Izoard (Bergankunft)
19. Etappe (21. Juli) | 220 km | Embrun – Salon-de-Provence
20. Etappe (22. Juli) | 23 km | Marseille – Marseille (Einzelzeitfahren)
21. Etappe (23. Juli) | 165 km | Montgeron – Paris Champs-Èlyèes

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