Matej Mohoric (Bahrain-Merida) hat am Schlusstag der 14. Binck Bank Tour alle Angriffe abgewehrt und die Führung in der Gesamtwertung verteidigt. Am Ende wurde es noch einmal knapp, denn Michael Matthews (Sunweb) hängte im Anstieg zum Ziel in Geraardsbergen Mohoric ab, holte sich den Etappesieg und damit auch Bonussekunden. Doch dem Australier fehlten fünf Sekunden zum Gesamtsieg.

“Er war einfach zu stark. Wir haben alles versucht, hatten zwei Fahrer, die versuchten ihn zu knacken, aber er hat das wirklich super gemacht. Wir haben alles versucht und ich denke wir müssen glücklich sein mit dem zweiten Platz” so Matthews, der sich sich sehr über den Etappensieg freute. “Das ist unglaublich. Wir haben diese Woche eine wirklich gute Teamarbeit gemacht und der Tag heute war eines meiner großen Ziele. Soren hat sich heute wirklich für mich geopfert, er war eigentlich der Kapitän für dieses Rennen, aber er hatte vielleicht nicht die besten Beine. Also holte er die Ausreißer zurück und gab mir die Gelegenheit im Sprint. – Ich bin so glücklich, das umzusetzen”, sagte Matthews nach dem Rennen.

 

Matthews extrem stark

Immer wieder hatte Michael Matthews, vor der Etappe Gesamtzweiter mit nur 30 Sekunden Rückstand, im Finale der Etappe attackiert und Mohoric mehrfach in Schwiergkeiten gebracht. Doch am Ende ging die Favoritengruppe geschlossen in den letzten Anstieg zum Ziel. Matthews trat früh an und holte sich auf dem Kopfsteinpflaster souverän den Tagessieg. Zweiter wurde Greg Van Avermaet (BMC). Platz drei ging an Zdeněk Štybar (Quick-Step). Oliver Naesen (AG2R) der im Finale einige Kilometer allein an der Spitze fuhr, wurde Tagesvierter. Max Schachmann (Quick-Step) holte nach einer starken Leistung Rang fünf. Matej Mohoric rollte 15 Sekunden nach Matthews über die Linie.

“Wir haben alles gegeben, das Trikot zu verteidigen, sind von Anfang an sehr hart gefahren, um den Ausreißer in Schach zu halten. Im Finale habe ich versucht, auf alle Angriffe der anderen Jungs zu reagieren. Michael Matthews und Kragh Andersen waren heute wirklich stark und sie griffen mich oft an, aber ich schaffte es immer wieder zurück zu kommen. Am Ende gab ich alles bis zur Linie und es war sehr knapp, aber ich hatte das Glück, zu gewinnen”, so Gesamtsieger Mohoric.

 

Schachmann Gesamtvierter

Max Schachmann verpasste das Podium nur knapp. Der Belgier Tim Wellens (Lotto-Soudal) sammelte bei den Zwischensprints einige Bonussekunden und ist mit nur fünf Sekunden Vorsprung auf Schachmann Gesamtdritter. Der Berliner liegt nach sieben Etappen nur 25 Sekunden hinter Mohoric. 

 

Spannendes Rennen

Erneut entwickelte sich auf der 215 Kilometer langen Etappe von  Lacs de l’Eau d’Heure nach Geraardsbergen ein sehr spannendes Rennen. Zunächst hatten sich Francisco Ventoso (BMC), Andrey Grivko (Astana), Tom Scully (EF-Drapac), Scott Thwaites (Dimension Data) und Jan Willem Van Schip (Roompot) abgesetzt, doch sie wurden früh wieder eingeholt.

Dann formierte sich eine Gruppe mit Laurens De Vreese (Astana), Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo), Markel Irizar (Trek-Segafredo) , Jonas Rickaert (Sport Vlaanderen), Elmar Reinders (Roompot), Guillaume Van Keirsbulck (Wanty Groupe Gobert) und Ludwig De Winter (WB Aqua Protect Veranclassic). Sie bestimmten lange das Rennen.

Der steile Anstieg zur Muur von Gerrardsbergen musste mehrfach bezwungen werden und das Feld riss bei der ersten Überfahrt auseinander. Immer wieder wurde in der Favoritengruppe attackiert. Die Rennsituation wechselte ständig und vor allem Tim Wellens, Jasper Stuyven, Oliver Naesen, Zdenek Stybar und Michael Matthews zeigten sich offensiv. Matej Mohoric konnte zunächst alle Attacken mitgehen, bekam dann aber Probleme und fiel zurück. Doch der Gesamtführende profitierte von den Interessen anderer Teams, wie etwa BMC, die es auf den Etappensieg abgesehen hatten und so wurde eine kleine Gruppe mit Naesen und Matthews wieder eingeholt. Auch Tim Wellens fuhr erneut offensiv, griff am Bosberg, rund 20 Kilometer vor dem Ziel, an und holte sich beim Zwischensprint Bonussekunden. Dank dieser Bonifikation überholte er Max Schachmann in der Gesamtwertung und kletterte aufs Podium. Schachmann zeigte dennoch erneut ein starkes Rennen, ging einige Angriffe mit, griff selbst mehrfach an und landete am Ende auf Tagesrang fünf.