Mit 159 Kilometern ist es eher ein kurzes Teilstück. Doch die 3500 Höhenmeter und ein Blick auf das Profil zeigen, dass es ein harter Tag werden kann. Die Anstiege sind keine Monsterberge, meist um die 5% Steigung. Aber nach schweren Etappen, mit teils widrigen Bedingungen, sind die Fahrer auch nicht mehr so frisch wie zu Beginn.

Erneut haben Ausreißer sehr gute Chancen durchzukommen. Denn die Favoriten auf den Gesamtsieg werden sich auf die Schlusssteigung konzentrieren und sich gegenseitig beobachten. Entwischt zu Beginn eine Gruppe mit ungefährlichen Fahrern im Kampf um Rosa, wird man sich gut überlegen, hinterher zu jagen. Das könnte natürlich erneut zu einem harten Kampf zu Beginn des Tages führen. Doch da es direkt ab dem Start bergauf geht, werden sich vermutlich recht schnell starke Bergfahrer absetzen können.

Im Kampf um die Gesamtwertung wird es auf den letzten 1600 Metern bedeutend. Denn dort geht es über Schotter hinauf zur Bergankunft. Bevor der Gravel-Sektor beginnt, ist es mit rund 5% noch moderat steil, aber auf den letzten Metern warten die steilsten Stücke. Hier kann man sehr schnell Zeit verlieren.


Die Strecke

Katze der 9. Etappe des Giro 2021

Der Giro-Tross ist wieder gen Norden unterwegs. Nach dem Start in Castel di Sangro geht es direkt bergauf. Zunächst noch rund 3 km ganz leicht, dann aber etwas steiler. Hier wird sich vielleicht bereits eine Gruppe lösen können.

Nach einer kurzen Abfahrt beginnt die Steigung zur ersten Bergwertung. Der Gipfel des Passo Godi (13,9km / 4,1%) ist dann nach 35,6 km erreicht.

Es folgt eine lange Abfahrt, ehe es erneut bergauf geht. Diese unkategorisierte Steigung ist mehr als 11 Kilometer lang und hat ebenfalls rund viereinhalb Prozent Steigung.

Es geht anschließend 11 km bergab und dann direkt in den nächsten Anstieg. Zur Bergwertung am Forca Caruso geht es 12 km mit rund 4,5 % bergauf.

Wieder folgt eine lange Abfahrt und es steht die erste Sprintwertung an. Dann geht es erneut mehr als 12 Kilometer hinauf nach Ovindoli. Auch das ist kein Monsterberg, aber eben eine lange Steigung.

Anstieg nach Ovindoli

Der Gipfel ist rund 23 Kilometer vor dem Ziel erreicht und es folgt nur eine sehr kurze Abfahrt, ehe das Finale beginnt.

Im Finale geht es zunächst bergan nach Roca di Cambio und anschließend links weg in eine kurze Abfahrt, ehe die Schlusssteigung beginnt. 

Die ersten Kilometer geht es moderat bergauf, dann durch einen Tunnel.

Nach dem Tunnel folgt ein Kreisverkehr und es geht links auf den Schotter-Sektor zum Ziel. Die letzten 1600 Meter geht es über unbefestigte Wege.

Rosa: Der Schotterabschnitt zum Ziel der 9. Etappe des Giro 2021 (Google)

Erst ab dem Schotter-Abschnitt wird es steil. Die letzten 1600 m sind im Schnitt über 8% steil.

Kurz vor dem Ziel gibt es eine Passage mit 14% .

Die Bergwertungen:
km 35.6 – Passo Godi – m 1556 (2a cat.)
km 102.1 – Forca Caruso – m 1107 (3a cat.)
km 135 – Ovindoli – m 1457 (2a cat.)
km 158 – CAMPO FELICE – m 1655 (1a cat.-arrivo)

Die Sprintwertungen:
km 121.9 Celano
km 150.1 Rocca di Cambio

Die Favoriten

Es wird wohl erneut ein Ausreißer sein, der im Ziel den Tagessieg bejubelt. Diese Etappe ist etwas für Kletterer und bergfeste Rouleure. Bauke Mollema, Alberto Bettiol, Ruben Guerreiro, Thomas de Gendt, Tony Gallopin, Davide Villella, Rafael Valls, Gianluca Brambilla, Alessandro de Marchi – alles Fahrer, die man für diese Etappen auf der Favoritenliste recht weit oben einsortieren kann.

Fahrer wie Gino Mäder oder Fausto Masnada sind wohl in der Gesamtwertung zu nah am Rosa Trikot, als dass man sie einfach so fahren lassen würde.

Im Kampf um den Gesamtsieg wird es auf den letzten Metern spannend. Ganz sicher wird es Attacken geben, denn wer einen schlechten Tag erwischt, kann auf dem Schotterabschnitt zum Ziel ganz leicht mehr als 30 Sekunden verlieren. Der Vorsprung von Attila Valter auf Egan Bernal und Remco Evenepoel ist sehr klein – gut möglich, dass er das Trikot zum letzten mal trägt.

***** –
**** Alberto Bettiol, Gianluca Brambilla
*** Ruben Guerreiro, Bauke Mollema
** Egan Bernal, Dan Martin, Remco Evenepoel, Giulio Ciccone, Thomas de Gendt
* Simon Yates, Alexandr Vlasov, Alessandro de Marchi, Michael Storer, Gino Mäder

Start: 12:15 Uhr
Ziel: ~17 Uhr


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